Vortrag von Günther Bock zur Geschichte des frühen Hamburg

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Ahrensburg (je/pm). Mit der Geschichte und Archäologie des frühen Hamburg beschäftigt sich Günther Bock am Montag, 12. Oktober 2015, um 15 Uhr in einem Vortrag im Peter-Rantzau-Haus. Bereits ab 14.30 Uhr dürfen die Zuhörer zum geselligen Kaffeetrinken kommen.

Vortrag mit einer Tasse Kaffee im Peter-Rantzau-Haus.

Vortrag mit einer Tasse Kaffee im Peter-Rantzau-Haus.

Das Referat ist Teil der Veranstaltungsreihe „Kreis der Bürger – Wissenswertes aus aller Welt“ der Volkshochschule und des Peter-Rantzau-Hauses unter der Leitung von Christa Reichardt. Günther Bock stellt mit vielen Abbildungen erstmals in Ahrensburg die Ergebnisse von Ausgrabungen in Hamburg vor und zeichnet unter Einbeziehung der Archäologie ein Bild der frühen Geschichte Hamburgs, das sich in vielen Punkten von altgewohnten Vorstellungen unterscheidet.

Der Eintritt kostet drei Euro und beinhaltet eine Tasse Kaffee vor Beginn des Vortrags. Der Fahrdienst des Peter-Rantzau-Hauses kann in Anspruch genommen werden. Bitte melden Sie sich unter der Telefonnummer 21 15 15 an.

Die Ausgrabungen

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden auf dem Hamburger Domplatz, der damals als Standort der in den frühen schriftlichen Überlieferungen erwähnten „Hammaburg“ angesehen wurde, sowie am Ort der „Neuen Burg“ mehrere Ausgrabungskampagnen durchgeführt. Zufällig stießen Bauarbeiter 1962 am Speersort auf Turmfundamente, die seitdem als ein um 1030 errichteter Bischofsturm gelten. Auf dem Ende 2013 unter der Leitung von Prof. Rainer Maria Weiss vom Archäologischen Museum Hamburg durchgeführten Fachkolloquium, an dem auch Günther Bock teilnahm, wurden die Ergebnisse durch die teilnehmenden Archäologen, Historiker und anderer Fachleute ausgiebig diskutiert. Als Ergebnis öffnete Ende Oktober 2014 die inzwischen wieder geschlossene Ausstellung „Mythos Hammaburg“ im Archäologischen Museum in Hamburg-Harburg ihre Pforten.

Ein umfangreicher Begleitband zur Ausstellung, an dem auch Günther Bock mit zwei Beiträgen beteiligt ist, ermöglicht bislang ungeahnte Einblicke in die Anfänge des frühen Hamburgs, dessen Bedeutung bis weit nach Skandinavien ausstrahlte. So zeigte sich nunmehr beispielsweise eine multiethnische Ausrichtung des frühen Hamburgs, wo unter anderem Sachsen, Franken, Friesen und Slawen lebten. Und der angebliche Bischofsturm entpuppte sich als Fundament des Nordturms eines erst sehr viel später errichteten Stadttores.

Allerdings blieben erwartungsgemäß manche der in der viel beachteten Ausstellung gezeigten Ergebnisse nicht unwidersprochen. Die in den vergangenen Monaten im Bereich der Neuen Burg nahe dem Mahnmal Nikolaikirche durchgeführte archäologische Grabung erbrachte weitere Resultate, die erneut zu weitgehenden Korrekturen zwingen. Diese neuen Ergebnisse wiederum bestätigen die Abfolge dreier nacheinander bestehender „Hammaburgen“, deren Nachfolge die „Neue Burg“ antrat. Kontrovers wird nunmehr vor allem der Platz der frühesten Hamburger Domkirche diskutiert. Zudem haben sich nunmehr viele neue Fragen insbesondere zu den weltlichen Herren ergeben, deren Beantwortung die künftige wissenschaftliche Diskussion bestimmen wird.

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