Überfall auf Spielhalle: Mit einer Tasse den bewaffneten Täter in die Flucht geschlagen

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Bad Oldesloe (ve/pm). Ein kurioser Überfall ereignete sich in der Nacht zu heute in einer Oldesloer Spielhalle. Scheinbar unerschütterlich verjagte eine Angestellte einen jugendlichen Räuber mit ihrer Gegenwehr und scheute auch nicht vor einem Handgemenge mit dem bewaffneten Täter zurück. Beamte der Polizei-Zentralstation Bad Oldesloe haben den Tatverdächtigen in der Straße Gretje-Dwenger-Weg inzwischen vorläufig festgenommen.

Der 18-jährige Bad Oldesloer erschien gegen 23.30 Uhr maskiert in der Spielhalle und ging direkt auf den Tresen zu. Dahinter stand die 59-jährige Spielhallenaufsicht. Der 18-Jährige hielt der Frau eine Schusswaffe vor und forderte von ihr die Herausgabe des Bargelds. Die Angestellte kam der Aufforderung aber nicht nach und kippte dem jungen Mann stattdessen ihren heißen Kakao gegen den Oberkörper.

Nun ging der 18-Jährige um den Tresen herum und drückte mehrfach den Abzug der Schusswaffe, aus der sich jedoch kein Schuss löste. Er fordert nochmals die Herausgabe des Bargelds. Die Angestellt nahm an, dass die Waffe nicht echt war. Sie versuchte, ihm die Waffe aus der Hand zu nehmen. Der Täter wehrte sich dagegen.

Leichte Verletzungen am Kopf und am Fuß

Daraufhin ergriff die Angestellte eine weitere Tasse, die noch auf dem Tresen stand, und warf sie ihm ins Gesicht. Zwischen den beiden kam es zu einem Handgemenge. Dabei schlug der junge Mann der Frau mit der Schusswaffe gegen den Kopf. Die Angestellte fiel hin und verletzte sich dabei noch am Fuß. Der 18-Jährige floh daraufhin ohne Beute aus der Spielhalle. Er rannte über den Parkplatz in Richtung Friedhof. Die Frau trug eine stark blutende Kopfplatzwunde und einen verstauchten Knöchel davon. Sie wurde von der Rettungswagenbesatzung versorgt.

Tatverdächtige versteckte sich unter einer Hecke

Im Rahmen der Fahndung entdeckten die Beamten den Tatverdächtigen gegen 0.40 Uhr im Gretje-Dwenger-Weg. Er hatte sich unter einer Hecke versteckt. Einer der Beamten musste dem jungen Mann mehrfach den Einsatz des Diensthundes androhen, bevor er aus seinem Versteck mit hoch erhobenen Händen herauskam und vorläufig festgenommen werden konnte. Die Schusswaffe, bei der es sich um eine nicht geladene Schreckschusswaffe handelte, und die Sturmhaube hatte er in der Nähe weggeworfen. Die Beamten stellten die Waffe und die Sturmhaube sicher. Er räumte den Konsum von Betäubungsmitteln ein. Ihm wurde eine Blutprobe entnommen.

In seiner kriminalpolizeilichen Vernehmung räumte er die Tat ein. Er habe mit dem Bargeld an den Automaten spielen wollen. Der junge Mann ist bereits mehrfach wegen Eigentumsdelikten polizeilich in Erscheinung getreten. Die Staatsanwaltschaft Lübeck stellte einen Antrag auf den Erlass eines Haftbefehls. Der 18-Jährige wird heute einem Richter am Amtsgericht Ahrensburg vorgeführt.

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