Gastbeitrag zum Nachbarschafts-Forum für Hoisbüttel: Neue Ideen für das Miteinander

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Ammersbek. Unter dem Motto „Gut leben – rund um die Lottbek“ hatten die Kommune Ammersbek und die Kirchengemeinde Hoisbüttel Anfang Oktober in das Gemeindehaus in Hoisbüttel eingeladen – und die Nachbarschaft erschien zahlreich! Lesen Sie einen Rückblick auf die Veranstaltung als Gastbeitrag von Pastor Ralf Weisswange.

Nachbarschaftforum in Hoisbüttel: Die Gäste des ersten Nachbarschafts-Forums dieser Art, nun soll eine Zukunftswerkstatt folgen. Foto: Kirchengemeinde Hoisbüttel

Nachbarschaftforum in Hoisbüttel: Die Gäste des ersten Nachbarschafts-Forums dieser Art, nun soll eine Zukunftswerkstatt folgen.
Foto: Kirchengemeinde Hoisbüttel

Klaviermusik, leichthändig gespielt von Dr. Reiko Höhmann, begrüßte die Ankommenden, die so bei Kaffee und Kuchen schon vorab miteinander ins Gespräch kamen. Um 15 Uhr eröffnete Pastorin Kirsten Möller-Barbek die Veranstaltung und erzählte, wie es im Rahmen ihrer Projektpfarrstelle zur Idee dieses Nachbarschafts-Treffens gekommen war: „Kirche will auf die Menschen im Stadtteil, im Ort, im Dorf zugehen und gemeinsam mit ihnen das Zusammenleben gestalten. Das Nachbarschafts-Forum ist eine solche Möglichkeit, miteinander in einem strukturierten Prozess Meinungen auszutauschen und Neues anzuschieben. Das kann gelingen, wenn die Menschen von ihren Ideen begeistert sind.“ Möller-Barbek erinnerte an das Wort von Antoine de Saint-Exupéry: „Wenn du ein Schiff bauen willst, suche dir nicht Menschen, die Holz holen und Arbeiten verrichten, sondern wecke in den Menschen die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.“

Das Gemeindezentrum als Treffpunkt für alle

Den Gedanken der gemeinsamen Gestaltung der Nachbarschaft führten Horst Ansén, Bürgermeister von Ammersbek, und Ralf Weisswange, Gemeindepastor in Hoisbüttel, in ihren Grußworten weiter aus. Horst Ansén freute sich darüber, dass auf dem Nachbarschafts-Forum sowohl bekannte als auch viele neue Gesichter zu sehen waren und betonte, dass er voll hinter der Zusammenarbeit von kommunalen und kirchlichen Einrichtungen stehe. Pastor Weisswange fügte aus kirchlicher Sicht hinzu, dass das Gemeindezentrum schon lange die Türen für vielfältige Aktivitäten und Angebote unterschiedlichster Einrichtungen und Träger geöffnet habe, weil dies dem christlichen Menschenbild und dem Verständnis von kirchlichem Leben entspricht.

Anschließend hatte für eine dreiviertel Stunde Ulla Reyle, Sozialgerontologin aus Tübingen, das Wort. In einem gut strukturierten und verständlichen Vortrag führte sie zum einen die Veränderungen aus, die durch die demografische Entwicklung auf uns alle zukommen. Zum anderen eröffnete sie Möglichkeiten, wie ganz konkret und im Kleinen in einer Nachbarschaft damit umgegangen werden kann. Dabei verblüffte sie durch Perspektivwechsel, indem sie zum Beispiel davon sprach, dass in unserer Gesellschaft nicht eine „Überalterung“ zu beobachten sei, sondern vielmehr eine „Unterjüngung“. Sie ermutigte dazu, Übergänge in jeder Hinsicht weich zu gestalten und den Austausch zwischen den Generationen durch Projekte, von denen alle etwas haben, immer wieder neu anzustoßen.

Nachbarschaftforum in Hoisbüttel: In einzelnen Gruppen werden Ideen entwickelt, wie Menschen sich in Hoisbüttel neu zusammenfinden können. Foto: Kirchengemeinde Hoisbüttel

Nachbarschaftforum in Hoisbüttel: In einzelnen Gruppen werden Ideen entwickelt, wie Menschen sich in Hoisbüttel neu zusammenfinden können.
Foto: Kirchengemeinde Hoisbüttel

Arbeit in kleinen Gruppen

Danach waren alle Anwesenden aufgefordert, die gerade gehörten und ihre mitgebrachten Ideen und Gedanken an vorbereiteten Tischen in Kleingruppen auszutauschen. In lebhaften Gesprächen hatten alle die Möglichkeit, zu den Themen „Wohnen und Leben“, „Freizeit und Aktivitäten“ und „Unterstützung und Hilfsangebote“ auf das Leben in der Nachbarschaft zu blicken. Dabei wurde angesprochen, was gut läuft und auch, wo es Veränderungen oder neue Angebote braucht. Die Themen wurden von einem „Themenanwalt“ gesammelt und während einer Pause, in der sich alle noch einmal am Kuchenbuffet bedienen und an der Kaffeehausmusik von Klavier und Geige erfreuen konnten, sortiert.

Abschließend trugen die Themenanwälte den Anwesenden vor, über welche Themen und Ideen an den Tischen gesprochen worden war. Dabei zeigte Inge Danielzick, die die ganze Veranstaltung moderierte, ihr Geschick. So wurden die wichtigsten Ideen gesammelt und ergänzende Vorschläge aufgenommen. Wer sich entschied, den Prozess weiter mitzugestalten, hatte die Möglichkeit, sich auf vorbereiteten Zetteln einzutragen.

In einem nächsten Schritt werden nun die Menschen im Frühjahr nächsten Jahres zu Vorbereitungsgesprächen eingeladen, die sich auf dem Nachbarschafts-Forum dafür gemeldet haben. Wer darüber hinaus noch Interesse hat, kann sich im Büro der Kirchengemeinde Hoisbüttel melden, es ist geöffnet montags bis freitags in der Zeit von 9 bis 12 Uhr und unter der Telefonnummer 040 / 605 07 58 zu erreichen. Diese Kleingruppen werden für das jeweilige Thema eine „Zukunfts-Werkstatt“ vorbereiten, zu der dann wiederum die Öffentlichkeit eingeladen werden wird.

„Ich bin rundum zufrieden!“, so Pastorin Möller-Barbek nach der Veranstaltung. „Die Beteiligung der Menschen, ihre Ideen und Anregungen werden wir in voraussichtlich zwei Zukunfts-Werkstätten weiter konkretisieren. Es ist eine tolle Möglichkeit, so mit Kirche und Kommune zusammenzuarbeiten und dabei die Unterstützung vieler Nachbarn und zahlreicher Vereine, Institutionen, Verbände und Zusammenschlüsse vor Ort zu haben. Ich bin gespannt und freue mich auf die weiteren Entwicklungen.“

Nachbarschaftforum in Hoisbüttel: Pastorin Kirsten Möller-Barbek und Moderatorin Inge Danielzick. Foto: Kirchengemeinde Hoisbüttel

Nachbarschaftforum in Hoisbüttel: Pastorin Kirsten Möller-Barbek und Moderatorin Inge Danielzick.
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