Hort- und Kindergartenplätze im Sozialausschuss: Eltern fordern, Politik und Verwaltung liefern

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Ahrensburg (ve). Es waren nicht genügend Stühle gestern Abend im Sitzungssaal de Peter-Rantzau-Hauses, um allen Besucherinnen und Besuchern einen Sitzplatz zu bieten. Vor allem Eltern von Grundschulkindern waren zu der Sitzung des Sozialausschusses gekommen, um eine Lösung für das drängende Problem der Hortbetreuung zu fordern.

Sitzung des Sozialausschusses zum Thema Hortbetreuung in Ahrensburg im Peter-Rantzau-Haus: Bis auf den letzten Platz waren die Stühle besetzt, für einige Eltern blieb nur ein Stehplatz.

Sitzung des Sozialausschusses zum Thema Hortbetreuung in Ahrensburg im Peter-Rantzau-Haus: Bis auf den letzten Platz waren die Stühle besetzt, für einige Eltern blieb nur ein Stehplatz.

Der Sachstand hat sich nicht verändert: Nach wie vor gibt es an der Grundschule am Reesenbüttel etwa 120 Kinder, die noch keinen Platz in der Hortbetreuung haben. Nach wie vor ist unklar, wie der pädagogische Mittagstisch an der Grundschule am Schloss umgesetzt werden wird. „Ist die Stadt sich bewusst, das wir unsere Arbeitsplätze aufgeben müssen, wenn es keine Betreuung gibt?“, fragte ein Vater die Ausschussmitglieder und die Verwaltung.

Kommentar: Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung??

Einzig für die Grundschule am Aalfang hat sich gestern Abend eine Perspektive ergeben: Der Ausschuss hat sich für die Einrichtung einer weiteren Hortgruppe ausgesprochen. Auch um den Preis einer Überbelegung in den Gruppen. Dem muss jetzt noch die Stadtverordnetenversammlung zustimmen.

Hortplätze in Ahrensburg: Hausmeisterwohnung am Schulzentrum wird weiterhin geprüft

Chancen für die Grundschule am Reesenbüttel ergeben sich, wenn die Heimaufsicht einer Betreuung im Schulzentrum am Heimgarten zustimmen könnte. Die Idee, die Hausmeisterwohnung dort am Schulzentrum als Hort einzurichten, kommt von sagt Anja Gust, im Rathaus zuständig für die Verteilung der Hortplätze. „Es sieht gut aus, dass dies klappen könnte“, verkündet sie gestern Abend den Eltern zwar zuversichtlich, aber noch ohne wirkliche Verbindlichkeit. „Warum dauert das so lange?“, hatten die Eltern zu Beginn gefragt mit Blick auf ihre Not, den Alltag nach den Sommerferien zu planen.

Schulzentrum am Heimgarten, Blick auf die frühere Hausmeisterwohnung.

Schulzentrum am Heimgarten, Blick auf die frühere Hausmeisterwohnung.

Im Zuge der Debatte um den Schulentwicklungsplan wurde im Verlauf der Sitzung deutlich, worum es der Politik geht: „Wir müssen uns grundsätzlich Gedanken um die Betreuung der Schulkinder machen“, betont Bela Randschau von der SPD. Deswegen würde die SPD-Fraktion die derzeitigen Beschlüsse nur „mit Bauchschmerzen“ tragen, denn sie beseitige nicht das Kernproblem: Das Konzept des Betreuungsangebotes.

Schulkindbetreuung: Wieviel Hortplätze kann die Stadt finanzieren?

Derzeit sieht der Schulentwicklungsplan vor, 50 Prozent der Kinder eine Platz im Hort zur Verfügung zu stellen, Bedingung ist eine Erwerbstätigkeit der Eltern. „Wir müssen uns überlegen, ob eine höhere Quote der Kinderbetreuung, die sich am tatsächlichen Bedarf ausrichtet, für die Stadt überhaupt zu wuppen ist“, so Bela Randschau. Denn die Stadt gibt 38 Prozent der Kosten an die Eltern weiter, den Rest finanziert der städtische Haushalt. „Der Bedarf an Betreuungsplätzen und damit die Kosten für die Stadt werden immer größer, der Ahrensburger Haushalt hingegen immer enger“, benennt Randschau das Problem.

Michael Stukenberg von der FDP gibt zu bedenken: „Aufgabe muss es doch sein, die Kinder zu betreuen, die eine Betreuung aus pädagogischen Gründen brauchen, auch wenn ihre Eltern nicht erwerbstätig sind.“ Dies könne die aktuelle Form der Belegung dr Hortplätze gar nicht leisten.

Das Konzept zu ändern, ist allerdings eine Aufgabe, die nicht bis zum Ende der Sommerferien dieses Jahres umgesetzt werden kann. Dafür werden jetzt erst einmal gemeinsame Sitzungen von Bildungs- und Sozialausschuss anberaumt. Dem diente auch eine Umfrage unter den Eltern der Grundschulkinder zur Frage der Nachmittagsbetreuung. Und dem dient schließlich auch die enge Zusammenarbeit der Stadtverwaltung mit der Arbeiterwohlfahrt, die die Hortbetreuung in Ahrensburg anbietet. In gemeinsamen Gesprächen sollen Konzepte entwickelt werden, wie ein Mittags- und Nachmittagsbetreuung der Ahrensburger Kinder umfassend neu gestaltet werden könnte.

Evangelisch-Lutherische Kindergärten: Sozialausschuss befürwortet Finanzierungsvereinbarung

KORRIGIERTE VERSION

Ein weiteres Zeichen für die Kinderbetreuung hat der Ausschuss gestern außerdem gesetzt: Er hat sich mit sechs Ja-Stimmen und drei Nein-Stimmen für eine Übernahme von Kosten der Kindergärten ausgesprochen, die in der Trägerschaft der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde stehen. Seit zwei Jahren wird über diese Kindergärten verhandelt, jetzt steht im Raum, dass die Stadt Mietkosten und Nebenkosten als Eigenanteil auf Seiten der Kirchengemeinde anerkennt. Für die Stadt bedeutet das Mehrausgaben in Höhe von knapp 460.000 Euro in 2016.

Dem stimmte Bündnis 90/Die Grünen nur mit Bauchschmerzen zu, da die Kirche über ein eigenes Steueraufkommen verfüge, Claas-Christian Dähnhardt von den Grünen: „Wenn aber im Raum steht, dass die kirchlichen Kindergärten geschlossen werden könnten, weil die Gelder fehlen, möchte ich angesichts der Situation in der Kinderbetreuung in Ahrensburg nicht noch für eine Reduktion der Kindergartenplätze verantwortlich sein.“ Zwei Stimmen der SPD und ein der WAB wollten diesen Beschluss nicht mittragen. Auch diesem Beschluss muss die Stadtverordnetenversammlung noch zustimmen.

Sitzung des Sozialausschusses zum Thema Hortbetreuung in Ahrensburg im Peter-Rantzau-Haus: Einige Eltern verdeutlichten in Fragen und Aussagen die Dringlichkeit, eine Lösung für die Hortbetreuung ihrer Kinder zu finden.

Sitzung des Sozialausschusses zum Thema Hortbetreuung in Ahrensburg im Peter-Rantzau-Haus: Einige Eltern verdeutlichten in Fragen und Aussagen die Dringlichkeit, eine Lösung für die Hortbetreuung ihrer Kinder zu finden.

Sitzung des Sozialausschusses zum Thema Hortbetreuung in Ahrensburg im Peter-Rantzau-Haus: Bis auf den letzten Platz waren die Stühle besetzt, für einige Eltern blieb nur ein Stehplatz.

Sitzung des Sozialausschusses zum Thema Hortbetreuung in Ahrensburg im Peter-Rantzau-Haus: Bis auf den letzten Platz waren die Stühle besetzt, für einige Eltern blieb nur ein Stehplatz.

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