Kopernikus Gymnasium Bargteheide: Großeinsatz der Polizei wegen Amokdrohung

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Bargteheide (jeb). Solche Szenen kennt man eigentlich nur aus dem Fernsehen. Schwer bewaffnete Polizisten stehen vor der Schule, beobachten argwöhnisch alle Schüler, die in die Schule kommen. Einige von ihnen werden angehalten, um deren Taschen und Rucksäcke zu kontrollieren.

Alle Schülerinnen und Schüler mussten an den Polizisten vorbei. An der Schule war nur der Haupteingang geöffnet. Einige wenige Eltern brachten ihre Kinder bis zur Schultür. Foto:J.Burmester

Alle Schülerinnen und Schüler mussten an den Polizisten vorbei. An der Schule war nur der Haupteingang geöffnet. Einige wenige Eltern brachten ihre Kinder bis zur Schultür.
Foto:J.Burmester

Genau diese Szenen spielten sich gestern am Kopernikus Gymnasium und an allen drei anderen Schulen am Bargteheider Schulzentrum ab. Mit diversen Funkstreifenwagen zeigte die Polizei deutlich ihre Präsenz am Schulzentrum. Und das, obwohl die Wahrscheinlichkeit, dass es sich eher um einen Scherz als um eine ernstgemeinte Drohung handelte, die ein Unbekannter vor genau einer Woche an die Tür einer Jungentoilette am Gymnasium gekritzelt hatte, eher als sehr gering eingeschätzt wurde.

Verunsicherte Eltern

Natürlich war die Verunsicherung unter den Eltern aber auch unter den Schülern groß. „Ich habe in den vergangenen Tagen mit vielen besorgten Eltern telefoniert“, sagte Schulleiterin Brigitte Menell. Nach einer Absprache mit Polizei und Stadt aber hatte sich die Schule entschieden, den Unterricht nicht ausfallen zu lassen. Doch nur etwa die Hälfte der Schülerinnen und Schüler des Kopernikus Gymnasiums war gestern zum Unterricht erschienen. „Letztlich können Eltern für ihre Kinder entscheiden, ob die Gefahr für sie zu groß ist und ihre Kinder an diesem Tag zu Hause behalten“, so Schulleiterin Mendell. Disziplinarische Maßnahmen wegen des Fehlens vom Unterricht an diesem Tag dürften die Schüler also nicht erwarten.

Während ein Beamter mit einer Maschinenpistole sichert, durchsucht ein weiterer Beamter eine Schultasche vor dem Eingang des Bargteheider Kopernikus-Gymnasiums. Foto:J.Burmester

Während ein Beamter mit einer Maschinenpistole sichert, durchsucht ein weiterer Beamter eine Schultasche vor dem Eingang des Bargteheider Kopernikus-Gymnasiums.
Foto:J.Burmester

„Natürlich nehmen wir die Drohung ernst. Wir müssen jedes noch so kleine Risiko ausschließen und sind deshalb auch in einer angemessenen Stärke vor Ort“, so die Sprecherin der Polizeidirektion Ratzeburg, Sonja Kurz. Bislang, so Kurz, gebe es noch keine Hinweise auf den oder die Urheber der Drohung.

Sämtliche Taschenkontrollen der Polizeibeamten verliefen negativ, bis auf eine. Bei einem Schüler fand ein Beamter ein so genanntes Multitool, einer Kombination aus Taschenmesser und diversen Werkzeugen wie Schraubendreher oder Minizange und Hilfsmitteln wie Flaschenöffner oder Korkenzieher. Der Beamte stellte das Teil sicher und notierte die Personalien des Schülers. Ob der Schüler das Teil nach Unterrichtsende wieder bekommt, blieb unklar.

An allen Bargteheider Schulen

Auch an der Anne Frank Gemeinschaftsschule, der Emil Nolde Grundschule und der Dietrich Bonhöfer Gemeinschaftsschule Schule patrouillierte die Polizei, sicherte die Eingänge und kontrollierte die Schüler. Und auch an diesen Schulen blieben zum Teilmehr als die Hälfte aller Schülerinnen und Schüler zu Hause. Ein übervorsichtiger Vater hatte sein Kind sogar gleich für drei Tage an der Anne-Frank-Schule abgemeldet. Das aber ist ein Einzelfall geblieben.

Bereits im Januar hatten Unbekannte per E-Mail einen Amoklauf am Schulzentrum Glinde und an der Erich-Kästner-Gemeinschaftsschule in Barsbüttel angekündigt. Auch damals war die Polizei mit einem größeren Aufgebot vor Ort. Trotz erheblicher Bemühungen, den Absender der Mail zu ermitteln, blieb die Suche erfolglos. Inzwischen bestätigte die Polizei, dass die Ermittlungen in diesem Fall eingestellt worden sind.

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