Kommentar Lokschuppen: Konstruktiver Beschluss? Leider die Chance vertan

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Das war wieder großes Theater gestern Abend. Die Debatte in der Stadtverordnetenversammlung. Als ginge es um die Zukunft der Stadt. Ging es aber gar nicht, es ging um ein paar Monate freies Parken auf der Alten Reitbahn. Doch das Monopoly der Stadtverordnetenversammlung weist lieber in Richtung Gefängnis.

Tobias Koch hat Recht. Das Konzept zum Ausgleich der Parkplätze Alter Lokschuppen hätte längst erarbeitet werden müssen. Vor Monaten schon. Die Öffentlichkeit hätte ausführlicher informiert werden müssen, es wurden viel zu spät Schilder aufgehängt. Die Schwierigkeit bei den Verhandlungen mit den Eigentümern von Gewerbegrundstücken hätte anders kommuniziert werden können – auch in der Öffentlichkeit. Und die freien Parkplätze auf der Alten Reitbahn wären nichts anderes als ein Tropfen auf den heißen Stein.

Aber er hat nicht ganz recht – die Gebührenfreiheit wäre ein Signal an die Bürgerinnen und Bürger „Wir können auch anders“. Sie wäre – gerade in Zeiten des Wahlkampfes – ein Signal gewesen, dass alle Parteien die Not am Bahnhof verstanden haben. So, wie sie es zu Beginn der Debatte auch eigentlich getan haben. Oder beim Beschluss zu den neuen Fahrradstellplätzen quasi im Vorbeigehen.

Haben Sie aber nicht. Statt dessen kommt von WAB der pädagogische Zeigefinger Richtung Autofahrer – wie, bitte schön, kann die WAB beurteilen, wie weit und zu welcher Zeit ein Pendler am besten mit welchem Verkehrsmittel zum Bahnhof kommt? Nicht immer steckt hinter einer Entscheidung für das Auto ignorante Faulheit.

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Und es kommt der CDU-Zeigefinger Richtung Bürgermeister. Hochgepuscht durch den Wahlkampf-Vorwurf der SPD. Ein fast trotziges „Dann wollen wir nicht“ von der CDU. Der dann von der SPD Egoismus vorgeworfen wird.

Wie wäre es denn mal mit Austausch von Argumenten statt Austausch von Vorwürfen? Nennt man „Debatte“ nicht „Austausch von Argumenten“? Keiner (!) der Stadtverordneten hat in der verfahrenen Situation der Ablehnung die Debatte auf Inhalte zurück geführt. Die Emotionen ausgestellt und die Ratio eingestellt. Und so blieb es auch offen, ob alle auf die Sacheben überhaupt hätten zurückfinden können oder wollen.

Damit ist die Alte Reitbahn mal eben gegen die Wand gefahren. Mit ihr einer der wenigen Versuche, die Situation am Bahnhof zu entspannen. Was kann noch kommen? Gewerbgrundstücke funktioniert auch nicht als Parkplätze. Bleibt also der Anspruch von Politik und Verwaltung, die Bürger mögen sich doch bitte selber kümmern. Zum Beispiel mit dem Fahrrad oder dem Bus fahren.

‚Klar‘ – werden die Bürger sagen – wir müssen ja Lösungen finden, wir haben keine Wahl. Aber die Stadtverordneten, die hatten gestern die Wahl. Zwischen konstruktiv und destruktiv.

Monika Veeh, Herausgeberin ahrensburg24.de

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