Gewerkschaft der Polizei zum Stellenabbau: „Die Präsenz ist nicht gefährdet“

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Sandesneben (jeb/ve). Die Polizei steht vor einer Reform, bei der es zwar Veränderungen in der Struktur der Dienststellen geben wird, nicht aber bei der Präsenz der Polizei vor Ort. Bei der diesjährigen Jahresversammlung der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Kreisgruppe Stormarn-Lauenburg formulierte es der Behördenleiter der Polizeidirektion Ratzeburg, Leitender Polizeidirektor Wolfgang Becker, so und betonte, dass die Sicherheit der Bürger keinesfalls gefährdet sei.

Der Behördenleiter der Poliziedirektion Ratzeburg, Wolfgang Becker, referierte über die Organisationsentwicklung in der Direktion Ratzeburg. Foto:J.Burmester

Der Behördenleiter der Poliziedirektion Ratzeburg, Wolfgang Becker, referierte über die Organisationsentwicklung in der Direktion Ratzeburg.
Foto:J.Burmester

Oft war in der Vergangenheit nicht nur bei den Polizeibeamten hinter vorgehaltener Hand zu hören, dass mit der Umsetzung der Reform die Präsenz nicht überall gleichwertig aufrecht erhalten werden könne. Bei der Reform sollen innerhalb aller Direktionen im gesamten Land Schleswig-Holstein die Zentralstationen aufgelöst und durch Reviere ersetzt werden, also auch bei der Ratzeburger Direktion. Und, so war zu hören, die kleinen Stationen, die nur mit einem oder zwei Beamten besetzt sind, sollen ganz aufgelöst werden.

Knapp eine Stunde referierte Becker vor den knapp 90 Kolleginnen und Kollegen, die zur Hauptversammlung nach Sandesneben gekommen waren.

Präsenz müsse gewährleistet sein

„Was hier gerade passiert, ist nicht der Endspurt eines scheidenden Behördenleiters“, sagte Becker mit Blick auf seine Pensionierung in diesem Jahr. Es sei vielmehr eine Modifizierung der Zentralstationsstruktur. Es sei aber keinesfalls eine Rückkehr zu den Revieren, wie man sie bis 1994 kannte. „Die Polizeidirektion Ratzeburg gehört gemeinsam mit Neumünster und zum Teil auch der Hansestadt Lübeck zu den letzten Direktionen, die noch nicht auf die neue Revierstruktur umgestellt haben“, so der Behördenleiter.

Bei den Einsätzen müsse darauf geachtet werden, dass ein Funkstreifenwagen binnen einer Frist von zehn Minuten am Einsatzort ist – handelt es sich um einen Prioritätseinsatz. Und – so will es die Polizeiführung des Landes – es soll jeder Streifenwagen mit zwei Beamten besetzt sein. Daher sollten Polizeistation mit mindestens fünf Beamte
innen und Beamten eingerichtet werden.

Mollhagen oder Bargfeld-Stegen

Das würde das ‚Aus‘ bedeuten für kleinere Stationen wie in Mollhagen oder Bargfeld-Stegen. „Das ist aber nicht zwingend so. Wenn es Gründe gibt, die zwingend die Erhaltung einer kleinen Station rechtfertigen, so kann man die auch bestehen lassen“, versicherte Becker. Die Reform und die dabei angedachte 5er-Größe bedeute nicht zwangsläufig das endgültige Aus einer kleinen Dienststelle. „Auch die kleinen Stationen leisten hervorragende Arbeit“, machte Becker deutlich. Allerdings würde eine solche Station dann nicht am Einsatzdienst teilnehmen, sondern eine „Präsenz-Dienststelle“ mit festen Öffnungszeiten sein. Ähnlich einem Bürgerbüro fernab einer Amtsverwaltung.

Manfred Börner, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei in Schleswig-Holstein, hatte kürzlich in Ahrensburg auf einer Veranstaltung der CDU Kreis Stormarn dringlich vor einem Personalabbau bei der Polizei gewarnt.

40 Jahre bei der GdP: Karsten Witt, Wolfgang Hoppe und Manfred Börner (von links).  GdP-Chef Eggert Werk (zweiter von rechts) gratulierte. Foto:J.Burmester

40 Jahre bei der GdP: Karsten Witt, Wolfgang Hoppe und Manfred Börner (von links). GdP-Chef Eggert Werk (zweiter von rechts) gratulierte.
Foto:J.Burmester

Im Rahmen der Versammlung wurden langjährige GdP – Mitglieder geehrt, für 40 Jahre Mitgliedschaft Wolfgang Hoppe, Manfred Börner und Karsten Witt und für 50 Jahre Mitgliedschaft Rolf Lunow, Günther Schwart, Carl-Ludwig Rudolph, Klaus-Dieter Steuk und Dieter Hanke.

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