Ausstellung der Sommerwerkstatt im Marstall: Gereimtes und Ungereimtes entdecken

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Ahrensburg (ve). Der Sommer – ist Zeit für die Sommerwerkstatt. Jedes Jahr im Sommer treffen sich Künstlerinnen und Künstler im Marstall, geben sich ein Thema und beginnen zu arbeiten. Konzentrierte Ruhe herrscht eine Woche lang in der Reithalle, bevor dann alles in einer Ausstellung am Wochenende der Öffentlichkeit gezeigt wird.

Sommerwerkstatt im Marstall mitten im Arbeitsprozess: Künstlerinnen arbeiten eine Woche lang in der Reithalle des Marstalls. Am Wochenende stellen sie die Ergebnisse ihrer Arbeit aus.

Sommerwerkstatt im Marstall mitten im Arbeitsprozess: Künstlerinnen arbeiten eine Woche lang in der Reithalle des Marstalls. Am Wochenende stellen sie die Ergebnisse ihrer Arbeit aus.

Diese Ausstellung ist am Sonnabend und Sonntag, 20. und 21. Juni 2015, im Marstall zu erleben. In der Zeit von 11 bis 17 Uhr sind die Türen für Neugierige und die Ohren der Künstlerinnen geöffnet für Fragen.

Derzeit allerdings herrscht konzentrierte Ruhe in der Reithalle. 16 Künstlerinnen arbeiten mit ganz unterschiedlichen Gattungen. So gibt es Keramik, Objektkunst und Installationen, Plastiken, Malerei, Schmuck oder digitale Bildbearbeitung. Verschiedene Gattungen – aber ein Thema. „Gereimtes und Ungereimtes“ heißt es. „Das ist wohl mehr als Sprache?“ fragt ahrensburg24.de die Künstlerinnen. „Ja“, kommt es zurück, „das beinhaltet ja auch alle Themen, auf die wir uns keinen Reim machen können, die wir nicht verstehen.“

„Gereimtes und Ungereimtes“: „Einen Reim darauf machen“

Oder anders herum, Marianne Schäfer zum Beispiel stellt großformatige Tonköpfe in verschiedenen Farben her, weiß, oker, schwarz. Eine große Ellipse dient als Grundform, der abstrahierte Kopf bleibt in ihr sehr schmal. Erst dann macht sich Marianne Schäfer einen Reim darauf: „Ich werde dazu noch ein Gedicht schreiben, jede Nacht denke ich daran – aber fertig ist es noch nicht.“

Sommerwerkstatt im Marstall mitten im Arbeitsprozess: "Die Gedanken sind frei" ist die Idee hinter diesem Bild von Maja Laban.

Sommerwerkstatt im Marstall mitten im Arbeitsprozess: „Die Gedanken sind frei“ ist die Idee hinter diesem Bild von Maja Laban.

Maja Laban hat sich an ein Gedicht erinnert, „Die Gedanken sind frei“. Frei, um sich einen Reim auf alles Mögliche zu machen – und dazu eine Bildersprache zu finden. So hat sie sich von diesem Gedicht zu einen Bild inspirieren lassen.

Gedanken sind im Kopf – und immer verschieden. „Jeder Mensch ist einzigartig, das möchte ich mit meinen kleinen Porträts zeigen“, erklärt Erika Kokott ihre Kleinformate, die an einem Paravant hängen. Zu den Bildern der Gesichter gesellt sich jeweils ein Buchstabe – und der geneigte Betrachter möge herausfinden, welcher Spruch sich daraus ergibt.

Ein Blick auf die Welt der Bienen

Ungereimtes in der Welt – das ist für Metta Braake die Lebenswirklichkeit der Bienen. „Den Tieren geht es wirklich schlecht“, sagt sie und macht sie deshalb zum Inhalt verschiedener Kunstobjekte. Eine Installation mit Wattestäbchen führt zum Beispiel vor Augen, was passiert, wenn die Bienen aussterben: Dann müssen wir Menschen mit den Stäbchen von Blüte zu Blüte wandern und sei befruchten, wie es im asiatischen Raum bereits geschieht. Braake gestaltet daraus eine „Bestäuberbar“.

So unterschiedlich die Künsterlinnen, so unterschiedlich ist auch der Reim, den sie sich auf dieses Thema machen. Zu erleben am Wochenende im Marstall. Und übrigens jedes Jahr erneut, denn diese Sommerwerkstatt, die den Künstlerinnen für ein Woche die Atmosphäre eines Gemeinschafts-Ateliers bietet, finden regelmäßig statt. Jeweils im Januar wird entschieden, wer dabei ist, und es wird ein Thema festgelegt. Wer Interesse hat, kann sich unter info@schmuck-werkstall.de an Metta Braake oder unter e.kokott@gmx.de an Erika Kokott wenden.

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