Parkplätze in der Innenstadt: „Ist Ahrensburg noch Hamburgs schöne Nachbarin?“

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Lesermeinung zur Verkehrsdebatte um die Anzahl der Parkplätze in Ahrensburg von Werner Haering, Interessengemeinschaft Ahrensburg Nord-Ost

Ahrensburgs  Politiker diskutieren darüber, ob Ahrensburg genug Parkplätze hat,  während Hamburg innerhalb der nächsten 20 Jahre seine Innenstadt autofrei gestalten will. Die vom Stadtplaner Stefan Luft angestoßene Verkehrsdebatte verdient  Aufmerksamkeit und Unterstützung. Im Sinne eines demokratischen Miteinanders sollten Bürger, Stadtverwaltung, Politiker und in Ahrensburg ansässige Firmen objektiv über Pro und Contra einer autofreien (Innen-) Stadt diskutieren.

Die Stadt Ahrensburg gehört weder dem Gewerbe noch der Verwaltung oder den Politikern. Sie „gehört“ den Bürgern! Es darf daher kein Denkverbot über eine autofreie Innenstadt geben, die für Manhagener und Hagener Allee sowie Hamburger und der Großen Straße im Bereich des Rondeels den Autoverkehr untersagt und den Anlieferverkehr für den Einzelhandel zeitlich reguliert.

Anstatt diese Straßen als Parkraum zu nutzen, sollten sie zu Fahrrad- und Fußgängerzonen umgebaut werden. Privaten Autofahrern sollte dafür ausreichende Parkflächen am Rande der Innenstadt geboten werden. Ebenso muss das Bussystem dem gestiegenen Fahrgastaufkommen angepasst werden, um den Umstieg vom Auto zu erleichtern.

Die Gegner einer autofreien beziehungweise autoärmeren Innenstadt sollten sich die 65 Tausend Einwohner Stadt Hasselt in Belgien zum Vorbild nehmen, die autofrei ist und unter Beweis gestellt hat, dass eine autofreie Stadt unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten als auch sozialen Aspekten immense Vorteile hat. Steigerung der Aufenthaltsqualität, Platz für ein großzügiges Wegenetz für Fußgänger und Radfahrer, lebenswertere und gesündere Stadt und Belebung des Einzelhandels.

Die Meinungsbildung und Realisierung  des Umbaus der Innenstadt von Ahrensburg wird Jahre dauern. Deshalb sollte die Politik die Lösung seiner enormen Verkehrsprobleme im  Norden wie im Süden priorisieren. Durch die Bebauung des Erlenhofgeländes und Bau des Gewebegebiets Beimoor-Süd droht der Verkehr an allen Verkehrsknoten entlang der Lübecker Straße bis Ostring zu kollabieren. Politik machen, heißt entscheiden! Nach zwölf Jahren Planung sollte die  Nordtangente endlich gebaut und hierfür eine Einigung mit Delingsdorf über den Verlauf der Trasse erzielt werden.

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