Kriminalstatistik: Ahrensburg wieder trauriger Spitzenreiter

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Ahrensburg/Ratzeburg (ve). Die Stadt Ahrensburg führt die Kriminalstatistik 2014 wie schon in 2013 in trauriger Spitzenreiter-Position an, das hat die Polizeidirektion Ratzeburg heute mit der Veröffentlichung der Kriminalstatistik bekannt gegeben. Das betrifft in erster Linie nach wie vor die Wohnungseinbrüche.

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Wohnungseinbrüche: Ahrensburg bleibt die Stadt mit den häufigsten Fällen auch in 2014. Foto:Rike/pixelio.de

200 Wohnungseinbrüche sind für 2014 in Ahrensburg erfasst. Dabei geht es sich um Straftaten, zu denen die Ermittlungsarbeiten abeschlossen sind, erst dann fließen sie in die Statistik ein. Im Jahr 2013 waren es 206 Wohnungseinbrüche. Entscheidend ist der Abstand zu Platz 2: Dort steht für Geesthacht eine Zahl von 70 Einbrüchen (2013: 83 Einbrüche). In Bad Oldesloe gab es 60 Einbrüche, in Bargteheide 43. Ahrensburg scheint tatsächlich im Vergleich eine Einbruchs-Hochburg zu sein.

Aufklärungsqoute: Schlechter als auf Landesebene

Das schafft gleich zwei Probleme: Die Aufklärungsquote für Stormarn ist gerade im Bereich der Wohnungseinbrüche vergleichsweise schlecht – und erneut schlechter geworden. In 2014 wurde zwei Prozent der Ahrensburger Wohnungseinbruchsdelikte aufgeklärt, in 2013 waren es noch sechs Prozent. Das unter anderem schmälert die Statistik auch für den Kreis: Werden im Kreis Stormarn 43 Prozent der Straftaten aufgeklärt, so sind es im Bereich der Polizeidirektion Rathazburg 46,4 Prozent der Strafteten,landesweit sind es 49,8 Prozent der Straftaten.

Die schlechte Quote bei den Diebstählen liege daran, so die Polizeidirektion, „dass grundsätzlich Diebstahlsdelikte schwerer aufzuklären sind, da Beziehungen zum Geschädigten meist nicht vorhanden sind“ – die Täter kommen eben nicht aus dem Bekanntenkreis der Opfer. Nicht nur dass: Sie kommen vermehrt nicht einmal mehr aus der Region: „Im Bereich des Wohnungseinbruchdiebstahls sprechen die hohen Zahlen weiterhin für einen großen Anteil überörtlich und professionell agierender Tatverdächtiger, deren Ermittlung sich deutlich schwieriger zeigt, als die Ermittlung örtlicher Tatverdächtiger.“ Das habe auch etwas mit dem Großstadtraum Hamburg und seine Anonymität zu tun, so die Polizeidirektion.

Gesamtzahl der Straftaten

Auch bei der Gesamtzahl der Straftaten liegt die Schlossstadt vorne, wenn auch nicht mit einem so großen Abstand. Insgesamt wurden 2.719 Straftaten registriert und damit 30 mehr als in 2013. Wieder folgt Geesthacht in der Statistik mit 2.152 Straftaten (2013: 2.041). In Bad Oldesloe werden 2.093 und in Bargteheide 1.011 Taten registriert.

Damit ist die Wahrscheinlichkeit, Opfer einer Straftat zu werden, allerdings in Ahrensburg nicht unbedingt größer, als in anderen Städten. Diese Zahl berechnet sich anhand der Häufigkeitszahl, die die Anzahl der Straftaten in Relation zu den Einwohnerzahlen setzt. Die Kennzahl ist für Ahrensburg (8.670) etwa genauso hoch, wie für Bad Oldesloe (8.551) oder für Lauenburg (8.522). Ganz anders klingt es allerdings für Bargteheide, dort heißt die Kennzahl 6.404. Zum Vergleich: Die geringste Wahrscheinlichkeit besteht in Wentorf bei Hamburg mit einem Wert von 4.775.

Brandstiftungen sind nicht in der Statistik

Keine Aussagekraft hat die Kriminalstatistik allerdings für die Fälle der Brandstiftungen – gerade in Ahrensburg eine relevante Zahl durch die Häufung der Fälle, in denen wegen Brandstiftung ermittelt wird. Doch in die Statistik fließen nur die Fälle ein, deren Ermittlungen abgeschlossen sind, und somit die meisten der Ahrensburger Fälle nicht. Diese liegen derzeit noch bei der Ermittlungskommission auf dem Schreibtisch und werden untersucht.

Insgesamt aber scheint die Polizeidirektion angesichts der Zahlen gut gestimmt: „Insgesamt lässt sich ein äußerst übersichtlicher Anstieg der registrierten Kriminalität feststellen“, so ihr Fazit.

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