Vortrag beim Kreis der Bürger: Schiller und die Schimmelmanns

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Ahrensburg (ve/pm). Im Rahmen der Veranstaltungsreise „Kreis der Bürger“ geht es bei einem Vortrag um die Beziehungen zwischen Friedrich Schiller und den Schimmelmanns. Die Vortragsreihe der Volkshochschule und des Peter-Rantzau-Hauses findet regelmäßig im Peter-Rantza-Haus statt, dieser Vortrag ist am Montag, 9. November 2015, um 15 Uhr. Beginn ist um 14.30 Uhr mit geselligem Kaffeetrinken.

Heinrich Carl Schimmelmann. Foto:pm

Heinrich Carl Schimmelmann. Foto:pm

Unter dem Titel „Die Beziehungen zwischen Friedrich Schiller und den Schimmelmanns“ informiert die frühere Stadtarchivarin Christa Reichardt in einem Bildvortrag über diesen besonderen Aspekt der Ahrensburger Geschichte. Der Name der Grafen Schimmelmann weckt auch heute noch die Assoziation von sagenhaftem Reichtum. Allein der Kauf des Schlosses und des Gutes Ahrensburg mit drei dazu gehörenden Dörfern für eine Summe, die Heinrich Carl Schimmelmann in einem Jahr in Hamburg verdient haben soll, rief damals und vielleicht noch heute respektvolles Erstaunen hervor. „Doch in Ahrensburg hatte der stets auf sein Wohl bedachte Schimmelmann auch das der mitgekauften Leibeigenen im Blick und investierte gewaltige Summen für Verbesserungen der Gesundheits- und Wohnverhältnisse im Dorf“, heißt es in der Ankündigung zu dem Vortrag.

Der Reichtum der Familie hielt jedoch nicht lange an, bald nach dem Tode des Schatzmeisters schmolz er unter den Erben dahin. Dass der Name Schimmelmann heute noch eine gewisse Bedeutung hat, ist dem ältesten Sohn Ernst zu verdanken, der sich in der Literaturgeschichte einen Namen machte und in jeder Schiller-Biografie genannt wird. Zusammen mit dem Erbprinzen von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg setzte er Friedrich Schiller ein jährliches Geschenk von 1.000 Talern für drei Jahre aus.

Die Zusage dieser Geldmittel zu diesem Zeitpunkt war eines der wichtigsten Ereignisse im Leben Schillers, denn dadurch erhielt er die so lange und so heiß gewünschte Freiheit des Geistes. In der Folge entstand ein reger Briefwechsel zwischen Familie Schiller und ihren dänischen Freunden. Wir erhalten dadurch Kenntnis, wie die Menschen jener Zeit empfanden, denn sie traten sich in Briefen mit großer Offenheit gegenüber.

Hatten sich gleichgesinnte Seelen gefunden, dann war die Post das Mittel, um die Freundschaft auch über weite Entfernungen zu pflegen. Durch Briefe erfahren wir von den Freuden und Sorgen, der Gedanken- und Gefühlswelt, vom alltäglichen Leben der befreundeten Familien, aber auch von ihren menschlichen Schwächen, die so deutlich in keinem Geschichtswerk dargestellt werden. Die briefliche Verbindung zwischen Charlotte Schimmelmann und Charlotte Schiller hielt bis zum Tode Charlotte Schimmelmanns im Jahre 1816 an.

Ernst Schimmelmann hinterließ nach seinem Tod 1831 auch in Ahrensburg deutliche Spuren. Er hinterließ sein wenn auch stark geschmolzenes Vermögen seinem Neffen Carl, der jedoch bald nach ihm verstarb. Dessen Sohn Ernst trat 1844 das Erbe an und führte Ahrensburg zu einer neuen Blüte. Ernst Schimmelmann, der Schöngeist und Idealist, opferte Zeit und Geld, um Gutes zu bewirken. Er wünschte ebenso wie der Dichter Schiller eine bessere Welt. Beide trugen ihren Anteil dazu bei.

Alle Interessierten sind herzlich zu diesem Vortrag eingeladen, mit dem das Wintersemester im Peter-Rantzau-Haus wieder beginnt. Die Kosten betragen drei Euro und beinhalten eine Tasse Kaffee vor Beginn des Vortrags. Der Fahrdienst des Peter-Rantzau-Hauses kann in Anspruch genommen werden, er ist zu erreichen unter Telefon 04102 / 21 15 15.

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