Ammersbeker Pferdestall: Vortrag über Greifvögel und ihre Todesursachen

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Ammersbek (je/pm). Spuren sichern am Tatort, Untersuchung der Leiche in der Gerichtsmedizin durch Forensiker – das kennen wir eigentlich nur aus Krimis bei Mord an Menschen. Über die Aufklärung von Morden an Tieren ist wenig bekannt. Der NABU Ammersbek hat deshalb den Greifvogel-Forensiker Dr. Hans Wirth gebeten, in einem Vortrag am Montag, 30. März 2015, um 19. 30 Uhr über Greifvogeltode im Seminarraum des Pferdestalls, Am Gutshof 1, in Ammersbek zu berichten.

Der Habicht ist Vogel des Jahres 2015. Foto: NABU Ammersbek

Der Habicht ist Vogel des Jahres 2015. Foto: NABU Ammersbek

Dr. Hans Wirth wird von der Kreisverwaltung und den Naturschutzverbänden benachrichtigt, wenn tote Greifvögel wie Seeadler, Milane, Habichte oder Reste von ihnen aufgefunden werden. Meist ist die Todesursache nicht auf Anhieb erkennbar und in vielen Fällen ist es keine natürliche. Anhand weniger Federn und Knochen oder anhand eines Flügelteils kann der Experte die wahrscheinlichste Todesursache ermitteln. Sei es Tod durch Züge oder Autos, durch Schlag von einem Windradflügel oder durch Gift
oder Schrot. In letzterem Fall wird die Polizei eingeschaltet und Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

Habicht ist Vogel des Jahres 2015

Dr. Hans Wirth ist Geologe bei der Hamburger Umweltbehörde und widmet sich ehrenamtlich mit Leidenschaft der Untersuchung von Greifvogeltoden in Stormarn und dem Milan-Monitoring. Bereits vor einigen Jahren hat er die NABU-Gruppe Ammersbek durch einen
Bericht über seine Ermittlungen so beeindruckt, dass sie ihn für 2015 bat, öffentlich einen Vortrag zu halten.

Der Habicht ist Vogel des Jahres 2015. Seine Ernennung erfolgte vor allem, weil dieser geschickte Jäger von Mäusen, Hasen, Amseln und Krähen noch immer schwer unter Nachstellungen zu leiden hat. Dutzende Habichte im Jahr werden getötet oder gefangen, weil
Geflügel- und Taubenhalter sie fürchten und Jäger sie als Konkurrenz bei der Niederwildjagd betrachten. Auch in Stormarn gibt es solche Vorfälle. Der NABU Ammersbek beschreibt einen solchen Fall auf seiner Homepage, nachzulesen unter www.nabu-ammersbek.de.

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