Kreisarchiv Stormarn sichert Fotos aus 100 Jahren

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Stormarn (je/pm). Das Kreisarchiv Stormarn beginnt ein neues Projekt mit Unterstützung der Heik-Stiftung und der Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn: Über einhundert Jahre alte Fotos von Bad Oldesloes einzigartiger „Vogelschießen“-Tradition sollen für jedermann zugänglich gemacht werden.

So sah Vogelschießen vor 100 Jahren aus. Foto: Kreis Stormarn

So sah das traditionelle Fest „Vogelschießen“ vor 100 Jahren aus. Foto: Kreis Stormarn

Dafür werden nicht nur Arbeitskräfte benötigt, sondern auch finanzielle Mittel. Die Heik-Stiftung, ein Teil der Bürgerstiftung Stormarn, hat es sich zur Aufgabe gemacht, derartige Projekte zu fördern. „Für mich ist es eine Verpflichtung, die Sicherung dieser einmaligen Fotos zu unterstützen“, sagt Wilhelm Heik. Nicht nur das Erinnern an vergangene Feste und das kulturelle Erbe der Stadt sollen angeregt werden. Auch das Bewusstsein und die Wertschätzung für die regionale Tradition sollen wieder erstarken, das ist sein Wunsch.

Vogelschießen: Besonderes Ereignis in Bad Oldesloe

In Kooperation mit der Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn wird das „Vogelschießen“-Projekt über einen Zeitraum von drei Jahren gefördert. Für Außenstehende kaum vorstellbar, ist das Vogelschießen für die Bad Oldesloer ein fester Bestandteil der jährlichen Feste. Das Vogelschießen kam Anfang des 19. Jahrhunderts für Kinder als Schulfest nach Stormarn. Höhepunkt der Feierlichkeiten ist nach wie vor die Krönung des neuen Königspaares. Die Schulkinder erkämpfen sich diese Ehre in mehreren Spielen. Ziel ist es, einen hölzernen Vogel abzuschießen, der in jedem Jahr neu angefertigt wird. Das Kreisarchiv bewahrt viele Fotos dieser Festlichkeiten ab den 1950er Jahren. Im vergangenen Jahr kam ein weiterer Schatz hinzu. Wilhelm Heiks Tante übergab dem Archiv Glasplatten aus dem Jahr 1913. Diese befanden sich bislang im Familienbesitz.

Stefan Watzlawzik, Leiter des Kreisarchivs, freut sich sehr über Unterstützung. Bislang konnten die vielen Bildsammlungen nicht alle erschlossen werden, weil nicht genügend Personal zur Verfügung steht. Nicht aber beim Vogelschießen-Projekt – dank der Förderung. „Wir freuen uns, dass wir die Arbeiten beginnen und die Bilder demnächst, vor allem für die Bad Oldesloer, zugänglich machen können“, sagt Stefan Watzlawzik.

Kim Claussen, Mitarbeiterin im Kreisarchiv, hat nun die Aufgabe, Tausende von Fotos zu sichten. Dafür müssen die Nachlässe von Oldesloer Journalisten und Fotografen wie Raimund Marfels, Hans Mallek oder vom Fotostudio Ketelhohn nach Bildern vom Vogelschießen durchforstet werden. Ein großer Spaß, wie Kim Claussen findet, auch wegen ihrer engen Verbundenheit zur Stadt. Denn bereits seit der sechsten Generation lebt ihre Familie in Bad Oldesloe. Wie viele Mädchen, wartete auch Kim Claussen darauf, endlich alt genug zu sein, um mitlaufen zu dürfen. „Das Fest ist eine Herzensangelegenheit, nicht nur für mich, sondern auch für meine gesamte Familie und alle Oldesloer“, findet Kim Claussen.

Auch für Wilhelm Heik hat der Fotobestand eine wichtige Bedeutung, denn sein Großvater hat selbst die Bilder auf den Glasplatten gemacht, die nun im Bestand des Kreisarchivs sind. Seine enge Verbindung zu Bad Oldesloe ist in den Jahren gewachsen. 30 Jahre lebte Wilhelm Heik in Bremerhaven, bevor er wieder in seine Geburtsstadt zurückzog. Das ist auch der Grund, warum die Stiftung Projekte im Heimatgebiet fördert.

Die Heik-Stiftung finanzierte bereits die Digitalisierung von drei Filmen über das Vogelschießen aus den Jahren 1936 bis 1938. Außerdem wurde die Befragung von Zeitzeugen aus Politik, Kultur und Sport von der Stiftung unterstützt.

Nach Abschluss des Projekts sollen die Fotos vom Vogelschießen in der öffentlichen Datenbank des Kreisarchivs gespeichert und unter www.kreisarchiv-stormarn.findbuch.net online abrufbar sein.

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