Wassermühle Trittau: Stipendiatin präsentiert Abschlussausstellung

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Bad Oldesloe (je/pm). Seit Mai 2014 lebt und arbeitet Lily Wittenburg, Stipendiatin der Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn, in der Wassermühle Trittau und dem angrenzenden Atelierhaus. Ab Sonnabend, 28. März 2015, präsentiert die Künstlerin ihre Abschlussausstellung sowie die im Rahmen des Stipendiums entstandene Publikation in der Galerie der Wassermühle Trittau.

Vernissage in der Wassermühle: Lily Wittenburg präsentiert ihre Kunst. Foto: F. Krebs

Vernissage in der Wassermühle: Lily Wittenburg präsentiert ihre Kunst. Foto: F. Krebs

Die Ausstellung wird um 16 Uhr durch Dr. Martin Lüdiger, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Holstein und stellvertretender Vorsitzender des Stiftungsvorstandes der Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn, im Atelierhaus, Am Mühlenteich 3 a, Trittau, eröffnet.

Das erwartet die Besucher

In ihrer Ausstellung „Odessa Theda Stein“ zeigt Lily Wittenburg neue Arbeiten auf Papier: Zeichnungen, Fotografien, Scans und Chromatographien sowie zwei Lichtinstallationen. Der Titel der Ausstellung beschreibt einen Ort, eine Zustandsform und einen Gegenstand und vermittelt darin thematische Felder, mit denen sich die Künstlerin in ihrer Zeit in Trittau beschäftigte. So ist mittlerweile für die neueren Arbeiten von Lily Wittenburg weniger der Bezug zu vorhandenen Räumen und realen Orten entscheidend, als vielmehr die Auseinandersetzung mit physikalischen Phänomenen wie Licht oder die Untersuchung von Eigenschaften bestimmter Flüssigkeiten und Materialien. Lily Wittenburg interessiert sich in ihren experimentellen Werken für die Effekte, Brechungen und Aufspaltungen, die entstehen, wenn sich etwa in den Installationen Lichtquellen treffen oder in den Zeichnungen und Chromatographien zwei Linien aufeinanderstoßen oder Flüssigkeiten miteinander in Kontakt treten – und sich dadurch bisher noch nicht erfasste Formen und Räume abzeichnen.

Die entstandenen Arbeiten sind dabei immer auch Ausdruck einer Suche nach Bildern unbekannter Zwischenräume, die an der Grenze zum Sichtbaren liegen. Der experimentelle und ergebnisoffene Ansatz der Künstlerin sorgt dafür, dass die entstehenden Werke oftmals die Anmutungen von Bildern aus den aktuellen Naturwissenschaften vermitteln. Jedoch wird die Verlässlichkeit naturwissenschaftlicher Erklärungsansätze in den künstlerisch entwickelten Bildern eher bezweifelt und vielmehr der Auffassung Raum gegeben, dass unsere Welt fragil und doch am ehesten aus dem Phantastischen heraus zu verstehen ist.

Die zur Ausstellung erscheinende Publikation „Der gesprengte Zwischenraum“, die im Rahmen des Jahresstipendiums entstanden ist, transportiert die thematischen Felder und künstlerische Arbeitsweise auf visuell und textlich vielschichtige Art und Weise. Das Buch mit Texten von Hans-Christian Dany und Catrin Lorch ist im Starship-Verlag erschienen und kostet 14 Euro.

Lily Wittenburg studierte von 2002–2008 an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg. Ihre Werke wurden in Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland gezeigt, wie etwa im Kunsthaus Hamburg, dem Kunstverein Hamburg und der KM Galerie, Berlin. Die Künstlerin erhielt 2012 das Arbeitsstipendium der Freien und Hansestadt Hamburg und war im Jahr 2013 Stipendiatin im Künstlerhaus Lauenburg.

Im Rahmen des Kunststipendiums in der Trittauer Wassermühle fördert die Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn seit 1992 bildende Künstlerinnen und Künstler aus Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern. Neben einem finanziellen Zuschuss zum Lebensunterhalt stellt die Stiftung den Stipendiaten eine Wohnung in der Trittauer Wassermühle sowie ein Atelier im benachbarten Atelierhaus zur Verfügung. Die Künstlerinnen und Künstler erhalten mit dem Stipendium einen besonderen Freiraum für die Entwicklung neuer Ideen und die Möglichkeit, sich ein Jahr lang umfassend auf ihre künstlerische Arbeit zu konzentrieren.

Die Ausstellung ist bis Sonntag, 26. April 2015, zu besichtigen. Die Galerie in der Wassermühle Trittau ist sonnabends und sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Am Sonnabend, 4. April 2015, treffen sich Lily Wittenburg und Ursula Panhans-Bühler zu einem Atelierhausgespräch.

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