Hurricane 2015: Norddeutschlands größtes Festival aus Ahrensburger Sicht

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Scheeßel (gwo). Stellen Sie sich einmal alle Anwohner Ahrensburgs auf einem Sportplatz vor – und dann noch einmal dieselbe Anzahl dazu! Dann etwa ahnen Sie das Hurricane-Feeling. Ungefähr 65.000 Menschen haben am vergangen Wochenende von Donnerstag bis zum Sonntag im niedersächsischen Scheeßel das Hurricane Festival gefeiert. Mit dabei: Michel Genwo von ahrensburg24.de. Ein Erlebnisbericht.

Hurricane Festival in Scheeßel 2015: ahrensburg24.de war dabei. Foto:M.Genwo

Hurricane Festival in Scheeßel 2015: ahrensburg24.de war dabei.
Foto:M.Genwo

Die Anreise am Donnerstag gestaltet sich leichter als erwartet, obwohl der Metronom in Richtung Bremen vom Hamburger Hauptbahnhof aus bis zum Anschlag gefüllt ist mit aufgeregten Festivalreisenden und ihrem Gepäck. Es haben wohl sehr viele die Anreise mit dem Metronom gewählt, die im Ticket inbegriffen ist. Die ersten Bekanntschaften werden so bereits im Zug geschlossen, ehe der Fußmarsch vom Scheeßeler Bahnhof zum Festivalgelände in Angriff genommen werden muss.

Anfangs Probleme mit dem bargeldlosen Zahlen

Eine Neuerung dieses Jahr ist das bargeldlose Zahlen. Am Gelände angekommen möchte ich mir das obligatorische Festivalbändchen abholen – möchte. Die Chips für das bargeldlose Zahlen machten Probleme, also geht es ohne Bändchen auf den Campingplatz. Als ich später die Schlangen an den Bändchenausgaben sehe, vergeht mir meine gute Laune erstmal. Aber es hilft ja nichts, ich muss mich anstellen. Nach einigen netten Gesprächen mit meinen Leidensgenossen in der Schlange bin ich dann endlich dran – es kann also losgehen!

Am Abend sitze ich mit meinen Freunden und einigen neuen Bekannten, die sich uns angeschlossen haben, gemütlich unter unserem Pavillon und plane die nächsten Tage – zu welchen der über 100 Bands auf vier Bühnen gehe ich, wer kommt wohin mit?

Das Festivalfeeling stellt sich ein

Die Nacht vergeht wie im Fluge – es ist Freitag, das Festival beginnt nun so richtig! Auf dem Weg zum Festivalgelände mit den Bühnen wurde mir erst richtig bewusst, wie viele Menschen hier mit mir in Scheeßel sind. Von der größten Bühne, der Green Stage, höre ich schon E-Gitarren, Bässe und Schlagzeuge wummern.

Und dann stehe ich endlich vor der Bühne. Hoch wie ein Hochhaus, mit gigantischen Lichtanlagen und Boxen ragt sie vor mir auf, tausende Hände heben und senken sich über der Menschenmasse zu den Gitarrenriffs von Danko Jones. Jetzt stellt sich auch bei mir endlich das Festivalfeeling ein, die langen Schlangen vor dem Einlass sind Geschichte.

Bekannte Gesichter in der Menge

Und dann treffe ich beim Konzert des Elektroswing-Künstlers Parov Stelar (All Night) auch noch bekannte Gesichter aus Ahrensburg wieder! Gemeinsam wird getanzt und geswingt, ehe man sich wieder trennt und jeder zu seinem Zelt zurückkehrt. Eigentlich möchte ich mir noch mehr Künstler ansehen, doch der einsetzende Regen und die Kälte bewegen mich dazu, doch beim Pavillon zu bleiben.

Hurricane Festival in Scheeßel 2015: ahrensburg24.de war dabei. Foto:M.Genwo

Hurricane Festival in Scheeßel 2015: ahrensburg24.de war dabei.
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Hip Hop und Deutschrap am Sonnabend

Der Sonnabend ist stark vom Deutschrap und Künstlern wie Aligatoah (Willst Du), Marteria (Lila Wolken) oder Jan Delay (Sankt Pauli) geprägt. Aligatoahs Auftritt begeistert mich durch seine groß aufgemachte Bühnenshow samt römischen Streitwagen, auf dem der als römischer Kaiser verkleidete Aligatoah seine Songs zum besten gibt. Hier sehe ich vor allem junges Publikum, während bei den rockigeren Konzerten auch ältere Zuschauer zu finden sind.
Nach Aligatoah lässt der Pandarapper Cro vor allem die Herzen des jüngeren weiblichen Publikums höher schlagen, bevor KIZ ihre Proll-Attitüde mit grenzenlosem Hang zur Ironie gnadenlos ausspielen. Zum Abschluss des Abends steht die schwere Wahl zwischen dem Rapper Marteria und Jan Delay an, ich entscheide mich für letzteren – wir Hamburger müssen ja zusammenhalten!

Jan Delay mit seiner Band Disko No.1 lässt mir keine Zweifel, dass dies die richtige Entscheidung war. Mehr als eine halbe Stunde überzieht er seinen zeitlichen Rahmen, um mit den vielen Fans gemeinsam zu springen, Stoptanz zu spielen und zu singen. So ist er es, der um halb 3 Uhr nachts den Sonnabend beendet.

Sonntag: Ein entspannteres Programm

Dementsprechend müde und kaputt bin ich am abschließenden Sonntag. Nachdem ich bei den Rockern All Time Low (komponierten unter anderem „American Idiot“ für Green Day) noch einmal alles gebe, entscheide ich mich für den Hamburger Oli Schulz (bekannt aus Circus Halligalli) und somit für einen bodenständigen Liedersänger. Der erweist sich als Sabbeltasche: Oli Schulz erzählt dem Publikum fast länger Geschichten aus seinem Leben, als dass er singt, aber das stört hier niemanden mehr.

Die leicht melancholischen Lieder sind auch gleichzeitig mein Abschluss des Hurricane Festivals. Am Ende bleiben viele tolle Erinnerungen, neue Bekanntschaften, ein mit Edding vollgekritzelter Arm und die Gewissheit, dass es im nächsten Jahr weitergeht. Schön war´s!

Hurricane Festival in Scheeßel 2015: ahrensburg24.de war dabei. Foto:M.Genwo

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