Kinderschutzbund legt zweiten Armutsatlas vor

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Stormarn (je/pm). In der Adventszeit äußern viele Kinder ihre Wünsche. Spielsachen, Fahrräder, Kleidung, Uhren, Bücher – die Palette der materiellen Wünsche ist groß. Ungefähr 6.500 Kinder und Jugendliche im Kreis Stormarn können nur davon träumen, denn das ist die Anzahl der Kinder, die gemäß dem zweiten Armutsatlas des Deutschen Kinderschutzbundes Stormarn im Kreis Stormarn in Armut leben.

Eine Aktion des Deutschen Kinderschutzbundes. Die Fähnchen vor dem Schloss Ahrensburg stehen für jedes einzelne Kind, das von Armut betroffen ist. Foto:pm

Eine Aktion des Deutschen Kinderschutzbundes. Die Fähnchen vor dem Schloss Ahrensburg stehen für jedes einzelne Kind, das von Armut betroffen ist. Foto:pm

In diesen Tagen erhalten viele Politiker, Verwaltungen, Kindergärten und Schulen mit der Post den zweiten Armutsatlas übersandt. 2.000 Exemplare hat der Kinderschutzbund auf den Weg gebracht. „Besonders schlimm ist, dass arme Familien mit ihren Schwierigkeiten oftmals nicht ernst genommen werden“, stellt Ingo Loeding, Geschäftsführer des Deutschen Kinderschutzbundes Stormarn, fest. „Wie soll es gelingen, mit 100 Euro im Schuljahr eine gute Ausbildung zu ermöglichen oder die Zuzahlungen in der Schule zu leisten? Wie soll man ein 13-jähriges Kind von 3,50 Euro pro Tag gut ernähren? Diese Fragen werden noch viel zu selten gestellt. Stattdessen halten sich hartnäckig Annahmen über Eltern, die angeblich alle rauchen, trinken oder große Fernseher kaufen. Diese falschen Vorurteile belasten die Eltern und Kinder zusätzlich und machen es unmöglich, offen über ihre Lage zu sprechen.“

Armutsatlas als Grundlage für Politik und Schulen

Eine offene und ehrliche Auseinandersetzung ist für den Kinderschutzbund aber absolut notwendig, um armen Kindern gute Entwicklungschancen zu geben. Der Deutsche Kinderschutzbund setzt auf regelmäßige Information. Ingo Loeding erklärt: „Deshalb bringen wir nach fünf Jahren den zweiten Armutsatlas heraus, machen Vorträge und stecken jedes Jahr Fähnchen in die Ahrensburger Schlosswiese.“ ahrensburg24.de berichtete von dieser Aktion im September 2014. Ingo Loeding weiter: „Alle Kinder haben das Recht auf gute Lebenschancen und wir alle sind dafür zuständig und verantwortlich, dass dieses Versprechen eingehalten wird. Der neue Armutsatlas spricht für nahezu 6.500 Stormarner Kinder, die im Kreis Stormarn von Armut betroffen sind. Wir wünschen uns, dass er im Schulunterricht genauso benutzt wird, wie zur politischen Entscheidungsfindung in den Städten und Kommunen unseres Kreises.“

Den zweiten Armutsatlas gibt es als Download auf der Website des Kinderschutzbundes unter www.armut.dksb-stormarn.de oder in gedruckter Form beim Deutschen Kinderschutzbund, Telefon 0 45 32 / 28 06 80.

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