Landesprogramm Bezahlbarer Wohnraum: 400 Millionen Euro für „Erleichtertes Bauen“

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Kiel (ve/pm). Schleswig-Holstein hat das größte Sonderprogramm für den sozialen Wohnungsbau seiner Geschichte aufgelegt. So teilt es das Innenministerium heute mit.

Meldung der Landesregierung oder des Landtags Schleswig-Holstein. Foto: © lupo / pixelio.de

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Durch das Programm „Erleichtertes Bauen“ stellt das Land knapp 400 Millionen Euro an Fördermitteln bereit, die zum Bau von rund 4.000 Wohnungen führen sollen. „Viele der Flüchtlinge von heute und ihre nachziehenden Familienangehörigen sind zukünftige Einwohner des Landes Schleswig-Holstein. Gleichzeitig stehen viele Bürgerinnen und Bürger auf den Wartelisten der kommunalen Wohnungsämter. Wir benötigen daher in kurzer Zeit mehr bezahlbaren Wohnraum. Mit dem neuen Programm wird dies möglich“, sagte Bauminister Stefan Studt anlässlich der ersten Regionalkonferenz zum Thema Flüchtlingsunterbringung und bezahlbarer Wohnraum in Bad Segeberg.

Erleichtertes Bauen von bezahlbarem Wohnraum: Abgesenkte Baustandards sowie schnelle Förderverfahren

Der Anspruch eines „Erleichterten Bauens“ sei programmatisch zu verstehen, heißt es in der Mitteilung: Vorgesehen sind abgesenkte Baustandards sowie schnelle Förderverfahren. 100 Prozent der Baukosten würden über Darlehen mit einem Zinssatz von anfänglich 0 Prozent zuzüglich Verwaltungskosten von 0,5 Prozent gefördert, wenn das Grundstück als Eigenkapital eingebracht wird. Die Kommunen sollen Partner dieses Programms sein: Sie treten entweder unmittelbar als Investoren auf oder schließen Vereinbarungen mit der privaten Wohnungswirtschaft ab, so dass sie Einfluss auf die Belegung eines Anteils der Wohnungen haben.

Zusätzlich bietetdas Land praktische Hilfestellung bei der Inanspruchnahme der Fördermittel. Im Rahmen eines aufwändigen Markterkundungsverfahrens sei ein Musterkatalog erarbeitet worden, der beispielhaft förderfähige Gebäudetypen aufzeigt. Auch das „Kieler Modell“, das in einer ersten Nutzungsphase dem gemeinschaftlichen Wohnen für Flüchtlinge dient und später in abgeschlossene Wohnungen umgebaut werden kann, ist mit dieser Förderung realisierbar. Mehr dazu im Internet unter: http://www.schleswig-holstein.de/DE/Themen/W/wohnen.html.

Mit den Regionalkonferenzen zum Thema Flüchtlingsunterbringung und bezahlbarer Wohnraum will das Land Kommunen und Planern vor Ort die Einzelheiten der neuen Förderung vorstellen. Neben der Auftaktveranstaltung in Bad Segeberg sind vier weitere Fachgespräche in Neumünster (9. Februar 2016), in Heide (11. Februar 2016), in Rendsburg (16. Februar 2016) und in Bad Oldesloe (18. Februar 2016) geplant.

Das Sonderprogramm „Erleichtertes Bauen“ ist seit 1. Januar 2016 verfügbar und ergänzt das von 2015 – 2018 laufende Wohnraumförderungsprogramm. Insgesamt stehen für diesen Zeitraum durch beide Programme 730 Millionen an Förderdarlehen bereit.

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