Die Urkunden sind unterzeichnet: Die WAS vermarktet das Gewerbegebiet Beimoor Süd

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Ahrensburg/Bad Oldesloe (ve). Eigentlich ist es nur logisch: Die Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn (WAS) vermarktet das Gewerbegebiet Beimoor Süd. Logisch, weil sie schon das Gebiet Beimoor Nord und den ersten Teil von Beimoor Süd rund um das Haus der Wirtschaft vermarket hat. Nach einem Jahr Verhandlungen haben Ahrensburgs Bürgermeister Michael Sarach und Norbert Leinius, Geschäftsführer der WAS, die Urkunden und Verträge heute in Bad Oldesloe unterzeichnet.

Norbert Leinius, Geschäftsführer der Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn (links), und Ahrensburgs Bürgermeister Michael Sarach (zweiter von rechts) mit den Verträgen zum Verkauf des Gewerbegebietes Beimoor Süd an die WAS, mit dabei Landrat Klaus Plöger (rechts) und der Notar Karl-R. Wurch (zweiter von links).

Norbert Leinius, Geschäftsführer der Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn (links), und Ahrensburgs Bürgermeister Michael Sarach (zweiter von rechts) mit den Verträgen zum Verkauf des Gewerbegebietes Beimoor Süd an die WAS, mit dabei Landrat Klaus Plöger (rechts) und der Notar Karl-R. Wurch (zweiter von links).

Logisch ist es auch in anderer Hinsicht: Die Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft vermarktet viele Gewerbefläche in Stormarn. Wollte die Stadt Ahrensburg die 23 Hektar des Bebauungsplanes 88 selber vermarkten, stünde sie sozusagen in Konkurrenz zu der WAS.

Mit den jetzt 23 Hektar Gewerbefläche, den 17 weiteren in Beimoor Süd und den 174 Hektar im Gewerbegebiet Beimoor Nord entsteht eines der größten und bedeutensten Gewerbestandorte in Schleswig-Holstein.

WAS übernimmt Vorleistungen und Erschließungsarbeiten

Die Stadt und die WAS sind gründlich in den Verträgen: Die WAS hat das Gelände von der Stadt gekauft, ist jetzt Eigentümer des Gewerbegebietes. Sie übernimmt auch die von Ahrensburg bisher geleisteten Investitionen und die Erschließung des Bebauungsgebietes. Im Anschluss an die Maßnahmen erfolgt dann die Rückübertragung der Straßen und des öffentlichen Geländes an die Stadt Ahrensburg. Für die Berechnung des Kaufpreises wurde eine Bewertung des Marktwertes der Grundstücke zu Grunde gelegt, heißt es. Die WAS verkauft nun die Grundstücke in ihrem Namen, sei aber als gemeinnützige Einrichtung nicht gewinnorientiert, betont Leinius.

Vor etwa einem Jahr sind die WAS und die Stadt in Verhandlungen getreten. Wegen dieser Detailfragen und auch wegen Verhandlungen mit privaten Eigentümern auf dem Gelände zogen die Verhandlungen sich hin. Nun sehen Stadt und WAS und auch Landrat Klaus Plöger viele Vorteile in dem Vertrag. Klaus Plöger: „Die WAS kennt den Markt und hat die Kontakte, das Gelände gut zu verkaufen. Deshalb wohl auch hat es in der Ahrensburger Stadtverordnetenversammlung eine deutliche Mehrheit für den Beschluss gegeben – was ja in Ahrensburg nicht immer selbstverständlich ist.“

Norbert Leinius ergänzt: „Wir vermarkten viele Gewerbegebiete in Stormarn und werden jetzt in die Lage versetzt, Stormarn-weit zu planen und Interessenten das jeweils für sie passende Grundstück anzubieten.“

Der Kaufpreis? Eine Summe wurde nicht genannt

Entstanden ist das Gewerbegebiet quasi aus einer unternehmerischen Anfrage: Die Firma Boltze benötigte für eine Firmenerweiterung größeres Gelände. Das konnte ihr in Ahrensburg nicht geboten werden. „Ich habe damals darauf gedrungen, Flächen für die Stadt anzukaufen, die wir den Unternehmen anbieten können. Dass sind die Flächen, um die es heute geht“, sagt Bürgermeister Michael Sarach. „Für die Firma Boltze war es leider zu spät. Aber nun haben wir die Chance, mittelständische Betriebe, Dienstleister und Technologieunternehmen in Ahrensburg anzusiedeln.“

Für die Stadt Ahrensburg bedeutet der Vertragsabschluss eine Einnahme in Höhe von mehreren Millionen Euro bereits jetzt durch den Verkauf. Dazu kommen die Gewerbesteuern, die zeitnah den städtischen Haushalt füllen. Die Kaufsumme wurde nicht öffentlich genannt, sie wird allerdings im öffentlichen Haushalt dokumentiert werden.

Verkauf der Grundstücke: Mitspracherecht des Finanzausschusses

Und auch wenn die WAS die Vermarktung übernimmt: Die Stadt hat bei der Vergabe der Grundstücke ein Mitspracherecht, es ist ein Beschluss des Finanzausschusses erforderlich. Auch das ist Teil der Verträge. Die WAS selber ist ebenfalls daran interessiert, mittelständische Unternehmen anzusiedeln, Leinius: „Das Gelände eignet sich weniger für große Logistiker, dafür ist es auch zu weit weg von der Autobahn. Aber es eignet für Dienstleistungsunternehmen, für technologische Unternehmen, für die zum Beispiel auch die Nähe zu Hamburg interessant ist. Ein Interessent dieser Art hat sich bereits fünf Hektar des Geländes reservieren lassen.“

Baubeginn Frühjahr 2016?

Mit den Vertragsunterzeichnungen heute und den noch ausstehenden Unterzeichnungen mit den privaten Eigentümern in den nächsten Wochen kann es bald losgehen. Bis Ende des Jahres soll Baurecht für das Gelände hergestellt sein, erste Ausschreibungen sollen bereits im Herbst erfolgen. So hofft Leinius, dass bereits im Frühjahr mit den Bauarbeiten zur Erschließung begonnen werden könne. Erste Verkäufe könnten dann bereits im Herbst 2016 abgeschlossen sein. Insgesamt rechnet Leinius damit, das Gewerbegebiet in den kommenden fünf Jahren verkauft zu haben.

Kurzfristig geht es übrigens jetzt schon los: Erste Marketing-Maßnahmen sollen ab der kommenden Woche geplant werden und auf der Immobilienmesse im Oktober in München will die WAS das Gewerbegebiet bereits anbieten.

Beitragsbild: Bürgermeister Michael Sarach, Landrat Klaus Plöger, WAS- Geschäftsführer Norbert Leinius und Notar Karl-R. Wurch (von links) in den Geschäftsräumen der WAS Bad Oldesloe.

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