Fehmarnbelt-Tunnel: Im Dialog mit den Dänen

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Lübeck (je/pm). Die größte Baustelle Nordeuropas auf der dänischen Nachbarinsel Lolland war das Ziel von
zwei Arbeitsbesuchen von Unternehmern und Politikern aus Schleswig-Holstein. Das gemeinsam von der Stadt Fehmarn, dem Kreis Ostholstein und der Industrie und Handelskammer zu Lübeck getragene Regionalmanagement „Regionale Zusammenarbeit an der Entwicklungsachse A1“ hatte die Veranstaltungen organisiert. Beide Delegationen informierten sich über die bereits begonnenen und die zukünftigen Arbeiten für den Fehmarnbelt-Tunnel.

Bauprojekt Fehmarnbelt-Tunnel. Foto: stoneman01, pixelio.de

Bauprojekt Fehmarnbelt-Tunnel. Foto: stoneman01, pixelio.de

Zudem nutzten sie die Möglichkeit, den Dialog mit Vertretern regionaler Netzwerke zu führen. Die Teilnehmer der von Regionalmanagerin Dr. Johanna Heitmann (Stadt Fehmarn) und ihrem Kollegen Eric Holste (Industrie und Handelskammer zu Lübeck) begleiteten Touren waren zufrieden. Brigitte Brill (SPD), Bürgervorsteherin der Stadt Fehmarn, sagte: „Wir waren beeindruckt, in welchem Umfang bereits gebaut wird und welche Summen in die vorgezogenen Arbeiten investiert wurden.“ Gerald Rackebrandt, STERAC Transport & Logistik, äußerte: „Wer gesehen hat, wie dort schon gearbeitet wird, glaubt nicht mehr daran, dass der Tunnel eventuell nicht mehr realisiert wird – der Tunnel kommt.“ Mirko Bruhn, Akustik Planung Nord, ist der Auffassung: „Je länger wir selber warten, desto länger verspielen wir unsere eigenen Chancen aus dem Tunnelprojekt.“

Projekt nimmt Form an

Vertreter der dänischen Kommunal- und Regionsverwaltung gaben Politikern aus Deutschland Einblicke in lokale und regionale Entwicklungsperspektiven. Demnach werden die Kommunen Lolland und Guldborgsund insgesamt rund 130 Hektar zusätzliche Gewerbeflächen ausweisen, um auf das erwartete Wachstum und die Unternehmensansiedlungen im Zuge des Tunnelprojekts vorbereitet zu sein. Der Bürgermeister der Kommune Lolland, Holger Schou Rasmussen, macht sich bereits konkrete Gedanken über die Zeit nach der Bauphase des Tunnels, denn durch die neu gewonnene Landfläche von rund 300 Hektar und eine mögliche Nachnutzung des Bauhafens ergeben sich weitere große Chancen auf der dänischen Seite.

Gute Nachrichten gab es auch für die Unternehmer. Sie erfuhren, dass das größte Infrastrukturvorhaben in Nordeuropa allein im östlichen Teil Dänemarks ein Investitionsvolumen in Höhe von 27 Milliarden Euro bis 2025 zur Folge habe. Die dänischen Gesprächspartner wiesen wiederholt darauf hin, dass die Kapazitäten des Arbeitsmarktes im Königreich für diese Vorhaben zu gering seien. Daher knüpften deutsche und dänische Unternehmer Kontakte, die sie in den kommenden Monaten intensivieren wollen. „Es war interessant, aus erster Hand zu erfahren, dass die dänischen Unternehmen und Netzwerke Interesse an der Kooperation mit deutschen Firmen haben“, betonte der Unternehmer Holger Micheel-Sprenger von der Insel Fehmarn.

Einen weiteren Schwerpunkt bildete die Präsentation der Entwicklungspläne für den dänischen Ferienpark Lalandia. Schon jetzt zählt der Aquapark mit 520.000 Übernachtungen pro Jahr zu den größten Beherbergungsbetrieben Skandinaviens. Das Lalandia sieht in der zwei Kilometer entfernten Tunnelbaustelle keine Gefahr für den Tourismus in der Region. Die Einrichtung möchte vielmehr von der Entwicklung profitieren und erweitert daher ihr Übernachtungsangebot um einen Camp-Anteil für unterschiedliche Arbeitskräfte der kommenden Großbaustelle. Ausdrücklich verneinte Business Development Manager Benny Damgaard die Frage nach einer möglichen Kompensation bei negativen Auswirkungen der Bauarbeiten auf den Betrieb. Diese stelle sich aufgrund der erwarteten positiven Effekte nicht.

Quelle: IHK zu Lübeck

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