Streik in den Kitas: Verhandlungspartner, setzt euch an einen Tisch!

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Stellungnahme der Landeselternvertretung Schleswig-Holstein zum unbefristeten Streik der Erziehernnen und Erzieher im öffentlichen Dienst, Ergänzung zu „Kita-Streik in der Region: Die Eltern ächzen unter der Last“

„Mama, was habe ich falsch gemacht? Warum darf ich nicht mehr in die Kita?“

Der seit über drei Wochen andauernde Streik in Kindertagesstätten verunsichert die betroffenen Kinder und setzt deren Eltern unter immer größeren Druck. Viele Eltern können nachts nicht mehr schlafen aus Sorge um die Betreuung ihrer Kinder und aus Angst um ihre berufliche Zukunft. Den Kindern fehlen ihre Freunde und Erzieherinnen. Viele leiden darunter, von einer Betreuungsperson zur anderen verfrachtet zu werden, damit Mama und Papa den beruflichen Anforderungen gerecht werden können.

Dieser Tarifkonflikt wird ausschließlich auf dem Rücken der Familien ausgetragen, insbesondere auf dem der Kinder.

Wir fordern eine sofortige Beendigung des Streiks!

Wir erwarten von beiden Verhandlungspartnern sich gemeinsam an einen Tisch zu setzen und tragfähige Lösungen – für beide Seiten – zu erarbeiten.

Von den Gewerkschaften erwarten wir ein neues Konzept für die Organisation des Arbeitskampfes. Als Eltern tragen wir die Forderung nach einer längst überfälligen Aufwertung des ErzieherInnenberufes mit. Auch wir wünschen uns, dass die ErzieherInnen für ihre anspruchsvolle Arbeit die Anerkennung bekommen, die sie verdienen. Seit vielen Jahren setzen wir uns für eine Verbesserung der Rahmenbedingungen ein und werden diese Bestrebungen auch nach dem KiTa-Streik weiter fortsetzen. Unter dem aktuellen Streik leiden jedoch allein die Kinder und deren Eltern – nicht die kommunalen Arbeitgeber, an welche sich dieser Streik richtet.

Von der Arbeitgeberseite erwarten wir die uneingeschränkte Einsatzbereitschaft für die Herbeiführung einer Lösung des Problems. Lasst nicht die Kinder für die Konfliktparteien den Kopf hinhalten.

Wir fordern die Erstattung der entrichteten Elternbeiträge der bestreikten KiTas. Es ist ungerecht, dass die Eltern den Schaden tragen während die Kommunen vom Streik finanziell profitieren.

Verhandlungspartner, setzt euch an einen Tisch! Denn unsere Kinder fragen:

„Mama, warum werde ich bestraft, auch wenn ich keine Schuld habe? Ihr Großen sagt doch immer: bei Streit muss man reden! Warum tut ihr das dann nicht?“

Judith Wiederhold
Vorsitzende der Landeselternvertretung der KiTas Schleswig-Holstein

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