Nordtangente: Murks inkompetenter Politiker!

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Lesermeinung zu dem Bericht “CDU schlägt neue Variante 15 vor: Die Nordtangente könnte leben” von Werner Haering, Ahrensburg

Politik beginnt mit dem Betrachten der Wirklichkeit! Der Blick auf die Wirklichkeit scheint den Politikern von Ahrensburg nach zwölf Jahren (!!!) vergeblicher Suche nach einer Trassenführung für die Nordtangente vollends verloren gegangen zu sein; denn anders lässt sich nicht erklären, dass es bis heute keine Einigung auf eine Trasse zur Nordtangente gibt. Während Ahrensburgs Politiker (Repräsentanten der Bürger) in der Trassensuche verharren, hat Bargteheide seine Umgehungsstraßen West und Ost längst realisiert.

Der Sinn für das Machbare scheint den Politikern der CDU auch mit ihrem neuen Anlauf zur Nordtangente, der Variante 15 (!!!), die eine Anbindung an die Kurt-Fischer Straße vorsieht, vollends abhanden gekommen zu sein, weil diese Variante die Erkenntnisse aus vorliegenden Verkehrsgutachten komplett ignoriert.

Laut Verkehrsgutachten soll die Straße Kornkamp-Süd bei der Umsetzung einer Verlängerung in nördlicher Richtung mit Netzanschluss an die L82 Lübecker Straße (die sogenannte Nordtangente) einen Ringanschluss zwischen Lübecker Straße und Ostring herstellen, der die mit über 20.000 KFZ je Tag frequentierte Straße entlang der Wohngebiete Gartenholz und Erlenhof sowie dem Schlossensemble und die Verkehrsknoten Am Weinberg und Beimoorweg/Bahnstraße mit bis zu 8000 KFZ je Tag deutlich entlasten.

Weitere Synergieeffekte der Kornkamp-Variante sind die Erreichbarkeit des Bahnhofs Ahrensburg-Gartenholz mit dessen Infrastruktur (P+R-Anlagen) für die nördliche Region und Erschließung der für die S4 vorgesehenen Infrastruktur sowie Maßnahmen zur Entlastung der Anlieger der Lübecker Straße auf Grundlage des Aktionsplanes zur EU-Umgebungslärmrichtlinie. Diese Synergieeffekte werden durch eine Anbindung der Nordtangente an die Kurt-Fischer-Straße nicht erreicht. Warum CDU und WAB dennoch eine Trassenführung zur Kurt-Fischer-Straße vorgesehen haben, liegt vermutlich an den persönlichen Prioritäten der CDU und WAB Politiker.

Der Gipfel der Unverfrorenheit jedoch ist, dass die WAB zusammen mit den Grünen, der FDP und drei Abweichlern aus der CDU den Bau der Nordtangente (Variante 7) im Jahr 2012 verhindert und damit „freiwillig“ auf sechs Millionen Euro Fördergeld vom Bund verzichtet haben. Nachdem der Bund aus der Verantwortung ist, soll nunmehr die Stadtverwaltung unter Einschluss der Politik beauftragt werden, für die Variante 15, die nur eine Entlastungsfunktion von 5000 KFZ je Tag aufweist und von Delingsdorf in der Vergangenheit abgelehnt wurde, eine Baulastträgerschaft und Finanzierung über den Kreis Stormarn zu erreichen. So wollen sich CDU und WAB aus der Verantwortung stehlen.

Fazit: Ahrensburgs Politiker lösen keine Probleme, sondern sie schaffen neue.

Weil Ahrensburgs Politiker unfähig sind, durch Deduktion aus vorhandenen Daten, Ableitung und Kenntnisse – nicht Prioritäten – die richtigen Schlussfolgerungen aus Verkehrsanalysen, Masterplan Verkehr und gerechneten Planfällen zu ziehen, haben sie keine Entscheidungen zur Verkehrsentlastung Ostring und L82 Lübecker Straße getroffen. Die Beschlüsse zur Schaffung des Fachmarkt Beimoor-Süd und Erlenhof Bebauung haben bereits heute zu einer erheblichen Verschärfung der Verkehrslage auf der Lübecker Straße geführt. Warum Ahrensburgs Politiker nicht im Interesse des „Demos“, der ganzen Einwohnerschaft, handeln und statt dessen die Partikularinteressen einiger weniger Gartenholzbewohner priorisieren, führt dazu, dass viele Bürger in Ahrensburg nicht nur den Politikern misstrauen, sondern der Politik insgesamt. Man kann nur hoffen, dass mehr Bürger als bisher von ihrem Recht Gebrauch machen, die Gremien in denen die Repräsentanten für alle Bürger politische Entscheidungen treffen, zu besuchen und sich einmischen. Die nächste Sitzung des Bauausschuss findet am 15. Juli 2015 statt.

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