Elf Streifenwagen im Einsatz bei Verfolgungsfahrt: Betrunkener Autofahrer floh vor der Polizei

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Stormarn/Hamburg (ve/pm). Ein betrunkener Autofahrer lieferte sich am späten Donnerstagabend eine Verfolgungsfahrt mit der Polizei und gefährdete noch weitere Verkehrsteilnehmer. Der Fahrer verletzte dabei schließlich einen Polizeibeamten. Insgesamt waren elf Streifenwagen im Einsatz bei einer gefährlichen Jagd durch Südstormarn bis nach Hamburg-Rahlstedt.

Begonnen hatte alles auf der Autobahn: Zeugen riefen gegen 23.30 Uhr bei der Polizei an, weil der Fahrer eines VW Passats auf der A 24 beim Überholen im Baustellenbereich die Mittelschutzplanke touchiert hatte. Der Fahrer hielt aber nicht an, sondern fuhr in „Schlangenlinien“ weiter.

Er wechselte in Schwarzenbek auf die Bundesstraße 404. Auf dem Parkplatz „Karnap“ an der B 404 entdeckte ihn ein paar Minuten später eine Streifewagenbesatzung der Großhansdorfer Polizei. Der Fahrer des Passats, ein 22-jähriger Mann aus Zarrentin in Mecklenburg-Vorpommern, saß allein in dem Wagen und stand mit laufendem Motor am Beginn des Parkplatzes. Die Beamten wollten den jungen Mann kontrollieren und seine Weiterfahrt unterbinden.

Polizeibeamter wurde mitgerissen

Als einer der Beamten den Fahrer ansprechen wollte und dazu die Beifahrertür öffnete, legte der 22-Jährige den Rückwärtsgang ein und schleifte ihn ein paar Meter mit. Der Polizist wurde dabei leicht verletzt. Er ist bereits wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden. Der Beamte ist jedoch nicht dienstfähig.

Als Geisterfahrer auf die B 404

Der junge Mann wendete und fuhr entgegengesetzt auf die B 404 in Fahrtrichtung Berlin wieder auf. Er gab Vollgas und gefährdete noch zwei weitere Autofahrer, die gerade auf den Parkplatz fahren wollten. Der Mann fuhr mit hoher Geschwindigkeit in Richtung Braak weiter. In der Straße An der Chaussee fuhr er bei Rotlicht über die Kreuzung, ohne auf den Querverkehr zu achten. Er fuhr weiter nach Stapelfeld, wo ihm in der Hauptstraße ein Autofahrer ausweichen musste, um einem Zusammenstoß zu entgehen.

Durch Findling gestoppt / Flucht zu Fuß

Inzwischen waren elf Streifenwagenbesatzungen an der Verfolgung beteiligt. Der Raser rammte einen Streifenwagen seitlich, der ihn Anhalten bringen wollte. Er fuhr weiter nach Hamburg-Rahlstedt hinein. In der Straße Großlohering bog er in ein Wohngebiet ein. Dort prallte er wieder mit Absicht gegen den Streifenwagen. In der Sackgasse Sorenstieg kam er nicht mehr weiter. Noch einmal stieß er gegen den Streifenwagen. Durch die Wucht des Aufpralls wurde sein VW Passat auf einen etwa ein Meter mal ein Meter großen Findling geschoben.

Nun öffnete der 22-Jährige die Fahrertür und wollte zu Fuß fliehen. Doch gelang es den Beamten den jungen Mann zu ergreifen. Er leistete Widerstand und versuchte wegzulaufen. Er hatte leichte Gesichtsverletzungen und Nasenbluten davongetragen. Eine ärztliche Versorgung lehnte er ab. Ein freiwilliger Atemalkoholtest ergab bei ihm einen Wert von 2,22 Promille. Die Beamten ordneten eine Blutentnahme an. Er ist nicht in dem Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis. Der Streifenwagen und der VW Passat waren nicht mehr fahrbereit und mussten abgeschleppt werden. Der Sachschaden wird auf mindestens 15.000 Euro geschätzt.

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