Hauptversammlung Kreisfeuerwehrverband: Kameradschaftskasse und Frauenquote

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Stormarn (jeb). Das war das Hauptthema auf der Jahresversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes Stormarn: Nahezu alle Gastredner haben sich zu den Kameradschaftskassen der Feuerwehren geäußert. Denn geht es nach dem Willen der Landesregierung und des Landesfeuerwehrverbandes, sollen die Kameradschaftskassen künftig als gemeindliches Sondervermögen von den Gemeinden oder Städten geführt werden. 

Elsa Eggert wurde mit der Stormarner Feuerwehrehrenmedaille ausgezeichnet. Glindes Wehrführer Michael Weidemann (links) führte die rüstige Rentnerin zum Podium, ehe Kreiswehrführer Gerd Riemann ihr den Orden anheftete. Foto:J.Burmester

Elsa Eggert wurde mit der Stormarner Feuerwehrehrenmedaille ausgezeichnet. Glindes Wehrführer Michael Weidemann (links) führte die rüstige Rentnerin zum Podium, ehe Kreiswehrführer Gerd Riemann ihr den Orden anheftete.
Foto:J.Burmester

Der Vorsteher des Amtes Nordstormarn und Bürgermeister der Gemeinde Hamberge, Paul-Friedrich Beeck, machte deutlich, dass man sich vehement gegen die Pläne von Innenministerium und Landesfeuerwehrverband wehren müsse. „Allein im Amt Nordstormarn gibt es 28 Kameradschaftskassen. Die werden von demokratisch gewählten Kassenwarten geführt und von ebenso demokratisch gewählten Kassenprüfern geprüft. Das funktioniert hervorragend. Die Verwaltung hat besseres zu tun, als für die Feuerwehren sämtliche Buchungen durchzuführen.“ Sollten sich die Pläne aus Kiel durchsetzen, sei das ein trauriger Sieg über die Vernunft.

Schreitmüller: Anwaltskanzlei wurde beauftragt

Auch Thomas Schreitmüller, Vorsitzender der Kreisgruppe Stormarn des Schleswig-Holsteinischen Gemeindetages, sprach sich deutlich gegen eine Änderung in Sachen Kameradschaftskassen aus. „Wir haben eine renommierte Kieler Anwaltskanzlei beauftragt, in dieser Sache den Plan der Landesregierung zu prüfen und mögliche Alternativen auszuarbeiten und uns aufzuzeigen.“ Kreisbrandmeister Gerd Riemann könnte sich auch ein System zur Führung von Kameradschaftskassen nach Vorbild der Freien und Hansestadt Hamburg vorstellen.

Riemann ging in seinem Jahresbericht auf die personelle Situation der 88 Freiwilligen Feuerwehren und zwei Werkfeuerwehren ein. „Die Mitgliederzahl der Aktiven hält sich seit sieben Jahren konstant bei etwas mehr als 3.200. Dabei ist die Anzahl der weiblichen Mitglieder im vergangenen Jahr leicht angestiegen. Während bei den 717 Jungen und Mädchen in den Jugendfeuerwehren des Kreises der weibliche Anteil bei knapp 24 Prozent liegt, sind es bei den Erwachsenen 8,99 Prozent“, so Riemann. Dort gebe es noch Potential. Trotz dieser erfreulichen Zahlen gebe es auch in Stormarn mehrere Wehren, deren Mitgliederzahl unter der Mindestpersonalstärke von 27 Mitgliedern liege. „Da sich hier seit Jahren nichts ändert, ist eine Zusammenlegung von Feuerwehren oder die Auflösung zu befürchten“, mahnte Riemann.

Sönke Nehls (Tralau), Manfred Körting (Oststeinbek) und Holger Spitzkowski (Trittau) wurden aus ihren Ämtern im Kreisfeuerwehrverband verabschiedet. Foto:J.Burmester

Sönke Nehls (Tralau), Manfred Körting (Oststeinbek) und Holger Spitzkowski (Trittau) wurden aus ihren Ämtern im Kreisfeuerwehrverband verabschiedet.
Foto:J.Burmester

Feuerwehr-Flugdienst

Eine wenig bekannte Einheit ist der Feuerwehr-Flugdienst, der gemeinsam mit dem Feuerwehrverband Segeberg betrieben wird. 33 Flüge mit einer durchschnittlichen Dauer von 35 Minuten wurden in 2014 absolviert. Die Maschinen starten von Neumünster, Hartenholm, Uetersen oder Hamburg-Fuhlsbüttel zu ihren Überwachungsflügen. Interessierte Feuerwehrleute werden beim Flugdienst immer gesucht. Meldungen bitte an Gunter.Bostel@kfv-stormarn.de.

Landrat Klaus Plöger hielt eine launige Ansprache, die stattliche elf Minuten währte. Und Plöger machte keinen Hehl daraus, dass mal wieder eine Autobahn lange nach einem Unfall gesperrt war. Zu lange, wie der Landrat meinte. Allerdings habe er das mit Polizeidirektor Holger Meincke, dem stellvertretenden Behördenleiter der Polizeidirektion Ratzeburg, geklärt.

Plöger freute sich, dass die Ausrüstung der Wehren wie auch der Ausbildungsstand der Mitglieder auf einem sehr hohen Niveau seien. Bei der Frauenquote könne man noch etwas bewegen, die sei mit knapp neun Prozent noch längst nicht ausgereizt. Stolz sei er auf die erneut gestiegene Anzahl der Jugendlichen, die in den Jugendfeuerwehren organisiert seien.

Mit einer langen Reihe an Ehrungen, Beförderungen und Auszeichnungen endete die Versammlung nach genau zweieinhalb Stunden. Zum Abschluss sangen die Anwesenden gemeinsam das Schleswig-Holstein Lied, begleitet vom Feuerwehrmusikzug Hammoor.

Helmut Trau (Tangstedt), Christian Frank und Waldemar Hinsch (beide Wilstedt) wurden mit dem Schleswig-Holsteinischen Feuerwehrehrenkreuz in Silber ausgezeichnet. Michael Henning aus Wulksfelde erhielt die Stormarner Feuerwehrehrenmedaille (von links). Foto:J.Burmester

Helmut Trau (Tangstedt), Christian Frank und Waldemar Hinsch (beide Wilstedt) wurden mit dem Schleswig-Holsteinischen Feuerwehrehrenkreuz in Silber ausgezeichnet. Michael Henning aus Wulksfelde erhielt die Stormarner Feuerwehrehrenmedaille (von links).
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