Ausstellung in der Galerie Jürgensen: ‚Polen und seine Graphik II‘

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Oetjendorf (ve/pm). Nach dem großen Erfolg der Ausstellung „Polen und seine Graphik“ vor zwei Jahren hat die Galerie Jürgensen in Oetjendorf eine weitere Schau mit Graphiken aus Polen organisiert, zu deren Eröffnung sie zu Sonntag, 1. November 2015, um 16 Uhr einlädt.

Es sind wieder vier Künstler in die Galerie Jürgensen eingeladen. Sie alle haben ein umfangreiches Studium absolviert und tragen den Doktortitel. So verschieden ihre Arbeiten auch sind, so stehen sie keineswegs für einen repräsentativen Querschnitt durch die zeitgenössische graphische Kunst ihres Landes. „Vielmehr ist die Wahl auf sie gefallen, weil sie besonders herausragende Persönlichkeiten sind, deren Kunst hauptsächlich die markante Individualität und bestechende Könnerschaft gemeinsam ist“, so Dr. Maren Holst-Jürgensen von der Galerie Jürgensen.

Sławomir Ćwiek: "Departure", 2015, Siebdruck 100 x 70 cm

Sławomir Ćwiek: „Departure“, 2015, Siebdruck 100 x 70 cm

Sławomir Ćwiek und der ästhetische Siebdrucke

Sławomir Ćwiek ist einer der Hauptvertreter der zeitgenössischen Graphik. Er ist habilitierter Professor an der Strzemiński Akademie für Kunst und Design in Łódź und mit 59 Jahren der Älteste in der Gruppe. Er zeigt äußerst ästhetische Siebdrucke, in denen er in reduzierter aber äußerst nuancenreicher Farbigkeit in unzählbaren Schichten begehbare Räume kreiert, die den Betrachter in sich hineinziehen und lange beschäftigen.

Tomasz Jędrzejko, geboren 1979, ist der jüngste der Vier. Er kommt aus dem Gebiet südlich von Katowice, also fast von der Grenze zur Slowakei. In seiner Malerei und Graphik setzt er sich mit der Op Art, Minimal Art und Geometrischen Kunst auseinander. Er stellt streng abstrakte Bilder her, deren absolute Ruhe und Konzentration vielleicht auch darauf zurückzuführen sind, daß er ein begeisterter Marathonläufer und Triathlet ist.

Tomasz Jędrzejko: "Sacrum no. 2", 2013, Siebdruck 70 x 100 cm

Tomasz Jędrzejko: „Sacrum no. 2“, 2013, Siebdruck 70 x 100 cm

Wojciech Tylbor-Kubrakiewicz: "Dam", 2013, Linolschnitt und Digitaldruck, 70 x 100 cm

Wojciech Tylbor-Kubrakiewicz: „Dam“, 2013, Linolschnitt und Digitaldruck, 70 x 100 cm

Wojciech Tylbor-Kubrakiewicz, 1974 geboren, kommt aus Warschau. Dort lehrt er an der staatlichen Kunstakademie. Er hat sich den traditionellen Techniken des Tiefdrucks wie Radierung und Aquatinta, des Hochdrucks wie Linolschnitt und des Flachdrucks wie Algraphie und Siebdruck verschrieben, die er allerdings mit neuen digitalen Verfahren kombiniert. Es entstehen weitgehend gegenständliche Bilder aus Überlagerungen von digitalen Drucken mit frei komponierten Linolschnitten.

Marta Banaszak: "Toroidal space", 2015, Linolschnitt, 70 x 100 cm

Marta Banaszak: „Toroidal space“, 2015, Linolschnitt, 70 x 100 cm

Marta Banaszak, 1975 geboren – sie war schon bei der letzten Ausstellung dabei – kommt ebenfalls aus Warschau. Ihre Kindheit hat sie in Algerien verbracht, wodruch sie eng mit der islamischen Kunst in Berührung gekommen ist. So spiegelt sich die ausgeprägte Ornamentik und strenge Geometrie dieser Kunstrichtung in ihren Arbeiten wider, die äußerst kraftvoll und sinnesfroh in mitreißender Farbenpracht die Ausstellung beleben. In ihren abstrakten Linolschnitten geht sie das Spiel zwischen perfekten mathematischen Formen und lebendig differenzierter Technik ein.

Zur Vernissage am 1. November um 16 Uhr spielt das Trio con Brio mit Liana Leßmann (Klarinette), Julia Puls (Klarinette) und Paulo Ferreira (Fagott) von der Musikhochschule Lübeck Kompositionen von Johann Sebastian Bach, Wolfgang Amadeus Mozart, Hanns Jelinek und Swan Hennessy.

Detaillierter Information zu den Künstlern unter www.galerie-juergensen.de.

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