Behandlungsfehler: Kompetenzcenter Medizin der AOK Nordwest nimmt sich der Fälle an

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Ahrensburg (ve). Die AOK Nordwest kümmert sich um Patienten, die einen Behandlungsfehler bei sich vermuten. Und zwar ausführlich und umfassend. So sieht es das Verbrauchermagazin Öko-Test, das der Krankenkasse jetzt die Bestnote dafür gegeben hat. Die Krankenkasse selber hat in einer Umfrage die Bedürfnisse bei ihren Kunden erfragt und stellt diese jetzt der vor. Sie sieht sich mit den Ergebnissen ebenfalls in ihrer Arbeit bestätigt.

Ein 1. Rang für die AOK Nordwest von dem Magazin Öko-Test für den Umgang mit Behandlungsfehlern: Regionalleiter Gunar Schlage (rechts) und Niederlassungsleiter Jens Bojens erläutern die Arbeit der Abteilung.

Ein 1. Rang für die AOK Nordwest von dem Magazin Öko-Test für den Umgang mit Behandlungsfehlern: Regionalleiter Gunar Schlage (rechts) und Niederlassungsleiter Jens Bojens erläutern die Arbeit der Abteilung.

Die AOK Nordwest sei bundesweit – und übrigens auch innerhalb des eigenen Konzernverbundes – die einzige Krankenkasse, die derart umfassend in die Bearbeitung von Behandlungsfehlern investiert, attestiert das Verbraucher-Magazin. Das Magazin urteilt in seiner Ausgabe 10/2014, dass im Gegensatz zu den Mitbewerbern, „die nach Ansicht der Tester gerade einmal ihre gesetzliche Pflicht erfüllen“, die AOK Nordwest „hier deutlich über das allgemeine Patientenrecht hinausgeht.“

AOK Kompetenzcenter Medizin

Die Krankenkasse tut dies, haben jetzt Regionalleiter Gunar Schlage und Ahrensburgs Niederlassungsleiter Jens Bojens erläutert, in dem sie eine eigene Abteilung finanziert, das AOK Kompetenzcenter Medizin. Insgesamt zehn Vollzeit- und Teilzeitmitarbeiter kümmern sich in dieser Abteilung ausschließlich um die Bearbeitung von Kunden, die einen Behandlungsfehler vermuten. Geleitet wird die Abteilung von Dr. med. Holger Thomsen, einem Mediziner und Juristen.

Und so geht das Verfahren: Patienten, die einen Behandlungsfehler vermuten, wenden sich an das Kompetenzcenter. Dort wird die Behandlung nachvollzogen und von Medizinern überprüft, ob es sich tatsächlich um einen Behandlungsfehler handelt. Bei 80 Prozent der Meldungen wird bereits bei diesem Vorgang festgestellt, dass es kein Behandlungsfehler war. Das geschieht teilweise mit oder bei offensichtlichen Fällen auch ohne Gutachten.

Behandlungsfehler in der Chirurgie, der Orthopädie und der Gynäkologie

Die restlichen 20 Prozent, das sind seit Bestehen des Centers 760 Fälle, werden mittels Gutachten, die das Kompetenzcenter bei unabhängigen Gutachtern ihres Netzwerkes in Auftrag gibt, Behandlungsfehler nachgewiesen. Von den 760 festgestellten Behandlungsfehlern kommt die größte Gruppe (über 50 Prozent) aus dem chirurgischen Bereich, die nächst größere Gruppe sind orthopädische Fälle, gefolgt von Fällen aus dem Bereich Gynäkologie.

15,3 Millionen Euro sind an die Kasse zurück geflossen

Mit dem behandelnden Arzt oder der Klinik wird dann das Gespräch gesucht. Zur Hälfte werden diese Fälle außergerichtlich geklärt und enden zum Beispiel in einem Vergleich, die andere Hälfte der Fälle geht vor Gericht. Am Ende steht ein Ausgleich der Kosten, die die Krankenkasse für die Behandlung getragen hat, zum Beispiel durch die Haftpflichtversicherung des Arztes oder der Klinik. 15,3 Millionen Euro sind seit Gründung des Centers vor 15 Jahren so an die Krankenkasse zurück geflossen.

Das bedeutet das Verfahren für die Patienten

Mit dem Ausgang dieses Verfahrens hat der Patient nun die Chance, zivilrechtlich auf Schadensersatz oder Schmerzensgeld zu klagen. Dass der Behandlungsfehler im Verfahren der Krankenkasse nachgewiesen worden ist, erhöhe seine Chancen, so Schlage und Bojens.

Mit diesem Verfahren komme die Krankenkasse nicht nur ihrer gesetzlich vorgeschriebenen Pflicht nach, sondern auch dem Wunsch ihrer Kundinnen und Kunden. Das hat eine Untersuchung ergeben, die die AOK bei der Insa-Consulere GmbH in Auftrag gegeben hat. „77 Prozent der 1.000 Befragten in unserer Untersuchung erwarten von ihrer Krankenkasse eine Unterstützung bei vermuteten ärztlichen Behandlungsfehlern“, so Jens Bojens. Und 88 Prozent davon wiederum halten es für eine „sehr gute Idee“, wenn ihre Krankenkasse im Falle eines Behandlungsfehlers einen Prozess gegen die Ärzte beziehungsweise die Klinik führt.

„Die Bearbeitung dieser Fälle ist bei uns Chefsache“, betont Jens Bojens. Er selber oder einer der Teamleiter kümmere sich um die betroffenen Patienten. Und noch eines habe die Krankenkasse dabei im Blick, Gunar Schlage: „Unsere Vertragspartner müssen vor unberechtigten Vorwürfen geschützt werden.“

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