Großhansdorf, Grenzeck: Einbruch hautnah

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Großhansdorf (ub). Als ich – Ulrike B., freie Mitarbeiterin bei ahrensburg24.de – gestern gegen 16.15 Uhr mit dem Auto in unsere Einfahrt fuhr, kamen mir zwei unbekannte Männer entgegen. Ich stieg aus und fragte: „Was machen Sie denn hier?“. Daraufhin sagte mir der eine frech ins Gesicht: „Wir haben uns das Haus angesehen!“ Dann der Schreck: Ich schloss die Haustür auf, alles war durchwühlt. Die Männer waren in mein Haus eingebrochen. Ich rief sofort bei der Polizei an und noch während ich mit dem Polizisten telefonierte, kam auch schon der Streifenwagen.

Was für ein schreckliches Gefühl, ein Einbruch im eigenen Haus. Aus Berichten kennt es jeder, nun habe ich es am eigenen Leib erfahren. Ich zitterte am ganzen Leib und stand sichtlich unter Schock.

Bei einer Mitarbeiterin von ahrensburg24.de wurde eingebrochen, vieles wurde aus den Schränken gerissen, einiges zerstört.

Bei einer Mitarbeiterin von ahrensburg24.de wurde eingebrochen, vieles wurde aus den Schränken gerissen, einiges zerstört.

Die Polizisten kamen und wollten alles zum Tathergang wissen. Ich wurde gefragt, wie die Täter aussahen. Ich konnte nur  sagen, dass es zwei Männer waren, süd- oder ostländischer Herkunft. Sie sprachen gebrochenes Deutsch, waren knapp 30 Jahre alt, groß, schlank, beide trugen Jeans – welche Oberbekleidung sie anhatten, weiß ich nicht. Ich hatte anfangs noch überlegt, ob ich sie verfolgen soll. Der Polizist warnte mich sofort: „Gut, dass sie das unterlassen haben. Denn zwei Männer gegen eine Frau – das kann schnell nach hinten losgehen.“

Dann nahmen die Polizisten alles auf, machten Notizen und sicherten Spuren. Die Täter waren von außen auf eine Plastikbank gestiegen und hatten das Badezimmerfenster aufgehebelt. Ich berichtete der Polizei, dass wir seit zwei Wochen anonyme Anrufe erhielten. Des Weiteren bellt der Hund nachts öfter, was uns natürlich sehr beunruhigt. Sehr unbehaglich ist es, dass wir hier ausspioniert wurden. Und wir dachten, wir wären hier sicher. Falsch gedacht.

Bloß nicht das eigene Leben in Gefahr bringen

Ich ging, nachdem die Polizei weg war, sofort durch die Nachbarschaft und informierte über den Vorfall. Heino von Pein, der Mitglied ist bei der Bürgerinitiative „Mehr Sicherheit in Großhansdorf“, kam sofort und informierte über sein Mobiltelefon seinen Kollegen. Wir gingen um das Haus, und ich fragte ihn „Es gibt doch so was wie Gaunerzinken, die an der Haustür versteckt angemalt werden?“ Doch von Pein korrigiert mich: „Das machen die schon lange nicht mehr. Die sind untereinander vernetzt, mit Smartphones und so weiter.“ Des Weiteren gab er mir noch auf den Weg: „Wenn du irgendetwas Auffälliges beobachtest oder merkst, da stimmt etwas nicht, sofort die Polizei unter 110 anrufen. Bloß nicht selbst eingreifen.“

Die Nacht war schrecklich – und umständlich. Wir durften nichts berühren, weil erst am heutigen Freitag die Spurensicherung gekommen ist. So saßen wir dann da inmitten des Tohuwabohus unseres Hauses. Und dann kam die Angst. Ich war beunruhigt und konnte die ganze Nacht nicht schlafen: Ich hatte ja die Täter gesehen! Ich dachte: „Vielleicht kommen sie ja zurück und machen mich kalt!“ In der Nacht werden solche Ängste sehr groß – wiedergekommen sind die Täter allerdings nicht.

Oder waren es Drei?

Es ist beunruhigend, den Tathergang zu rekapitulieren. Ich war nicht etwa verreist, ich war nur circa eine Stunde lang weg gewesen. Zum Einkaufen und danach noch bei den Nachbarn am Ende der Straße zum Kaffee trinken. In der Zeit haben die Männer unser Haus durchwühlt, sind durch alle Zimmer gegangen, haben die Sachen auf den Fußboden geworfen. Es ist furchtbar zu wissen, dass wildfremde Menschen in deinen Sachen rumwühlen und sich auch noch auf dein Bett setzen. Zu sehen am Abdruck.

Was mir im Nachhinein auffällt ist, dass die Täter nicht alle Schränke aufgebrochen hatten. Vielleicht stand ein Dritter Schmiere und sah mich mit dem Auto zurückkommen und sie wurden unterbrochen und verscheucht. Möglicherweise hat er seine Komplizen angerufen, die dann fluchtartig das Haus auf demselben Wege, wie sie reingekommen sind, verlassen haben. Nur eines ist sicher: Sie haben keine Wertgegenstände gefunden. Da zumindest hatten wir Glück.

Heute rief mich meine Nachbarin an und fragte, wie sie sich verhalten solle, falls ihr etwas auffalle. Dann sagte ich ihr, was die Polizei mir gestern empfahl: die entscheidenden W-Fragen merken – wer, wann, wo, wie viele und was. Am besten Stichworte aufschreiben. Aber das habe ich gestern leider versäumt.

Inzwischen war ein Mitarbeiter der Spurensicherung da. Er konnte nichts finden, weil die Täter Handschuhe trugen. Des Weiteren konnte er im Badezimmer keine Spuren sichern, da der Tischler das Fenster von innen zugeschraubt hat. Nun berät er sich mit den Kollegen, die gestern hier waren.

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