Streik in den Kitas: Forderung ist „eine Frechheit“

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Lesermeinung zum Streik in den Kindertagesstätten „Kita-Streik in der Region: Die Eltern ächzen unter der Last“, Verfasser ist der Redaktion bekannt

Wir haben für diesen Streik, in dem Maße wie er ausgeartet ist, keinerlei Verständnis. Gerade in Großhansdorf, wo viele Zugezogene aus anderen Bundesländern wohnen, die nicht die Möglichkeit haben, ihre Kinder mal eben bei den Großeltern unterzubringen, stellt der Streik eine ungeheure Belastung dar. Ganz davon abgesehen, dass die Kinder es gar nicht verstehen, dass sie nicht in den Kindergarten dürfen.

Seien wir doch mal ehrlich, als Anfangsgehalt 2.770 Euro ist ein guter und angemessener Lohn für eine Erzieherin. Zumal mit den Berufsjahren die Erzieher automatisch in höhere Gehaltsklassen eingestuft werden und im Durchschnitt 3.500 Euro verdienen.

Das Wort „Wertschätzung“ im Zusammenhang mit dem Streik kann ich nicht mehr hören. Da platzt mir der Kragen. Wenn ich einen Beruf ergreife, weiß ich vorher um meine Verdienstmöglichkeiten, das muss sich jeder bewusst sein, von der Putzfrau bis zum Polizisten und auch Erzieher. Da kann ich nicht frecherweise zehn Prozent Erhöhung fordern. Frechheit.

Sind sich die Streikenden eigentlich bewusst, wie weitaus verantwortungsvollere Berufe für Leib und Leben vergütet werden, zum Beispiel Krankenschwester, Berufsfeuerwehr, Polizei, etcetera? Wenn dann das Argument der Erzieher kommt – „Wir betreuen eure Kinder, das müsste den Eltern das Wert sein“ – stößt es bei vielen Eltern auf Unverständnis. Ich erwarte das natürlich, weil ich meine Kinder in professionelle Hände gebe.

Es kann aber nicht sein, dass hier ein Argument als Druckmittel von Seiten der Erzieher gegen uns Eltern angewandt wird. Wenn mein Haus brennt, erwarte ich auch, dass die Feuerwehr löscht und frage nicht „Na, verdienst du hier auch genug?“

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1 Kommentar

  1. Ahrensburger on

    100% Zustimmung! Endlich mal jemand, der klar Tacheles redet. Sonst wird ja immer nur „Verständnis“ von der Presse bzw. den von der Presse zitierten Streik-Betroffenen (=Opfern) vorgeheuchelt. Nach dem Motto ‚Alles nicht so schlimm, was der Streik bei uns bedeutet‘. Ganz im Gegenteil! Ich kenne nun Fälle, da haben Leute massive Verdienstausfälle wegen erzwungener Minusstunden und jemand hat seinen Job verloren. Dank Ver.di, den Verein sollte man verbieten und die GDL gleich mit!

    Es wird Zeit, dass die Leistungsträger, die diesen Apparat füttern, aufstehen und auf den Tisch hauen – also wir arbeitenden Eltern!

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