Kommentar zur Debatte Lindenhof: Wieder keine Einstimmigkeit bei einem Großprojekt

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Einstimmigkeit ist etwas für Träumer, oder? In der Demokratie reichen 51 Prozent für eine Mehrheit, oder? Beim Thema Lindenhof jedenfalls zeichnet sich derzeit ab, dass sich keine Einstimmigkeit abzeichnen wird.

Der Bauausschuss hat den Satzungsbeschluss gegen die Stimmen der SPD gefasst. Deren Kritik ist bekannt und wird von so manchen Anwohnern geteilt.

Der neue Lindenhof ist keine Kleinigkeit. Er ist nicht nur in den Ausmaßen groß, sein Erscheinungsbild, eine Architektur wie diese, ist eine neue Kategorie in der Stadt. Ein Projekt, das beängstigen kann in seiner Wucht. Und ebenso eine Architektur, die mutig ist für diesen Standort – und mit Chance zum echten Hingucker werden kann. Ganz anders als das CCA – und an dem scheiden sich noch heute die Geister.

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Genau das sollte beim Lindenhof nicht passieren. Deswegen ist man den Umweg über den Architekturwettbewerb gegangen, hat lange um den Auslobungstext gerungen. Wollte damit ein für alle mal regeln, dass auf dem „Filetgrundstück“ der Innenstadt nichts entsteht, mit dem nicht alle Ahrensburgerinnen und Ahrensburger zufrieden sind.

Experiment misslungen

Experiment misslungen – es sind schon jetzt nicht alle Ahrensburger damit zufrieden. Die SPD ist sogar so sehr dagegen, dass sie ihr politisches „Nein“ gibt. Politik sollte sich fragen, wie sie tatsächlich bei einem Projekt, dass derartig die Innenstadt verändern wird, Einstimmigkeit erreichen kann. Denn Mitnehmen kann die Politik die Ahrensburger nur, wenn sie selber geschlossen hinter diesem Projekt steht. Interne Dissenz wird den Argwohn in der Öffentlichkeit befördern.

Keine Sorge – ich bin nicht für die Ein-Parteien-Landschaft und ein 99 Prozent-Regel. Sondern für die Stadt Ahrensburg. Und in der sind schon zu viele große Projekte nur mit halber Leidenschaft umgesetzt worden, weil Politik sich nicht interfraktionell einigen konnte. Das fördert nur eines: eine unfruchtbare Streitkultur. Aber auch für den Lindenhof ist das wohl jetzt zu spät.

Monika Veeh

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