Pilot-Programm zur Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt: 2.000 Teilnehmer

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Kiel (ve/pm). Um einen Teil der derzeit rund 35.000 Flüchtlinge in Schleswig-Holstein in Ausbildung oder Arbeit zu bringen, betreten Landesregierung und Bundesagentur für Arbeit (BA) Neuland: Im Juni startet ein bundesweit bislang einmaliges und gemeinsam finanziertes zweistufiges Pilotpro­jekt.

BÜFAA.SH heißt es und es soll nach Aussage der Landesregierung noch in diesem Jahr bis zu 2.000 Frauen und Männer auf eine Einstiegs­quali­fi­zierung, eine Berufsausbildung oder eine sozialver­sicherungs­pflichtige Beschäftigung vorbereiten.

Arbeitsminister Reinhard Meyer und Bildungsministerin Britta Ernst präsentierten die Grundzüge des Programms heute, 18. Januar 2016, in Kiel gemeinsam mit der Chefin der Regionaldirektion Nord der BA, Margit Haupt-Koopmann. Alle drei machten deutlich, dass das Gemeinschaftspro­jekt „BÜFAA.SH“ (Beglei­teter Übergang für Flüchtlinge in Arbeit und Ausbildung) nur ein Erfolgs­modell werde, wenn vor allem die Wirtschaft, aber auch Schulen und andere Bildungseinrichtung­en und –träger sich an der Kraftanstrengung beteiligen. In der ersten Förderrunde stellen Bundesagentur und Land dafür in diesem Jahr zunächst sechs Millionen Euro bereit.

BÜFAA.SH = Beglei­teter Übergang für Flüchtlinge in Arbeit und Ausbildung

Nach den Worten von Wirtschafts- und Arbeitsminister Reinhard Meyer bestehe das neue Programm aus zwei Phasen:

Phase 1: In der maximal sechsmonatigen Phase 1 werde die individuelle Ausgangslage der Bewerberinnen und Bewerber geklärt. Dabei werden Potenziale und Kompetenzen erhoben, vorhandene im Ausland erworbene Abschlüsse erfragt und deren Anerkennungen geklärt. Parallel dazu solle es allgemeinen und berufsbezogenen Sprachunterricht sowie Unterricht in den Themenbereichen Arbeitswelt, Rechts- und Sozialsystem geben.

Phase 2: In Phase 2 sollen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in einem mindestens auf neun Monate befristeten sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis, einer Einstiegsqualifizierung mit einer Dauer von sechs bis zwölf Monaten oder einer Ausbildung beschäftigt sein. 60 Prozent der Teilnehmer aus Phase 1 sollen dann mindestens noch dabei sein.

Reinhard Meyer: „Ziel ist es, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern in der zweiten Phase in Zusammen­arbeit mit der Wirtschaft konkrete Arbeitsplatz- und Ausbildungsangebote zur Verfügung zu stellen, um sie in den Arbeitsmarkt zu integrieren.“

Deutsch als Zweitsprache an den berufsbildenden Schulen

Bildungsministerin Britta Ernst kündigte in dem Zusammenhang außerdem an, dass an berufsbildenden Schulen eine DaZ (Deutsch als Zweitsprache)-Stufe eingeführt werde. Aktuell werde ein Lehrplan dafür entwickelt, der auf die besondere Situation der 16- bis 18-jährigen Flüchtlinge eingehe. „Denn die Jugendlichen brauchen in der Regel Zeit für Sprachunterricht, um ausreichende Deutschkenntnisse für eine duale Ausbildung zu erwerben“, so Ernst.

Nach den Worten beider Minister soll das BÜFAA.SH-Programm flächendeckend in Schleswig-Holstein angeboten werden. Die dafür nötige Förderrichtlinie mit der Aufforderung an Träger, sich zu beteiligen, wird voraussichtlich noch im März veröffentlicht. Zielgruppe sind Asylbewerber mit guter Bleibeperspektive – derzeit vor allem Menschen aus Eritrea, Irak, Iran und Syrien – sowie so genannte „Geduldete mit Arbeitsmarktzugang“ und Asylberechtigte oder anerkannte Flüchtlinge, sofern sie die Schulpflicht erfüllt haben.

RD-Nord-Chefin Haupt-Koopmann betonte: „Wichtig ist mir: Das Thema ‚Menschen mit Migrationshintergrund und Arbeitsmarkt‘ ist für die Arbeitsagenturen und Jobcenter nicht neu. Wir beschäftigen uns seit vielen Jahren intensiv mit Arbeitsuchenden aus dieser Gruppe. Neu ist für uns die Quantität. Aus diesem Grund erhalten wir zusätzliches Personal und Mittel – knapp 15 Millionen Euro in diesem Jahr – um ein breites Maßnahmenangebot vorhalten zu können.“

"Refugees welcome" - Flüchtlinge willkommen". Foto: Wilhelmine Wulff / pixelio.de

„Refugees welcome“ – Flüchtlinge willkommen“.
Foto: Wilhelmine Wulff / pixelio.de

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