Vor Gericht: Schlackegabel in Schädel gerammt/Schwerer Raub und Geiselnnahme

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Stapelfeld/Bargteheide/Lübeck (ve/pm). Versuchter Totschlag, schwerer Raub und Geiselnahme – das sind die Taten, mit denen sich die Gerichte in Lübeck in der kommenden Woche befassen müssen.

Vor der I. Großen Strafkammer wird am Montag, 11. Januar 2016, ab 9 Uhr der Fall eines jungen Mannes verhandelt, der einen Kollegen lebensgefährlich am Kopf verletzt haben soll. Dem 23 Jahre alten Angeklagten wird zur Last gelegt, am 17. Juni 2015 in der Müllverbrennungsanlage in Stapelfeld, in der er beschäftigt war, einem dortigen, ihm weisungsbefugten Mitarbeiter in Tötungsabsicht eine sogenannte Schlackegabel – eine vierzackige Metallforke – in das Gesicht gerammt zu haben.

Müllverbrennungsanlage Stapelfeld: Schlackegabel blieb im Schädel stecken

Die Schlackegabel, die der Angeklagte im Schädel des Opfers stecken ließ, musste durch eine Notoperation entfernt werden. Zwar hat das Opfer den Angriff überlebt, wird jedoch mit schwersten Hirnschädigungen zur rechnen haben. Der Angeklagte befindet sich in dieser Sache seit dem 18. Juni 2015 in Untersuchungshaft. Das Gericht hat bislang sechs Termine zur Hauptverhandlung anberaumt und insgesamt 27 Zeugen und zwei Sachverständige geladen.

Elmenhorst: Raub mit Waffengewalt

Besonders schwerer Raub wird drei Männern aus Bargteheide und Elmenhorst vorgeworfen. Vor der III. Große Strafkammer wird ihr Fall am Dienstag, 12. Januar 2016, ab 9.30 Uhr verhandelt. Den 25, 23 und 22 Jahre alten Männern liegt zur Last, sich im Februar 2015 durch Gewalt gegen den Wohnungsinhaber Zutritt zu dessen Wohnung in Elmenhorst verschafft zu haben. Dort sollen sie unter Androhung von Schlägen insbesondere das Mobiltelefon sowie Geld in Höhe von 1.800 EUR eines weiteren in der Wohnung aufenthältigen Verletzten verschafft zu haben.

Zusätzlich wird zwei der Angeklagten vorgeworfen, einige Tage später eigenmächtig in eine Wohnung in Bargteheide eingedrungen zu sein und dort unter Verwendung einer Gaspistole gegen den Wohnungsinhaber und weitere dort anwesende Personen ein Fernsehgerät an sich genommen und weggeschafft zu haben. Zwei der Angeklagten befinden sich in dieser Sache in Untersuchungshaft.

Außerdem vor Gericht: Die Geiselnahme von Weihnachten 2014

Außerdem geht es in der kommenden Woche auch um den Fall, der das Land Weihnachten 2014 in Aufregung versetzte. Vor der III. Große Strafkammer wird am Mittwoch, 13. Januar 2016, ab 9.30 Uhr die Geiselnahme in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Lübeck verhandelt.

Vier seinerzeit in der JVA Lübeck einsitzenden Gefangenen liegt gemeinschaftliche Geiselnahme in Tateinheit mit gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung, versuchter Gefangenenmeuterei im besonders schweren Fall und Nötigung zur Last. Ihnen wird vorgeworfen, Heiligabend 2014 aufgrund eines gemeinsamen Tatplans einen Vollzugsbeamten unter Vortäuschung eines epileptischen Anfalls überwältigt zu haben.

Ihre Absicht soll es gewesen sein, mit ihm als Geisel aus der JVA Lübeck auszubrechen. Bei dem Vorfall sollen sie dem Beamten eine Rippe gebrochen und ihn mit einem vorgehaltenen Messer aus ihrem Haftraum im zweite Obergeschoß bis ins Erdgeschoss der JVA verbracht haben. Dort sollen sie einen weiteren Vollzugsbeamten gezwungen haben, zwei verschlossene Türen zu öffnen. Die Geisel konnte sich auch durch die Mithilfe eines am Ausbruchversuch unbeteiligten Gefangenen aus der Gewalt des Haupttäters befreien.

Die Angeklagten befinden sich in anderen Sachen in Straf- beziehungsweise Untersuchungshaft. Das Gericht hat 17 Verhandlungstage anberaumt, zu denen insgesamt vier Sachverständige und 25 Zeugen geladen wurden.

Beitragsbild: Thorben Wengert/pixelio.de

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