Soirée Dînatoire: Daniel Malheur entführte gekonnt in das Berlin der 20er Jahre

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Ahrensburg (sam). Berlin ist eine Reise wert, so heißt es. Und wer Berlin erleben möchte, der macht sich normalerweise mit dem Auto oder der Bahn auf den Weg. Eine Reise ins Berlin der Zwanziger jedoch ist nicht so einfach umzusetzen. Dieses ganz besonderes Erlebnis mit einem ganz besonderen Künstler aus Berlin konnten die Gäste der gestrigen Soirée Dînatoire in der Stadtresidenz in Ahrensburg erleben.

Soirée Dînatoire: "Berlin" mit Daniel Malheur. In Frack, Fliege und Monokel, dazu die passende Frisur: Der Künstler Daniel Malheur ist seit zwanzig Jahren musikalisch auf der Bühne in den Goldenen Zwanzigern unterwegs. Foto: Silke Mascher

Soirée Dînatoire: „Berlin“ mit Daniel Malheur. In Frack, Fliege und Monokel, dazu die passende Frisur: Der Künstler Daniel Malheur ist seit zwanzig Jahren musikalisch auf der Bühne in den Goldenen Zwanzigern unterwegs.
Foto: Silke Mascher

Daniel Malheur entführte das Publikum auf charmante Art und Weise ins Berlin vor fast hundert Jahren. Dieser Zeitsprung gelang ihm mit Hilfe seines Grammophons, seinem ansprechenden Äußeren – Frack, Fliege und Monokel sind Pflicht – und anderen stilvollen Accessoires. Schon das Outfit und die Bühne versetzten die Zuschauer zurück in die Zeit der Goldenen Zwanziger.

Die Kunst des Herrn Malheur

Mit 78 Umdrehungen pro Minute und einer verbrauchten Stahlnadel pro abgespieltem Lied erklang von original Schellackplatten, einer Mischung aus Steinmehl und Schellack, die Musik berühmter Tanzorchester. Ob Tanzmusik, Schlagerkunst – politisch nicht immer ganz korrekt – oder die Anfänge des Tonfilms, Daniel Malheur präsentierte sie in seinem ihm ganz eigenen Stil. Mit seinem Tenor interpretierte er die Stücke gekonnt, mal charmant oder witzig, smart oder apart bis hin zu zweideutig kritisch.

Stets war das Publikum dabei, sang oder summte nicht selten mit oder lachte über die Performanc. „Die Texte und die Musik aus der damaligen Zeit sind großartig und inhaltlich unterfüttert“, so Malheur, „Sie sind fantastische Abbilder der damaligen Gesellschaft, charmant verpackt ohne Dinge genau benennen zu müssen. Wir erleben zurzeit eine 20er Jahre Revival Welle, die Leute haben keinen direkten Bezug mehr zu der Zeit, dadurch entstehen die neuen Zwanziger. Die Musik von damals wird immer beliebter.“

Soirée Dînatoire: "Berlin" mit Daniel Malheur. Die Macher der Veranstaltungsreihe „Soiree Dinatoire“ Felizitas Thunecke und Bernhard Bonnin mit dem Künstler Daniel Malheur (von links). Foto: Silke Mascher

Soirée Dînatoire: „Berlin“ mit Daniel Malheur. Die Macher der Veranstaltungsreihe „Soiree Dinatoire“ Felizitas Thunecke und Bernhard Bonnin mit dem Künstler Daniel Malheur (von links).
Foto: Silke Mascher

Ein Ahrensburger in Berlin

Eingeladen hatte zum gestrigen Abend die Stadtresidenz Ahrensburg, organisiert wurde die Soirée Dînatoire von Felizitas Thunecke, Bernard Bonnin und Carmen Niesyto. „Der Kontakt zu Daniel Malheur ist durch die Bewerbung seiner Band „Heaven and Hell Orchestra“ für die nächste Ahrensburger Musiknacht entstanden“, so Felizitas Thunecke. „Die 65 Karten für heute Abend waren sehr schnell ausverkauft. Das Thema hat großen Anklang gefunden. Und ganz besonders ist natürlich, dass Daniel Malheur ursprünglich Ahrensburger ist.“ Eigentlich heißt er Daniel Neubauer.

Die Küche der Stadtresidenz tischte passend zum Thema ein typisches Berliner Drei-Gänge-Menü auf, äußerst schmackhaft! Ein geselliger Abend in entspannter Atmosphäre mit Themen-Musikprogramm, einem Drei-Gänge-Menü und Gelegenheit zum Tanzen für Menschen mit und ohne Behinderung, genau das soll die Soirée Dînatoire sein. Karten dafür können im Voraus gekauft werden, jeder kann dabei sein. Die nächste Soirée ist am Donnerstag, 19. November 2015, in der Stadtresidenz, das Thema ist „Die Stadtresidenz tanzt – der Ball“.Sehen Sie hier ein paar Einrücke vom gestrigen Abend, Fotos: Silke Mascher:

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