Vortrag bei der Raiffeisenbank: So (un-)sicher sind Sie im Netz

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Trittau (ve). Sie fühlen sich sicher vor Hacker-Angriffen im Netz? Denn Sie haben noch nichts gemerkt? Da haben Sie Recht – Sie merken es auch nicht, wenn Unbefugte sich Zutritt auf Ihre Daten verschaffen. Das wurde auf eindrucksvolle Weise deutlich bei einem Vortrag „Live Hacking“, zu dem die Raiffeisenbank Südstormarn Mölln eG nach Trittau geladen hatten.

Vortrag "Live Hacking" bei der Raiffeisenbank Südstormarn Mölln eG. Die Referenten des Abends: Michael Wulff, Götz Höfert und Volker Kesselmeyer von der Raiffeisenbank Südstormarn Mölln eG sowie der VR Leasing (hinten von links) mit Christof Ritter von der SySS GmbH und Hubert Lanzerath von der R+V Allgemeine Versicherung AG (vorne von links).

Vortrag „Live Hacking“ bei der Raiffeisenbank Südstormarn Mölln eG. Die Referenten des Abends: Michael Wulff, Götz Höfert und Volker Kesselmeyer von der Raiffeisenbank Südstormarn Mölln eG sowie der VR Leasing (hinten von links) mit Christof Ritter von der SySS GmbH und Hubert Lanzerath von der R+V Allgemeine Versicherung AG (vorne von links).

Christof Ritter von der SySS GmbH war der Referent des Abends. Er könnte hacken, also illegal auf andere Rechner und Rechnersysteme zugreifen, tut es aber nicht. Der Berater für Internetsicherheit nutzt sein Wissen, um anderen Usern und Unternehmen die Schwachstellen ihrer System zu zeigen.

„Jedes Gerät, von Rollläden an Ihrem Haus bis hin zum Toaster, ist heute mit dem Internet verbunden. Und jeden Rechner, der mit dem Internet verbunden ist, den können Hacker über das Internet auch finden. Dann brauchen sie nur noch ein paar Kniffs und Tricks, und schon haben sie sich Zutritt zu dem System verschafft“, lässt Ritter seine verblüfften Zuhörerinnen und Zuhörer wissen.

Trojaner und verseuchte Apps

Gängige Methode ist dabei die Platzierung von Trojanern, die versteckt in anderen Programmen oder in Programmen und Apps, die sich Nutzer auf ihr Gerät laden, im fremden System landen. „Ein solcher Trojaner macht es möglich, dass alles, was Sie auf ihrem Rechner machen, von den Hackern mitgelesen und natürlich auch beeinflusst werden kann.“ Und dann führte Ritter mit einem so genannten Live Hacking vor, wie er sich innerhalb von wenigen Sekunden Zugang zu einem Handy verschaffte. Das Programm, in dem der Trojaner versteckt war, war in diesem Fall eine Taschenlampen-App für ein Handy.

Vortrag "Live Hacking" bei der Raiffeisenbank Südstormarn Mölln eG. Kai Schubert vom Vorstand der Band begrüßt die Gäste.

Vortrag „Live Hacking“ bei der Raiffeisenbank Südstormarn Mölln eG. Kai Schubert vom Vorstand der Band begrüßt die Gäste.

„Wenn Sie eine App downloaden, bleiben Sie bei allem kritisch, dem Sie zustimmen müssen“, warnte Ritter. In diesem Fall sollte der Nutzer zustimmen, dass die Taschenlampen-App auch alle Kontaktdaten, Telefondaten, Mails und weiteres auslesen darf. „Für ein solches Programm würde ich solchen AGBs natürlich niemals zustimmen“, betonte Ritter und nannte noch ein weiteres Verdachtsmoment: „Wenn ein kleines Programm sehr viel Arbeitsspeicher verbraucht, ist es schon verdächtig.“

Handys: Nur schwer zu schützen

Wirksamer Schutz vor Computer-Viren und Trojanern bleibe die Installation und regelmäßige Aktualisierung eines Virenschutzprogrammes. „Aber diese Programm haben ihre Grenzen, denn sie können immer nur Schutz vor den Viren bieten, die bereits im Netz und somit bekannt sind. Ein Hacker kann natürlich jenseits dieser Programme ein neues erstellen und Ihren Virenschutz damit umgehen.“ Noch größer ist das Problem für Handys: „Die Programmstuktur der Mobiltelefone schließt es aus, ein nutzbares Virenprogramm für Handys zu entwickeln“. Das sei ein Problem, so Ritter.

Mehr Sensibilität und Achtsamtkeit im Umgang mit den eigenen Systemen – den Zuhörerinnen und Zuhörern wurde deutlich, wie wichtig dies ist. Damit ihnen das nicht passiert, was dem IT-System des Deutschen Bundestags passiert war: Es musste, wie vielfach berichtet, nach einem Virenbefall komplett ausgewechselt werden.

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