„Nee, sünd wi glücklich“ mit der Niederdeutsche Bühne: Zwei Jubiläen und ein Uraufführung

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Ahrensburg (ve/pm). Mit dem Stück „Nee, sünd wi glücklich“ feiert die Niederdeutsche Bühne Ahrensburg (NBA) Ende April gleich zwei Jubiläen. Holger Meincke steht seit 40 Jahren auf der Bühne, Hanspeter Isenberg wird für 25 Jahre Engagement geehrt. Und hat sich auch selber ein Geschenk gemacht: Die Inszenierung von „Nee, sünd wi glücklich“ erfolgt als Uraufführung in seiner Übersetzung.

Hanspeter Isenberg und Holger Meincke (von links) werden am 25. April von Niederdeutschen Bühnenbund Schleswig-Holstein geehrt. Foto:Niederdeutsche Bühne Ahrensburg

Hanspeter Isenberg und Holger Meincke (von links) werden am 25. April von Niederdeutschen Bühnenbund Schleswig-Holstein geehrt.
Foto:Niederdeutsche Bühne Ahrensburg

Holger Meincke ist in diesem Stück in der Hauptrolle Victor Sanden zu sehen, einem Filmschauspieler der beliebten Fernsehserie „Das glückliche Paar“. Angefangen hat Holger Meincke, der im wirklichen Leben stellvertretender Polizeidirektor für Stormarn und Herzogtum Lauenburg ist, mit 16 Jahren als Hilfskraft beim Auf-/Abbau der Bühnenbilder. Zusammen mit Christian Lüthje half der junge Mann dem im Dezember 2014 verstorbenen Bühnenbilder Bruno Hotz beim Bühnenbildbau.

Drei Generationen sind bei der Niederdeutschen Bühne dabei

Der Gründer der Niederdeutsche Bühne, Heinz Beusen, war es dann, der ihn überredet und in seinem Wunsch, auch mal auf der Bühne zu stehen, bestärkt hat. In seiner ersten Rolle war Meincke ein Maler-Lehrling in dem Stück „Petroleum in Poppenbüttel“ (Spielzeit 1976/77).

Meinckes Mutter Elfriede Meincke, ebenfalls langjähriges und immer noch aktives Mitglied der NBA, erinnert sich daran, dass ihr Sohn einmal einen Farbigen gespielt hatte, der ständig Fliegen gefangen und sie anschließend gegessen hat. Abends musste sie das Bett neu beziehen, weil die Schminke gar nicht mehr richtig abzuwaschen ging, schildert sie.

Mehr als 35 weitere Stücke folgten, in denen Holger Meincke sein schauspielerisches Talent unter Beweis gestellt hat und häufig die Rollen des „jugendlichen Liebhabers“ übernahm. Sein 25-jähriges Jubiläum feierte er mit dem Stück „Pension Sünnenschien“. Später folgten Charakterrollen, wie der Pfeiffer in dem Klassiker „Die Feuerzangenbowle“, die ihm besonders viel Spaß gemacht haben. Inzwischen ist auch sein Sohn Ulrich Meincke Mitglied des Ahrensburger Ensembles – Familiengeschichte im Theater sozusagen.

Zwischen Bühne, Regie und Dramaturgie

Hanspeter Isenberg ist bereits seit 25 Jahren Mitglied der NBA und hat seitdem in 27 Stücken das Bühnenbild entworfen und in 16 Stücken mitgespielt. In seiner ersten Rolle bei „Twee Engels“ in der Spielzeit 1989/90 musste er einen hypernervösen Psychiater (Dr. Schäfer) spielen. Bühnenleiterin Nina Eggers: „Das ist für einen „Debütanten“ natürlich großartig, weil der Schauspieler seine Nervosität nicht bezwingen muss, sondern auch nach außen darstellen kann – und jeder hat geglaubt, sie gehöre zur Rolle.“

Das Ensemble vor und hinter der Bühne von "Nee - sünd wi glücklich".

Das Ensemble vor und hinter der Bühne von „Nee – sünd wi glücklich“.

Gleich die zweite Rolle des Schreibers Glasenapp im „Biberpelz“ führte ihn zu einem Auslandsgastspiel nach Viljandi / Estland, Ahrensburgs Partnerstadt. Isenbergs absolute Lieblingsrolle war der Bömmel im „Flederbeerpunsch“ (2000/01). Die intensivsten Rollen waren der Knecht Hinnerk in John Steinbecks Klassiker „Vun Müüs un Minschen“ (1998/99) sowie einer der Holzschnitzer in der Tragödie „Hans Brüggemann“ von Hans Ehrke (2002/03). Bis heute spielt er immer noch mal wieder den Sketch „Bookbinner Wanninger“ aus den Valentinaden.

Im Jahr 2008 übersetzte Hanspeter Isenberg erstmals ein hochdeutsches Stück ins Plattdeutsche („Droom-Rullen“) und verlagerte gleichzeitig seinen Schwerpunkt von der Darstellung auf die Inszenierung. Das aktuelle Stück – „Nee, sünd wi glücklich“ – ist seine fünfte Regiearbeit. Auch im Vorstand hat Hanspeter Isenberg sich lange Zeit engagiert. Von 1996 bis 2011 war er als Schatzmeister und in der Spielzeit 2011/2012 als Geschäftsführer tätig.

Im Vorstand engagiert

Für das 75-jährige Jubiläum der Niederdeutschen Bühne Ahrensburg hat Hanspeter Isenberg in aufwendiger Detailarbeit die Jubiläumsbroschüre und die Ausstellung im Rathaus erstellt. Dabei hat ihm seine Ehefrau Sabine Stoff-Isenberg hilfreich zur Seite gestanden. „Und obwohl sie kein Mitglied der NBA ist, gilt auch ihr an dieser Stelle unser Dank für ihr Engagement für die Bühne, unter anderem auch für ihre langjährige Tätigkeit als Pressesprecherin“, betont Nina Eggers.

Berichte auf ahrensburg24.de zur Niederdeutschen Bühne

Für sein 25-jähriges Bühnenjubiläum hatte sich Hanspeter Isenberg überlegt, ein weiteres hochdeutsches Stück in plattdeutsch zu übersetzen und anschließend zu inszenieren. Der Stückvorschlag von Nina Eggers gefiel ihm gut und so bat er beim Verlag um die Übersetzungsrechte der Komödie „Das glückliche Paar oder die Folgen einer Serie“ von Curth Flatow. Daraus wurde dann in mühseliger Übersetzungsarbeit die plattdeutsche Fassung „Nee, sünd wi glücklich“, bei der Isenberg auch die Regie übernommen hat.

Ehrung im Anschluss an die Vorstellung am 24. April

Die niederdeutsche Erstaufführung des Stückes findet am Donnerstag, 23. April 2015, statt. Weitere Vorstellungen sind am Freitag, 24. April 2015, sowie 8. Mai 2015 jeweils um 20 Uhr im Alfred-Rust-Saal (SLG), Wulfsdorfer Weg 71, Ahrensburg statt. Karten gibt es zum Preis von sieben bis zwölf Euro an der Abendkasse. Die Ehrung der beiden Jubilare wird am 24. April 2015 im Anschluss an die Vorstellung vom Niederdeutschen Bühnenbund Schleswig-Holstein vorgenommen.

 

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