Landesfeuerwehrverband: Streit um das Geld und Ehrungen in Gold und Silber

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Großhansdorf (jeb). Die Versammlung des Kreisfeuerwehrverbandes Stormarn zwischen den Jahren hat schon eine lange Tradition. Die Brandschützer tagten in diesem Jahr wieder in Großhansdorf. Dreieinhalb Stunden dauerte die Sitzung, was viele der Delegierten als deutlich zu lang empfanden, zumal es Streit um die Kameradschaftskasse gab. Doch die Großhansdorfer werden die Sitzung in guter Erinnerung behalten: Vizewehrfürer Thomas Drenkhahn und Gemeindewehrführer Andreas Biemann wurde das Schleswig-Holsteinische Feuerwehrehrenkreuz in Gold verliehen.

154 Delegierte der Feuerwehren Stormarns waren nach Großhansdorf zur Mitgliederversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes Stormarn gekommen. Foto:J.Burmester

154 Delegierte der Feuerwehren Stormarns waren nach Großhansdorf zur Mitgliederversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes Stormarn gekommen.
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Die Diskussion um die Kameradschaftskassen war das beherrschende Thema. Eigentlich hatte sich der stellvertretende Landesvorsitzende Ralf Thomsen angekündigt. Doch wenige Stunden vor der Versammlung sagte Thomsen bei Vorstandsmitglied Michael Raddatz wegen einer Erkältung ab und bat diesen, den Termin als Mitglied des Vorstandes des Landesfeuerwehrverbandes (LFV) wahrzunehmen.

Kreiswehrführer Gerd Riemann, Großhansddorfs Bürgermeister Janhinnerk Voß und Kreispräsident Hans-Werner Harmuth zählten zu den Gratulanten, nachdem Vizewehrfürer Thomas Drenkhahn und Gemeindewehrführer Andreas Biemann  (beide FF Großhansdorf, von links) das Schleswig-Holsteinische Feuerwehrehrenkreuz in Gold verliehen wurde.  Foto:J.Burmester

Kreiswehrführer Gerd Riemann, Großhansddorfs Bürgermeister Janhinnerk Voß und Kreispräsident Hans-Werner Harmuth zählten zu den Gratulanten, nachdem Vizewehrfürer Thomas Drenkhahn und Gemeindewehrführer Andreas Biemann (beide von der Feuerwehr Großhansdorf, gesamt von links) das Schleswig-Holsteinische Feuerwehrehrenkreuz in Gold verliehen wurde.
Foto:J.Burmester

Raddatz, auch Kreiswehrführer im Herzogtum Lauenburg, scheute nicht vor diesem heiklen Thema und erläuterte den Stand der Dinge aus Sicht des LFV. Dafür erntete Raddatz nicht nur Beifall, sondern bekam in der Pause auch den Respekt der Delegierten gezollt. Dennoch waren längst nicht alle Anwesenden mit der Sichtweise des LFV einverstanden. Jan-Peter Struck aus Bad Oldesloe, bislang Mitglied des Kreisvorstandes, machte seinem Unmut am deutlichsten Luft. „Was mich an der ganzen Sache am meisten stört, ist die Tatsache, dass der Landesfeuerwehrverband argumentiert, die Wehrführungen schützen zu müssen. Weil irgendwo im Land ein Wehrführer versagt hat, müssen jetzt alle leiden. Ich fühle mich durch den Landesfeuerwehrverband nicht mehr vertreten! Wenn der LFV der Meinung ist, die Wehrführer schützen zu müssen, dann sei die Frage gestattet, wer uns Feuerwehren vor dem Landesfeuerwehrverband schützt.“ Für seine Worte erhielt Struck den tosenden Beifall der 154 Delegierten.

Michael Raddatz erklärte daraufhin, dass die Feuerwehren sich sicher seien könnten, das der Landesfeuerwehrverband zu ihnen stehe und dementsprechend die Feuerwehren auch vertrete. In der Vergangenheit seien viele Unwahrheiten in der Presse verbreitet worden, so dass das Thema Kameradschaftskasse dem Vorstand des Landesfeuerwehrverband regelrecht „um die Ohren geflogen“ sei.

Jan-Peter Struck ist enttäuscht: "Ich fühle mich durch den Landesfeuerwehrverband nicht mehr vertreten!" Foto:J.Burmester

Jan-Peter Struck ist enttäuscht: „Ich fühle mich durch den Landesfeuerwehrverband nicht mehr vertreten!“
Foto:J.Burmester

Landrat Klaus Plöger nahm das Thema auf: „Bevor nicht alle Feuerwehren sich mit der Thematik auseinandergesetzt und sich dazu eine Meinung gebildet haben, hätte man eine Novellierung des Brandschutzgesetzes noch gar nicht auf den Weg bringen sollen. Im Stormarner Kreistag sprechen wir auch erst mit allen Beteiligten, ehe wir Entscheidungen herbeiführen.“

Plöger ermahnte die Feuerwehren, Probleme erst intern zu klären, ehe man damit an die Öffentlichkeit gehe. Dabei ging der Landrat auf die Aussagen des Wehrführers der Feuerwehr Schulendorf ein, der unberechtigter Weise die Rettungsleitstelle und den Amtswehrführer kritisiert hatte. Bei einem Einsatz hatte dieser von der Leitstelle erwartet, Treibstoff und Verpflegung an die Einsatzstelle zu bringen. Zudem wurde bemängelt, dass der Amtswehrführer nicht vor Ort gewesen sei. Auch der Kreisbrandmeister rügte das Verhalten des Schulendorfer Wehrführers und machte deutlich, dass für die Beschaffung von Treibstoff die Wehr selbst zuständig sei und für Verpflegung der Betreuungszug des ASB jederzeit angefordert werden könne. Lediglich über die Kostenübernahme müsse sich der Wehrführer bewusst sein. Keinesfalls aber dürften solche Dinge erst in der Presse und dann innerhalb der Feuerwehr angesprochen werden.

Mit Ehrungen, Beförderungen und Ernennungen endete die Versammlung. Neben den Großhansdorfer Kameraden wurde Reiner Goretzki von der Feuerwehr Bad Oldesloe das Schleswig-Holsteinischen Feuerwehrehrenkreuz in Silber verliehen.

Landrat Klaus Plöger (links) und der neue Leiter der Technischen Einsatzleitung (TEL), Stefan Korffmann aus Witzhave. Foto:J.Burmester

Landrat Klaus Plöger (links) und der neue Leiter der Technischen Einsatzleitung (TEL), Stefan Korffmann aus Witzhave.
Foto:J.Burmester

Hamburgs oberster Feuerwehrmann Oberbranddirektor Klaus Maurer (links) beglückwünschte Reiner Goretzki von der Feuerwehr Bad Oldesloe zur Verleihung des Schleswig-Hoilsteinischen Feuerwehrehrenkreuzes in Silber. Goretzki ist Berufsfeuerwehrbeamter in Hamburg. Foto:J.Burmester

Hamburgs oberster Feuerwehrmann Oberbranddirektor Klaus Maurer (links) beglückwünschte Reiner Goretzki von der Feuerwehr Bad Oldesloe zur Verleihung des Schleswig-Holsteinischen Feuerwehrehrenkreuzes in Silber. Goretzki ist Berufsfeuerwehrbeamter in Hamburg.
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