Wird es eine neue Kultreihe? Uraufführung vom Musical „Mord am Mikro“ vor begeistertem Publikum

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Ahrensburg (sam). Himmel – war das schön!! Am gestrigen Abend startete die Kulturreihe mit „Mord am Mikro“. Fabian Harloff, Marko Formanek, Martin Pasching und Hauke Wendt standen auf der Bühne, spielten sich die Seele aus dem Leib und erweckten die Atmosphäre und Nostalgie des alten Hörspielkrimis zum Leben – Retro live. Der Saal war ausverkauft – wenn die Gäste man bloß vorher gewusst hätten, was ihnen blüht!

Action in jeder Sekunde auf der Bühne: Martin Pasching, Fabian Harloff, Marco Formanek und Hauke Wendt (von links) bei "Mord am Mikro". Foto:S.Mascher

Action in jeder Sekunde auf der Bühne: Martin Pasching, Fabian Harloff, Marco Formanek und Hauke Wendt (von links) bei „Mord am Mikro“.
Foto:S.Mascher

Das Publikum war gefordert als „fünfter Mann“ auf der Bühne. Wirklich gefordert. Es musste Geräusche machen, eben wie in einem wirklichen Hörspiel. Natürlich wurde das vorher ausgiebig geübt und es konnte sich so an seine Aufgabe gewöhnen, die Darsteller in den Szenen zu unterstützen.  Aber dann musste alles klappen, Pappschilder wurden in die Höhe gehalten, „Kwiek – kwiek – kwiek“ – darauf standen die Geräusche, die in die Szene gehörten.

Zum Beispiel das Knarren einer Tür, das Klopfen an einer Tür, den Geräuschpegel einer Partygesellschaft. Das war ein Spaß, zu sehen und zu hören, wie sich die Zuschauer ins Zeug legten. Mal gab es Hänger, wenn die Geräusch zu zögerlich kamen, mal ein Stirnrunzeln auf der Bühne, wenn es doch arg komisch klang. Und so war noch ein Geräusch sehr häufig im Saal: das Lachen.

Dramaturg Publikum

Doch das Publikum half nicht nur mit Geräuschen aus, sondern nahm entscheidend Einfluss auf die Handlung. Der Text der Schauspieler endete ganz plötzlich mitten im Stück. Ratlosigkeit auf der Bühne – doch wer nach einer Lösung sucht, der findet. Martin Pasching spielte jetzt nicht mehr auf der Bühne, sondern im Publikum weiter und suchte unter den Sitzen der Gäste. Dabei war er so erfolgreich, dass am Ende sechs Briefumschläge in der Hand hielt mit sechs Mördern. Eine der Lösungen musste nun gezogen werden, das erledigte ganz entspannt eine Dame aus dem Publikum.

Doch worum geht es, warum Retro-Hörspiel?

Es geht um Hamburg in den 50er Jahren, um St. Pauli und einen Mörder, der da sein Unwesen treibt. Die Stadt lebt in Angst und Schrecken. Wen wird es als Nächstes treffen? Wer ist der Mörder? Hallig, ein erfahrener Kriminaloberkommissar und Ingo Stolz, sein junger Kollege, zwei Hamburger Kommissare der Mordkommission, begeben sich zwischen Hafen, St. Pauli, Bonzenvillen und den Behörden auf Spurensuche. Oberkommissar Hallig untersucht zusammen mit dem Publikum eine Reihe von Morden auf dem Kiez und trifft dabei auf die Schattenwelt der Stadt, auf Gier, Korruption, Lust und Rache.

Hauke Wendt, Initiator der Musical-Reihe, schlüpfte wie alle anderen in viele Rollen - mit wenigen Requisiten. Foto:S.Mascher

Hauke Wendt, Initiator der Musical-Reihe, schlüpfte wie alle anderen in viele Rollen – mit wenigen Requisiten.
Foto:S.Mascher

Hamburgs Unterwelt war auf der dunklen Bühne wirklich zu spüren. Ein Bühnenbild gab es nicht, nur das Nötigste stand dort, die Mikros, die Notenständer und die Musikinstrumente. Während der Handlung sorgte gezielt eingesetzte Beleuchtung für die richtige Aufmerksamkeit am richtigen Ort. Und Nebel, immer wieder Nebel, wie er halt in Hamburg öfter mal ist, verkomplizierte des Öfteren das Geschehen, ein gutes Mittel, um den dunklen Gestalten Deckung zu bieten.

Hektischer Rollentausch live vor Publikum

Die einfachen aber äußerst passenden und lustigen bis frechen Kostüme waren der Grund, warum das Stück so gut funktionieren konnte. Die Schauspieler schlüpften während des Erzählens mit ganz viel Witz und Späßen in die verschiedenen Charaktere und wechselten dabei in rasantem Tempo die Perücken, Hüte oder Jacketts, Szenen mit Lachgarantie und Wirbel auf der Bühne! Die Perücke sitzt schief – egal, the show must go on. Eine Show war es bis in die Zehenspitzen, die Vollblut-Darsteller gaben ein rasantes Tempo vor und vor allem eine unglaubliche Spielfreude.

Zwischen den Szenen, wie es beim Hörspiel so ist, gab es Musik. Die Band „Die Sträflinge“ stand auf der Bühne. Dass die Musical-Darsteller Hauke Wendt, Fabian Harloff, Martin Pasching und Marko Formanek auch das Singen und ihre Instrumente beherrschen, war klar. Sie begleiteten den Krimi in den Pausen zwischen den einzelnen Szenen mit einigen sehr bekannten Liedern von Falco, Tom Jones, Bob Marley, Boney M. und Micheal Jackson, in denen es um Verbrecher und Verbrechen geht. Das Publikum jubelte und klatschte mit und forderte Zugaben, mit anderen Worten: Es war Stimmung im Saal, eine Show auf der Bühne.

An diesem Abend kam der Spaß nicht zu kurz und das trotz einer Handlung, die Anderes vermuten lässt.  Ein Zuschauer brachte es auf den Punkt: „Die Kombination von allem hat mir besonders gefallen“. Mit dieser gelungenen Mischung haben die vier Schauspieler das Publikum begeistert und ihr vielseitiges Können auf der Bühne gezeigt.

Nächster Termin

Der nächste Termin der Musical-Reihe steht übrigens schon fest: Am 23. Mai 2105, gibt es um 18 Uhr das Musical „Thrill me“ mit Oliver Arno und Bernhard Viktorian im Alfred-Rust-Saal. Das ist ein Musical nach einem wahren Kriminalfall in der Produktion der Vereins OFFstage Wien.

Sie Bilder des Abends in einer Galerie – alle Fotos ©Silke Mascher

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