Vortrag bei der Haspa: Das Vermögen kann wachsen – mit der richtigen Anlagepolitik

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Für Sparer ist es eine schwere Zeit. Damit die Vermehrung des Vermögens gelingt, bedarf es teilweise aber neuer Wege. Mit welcher Vermögensaufstellung dies gehen kann, hat der Chef-­Investment-­Stratege der Hamburger Sparkasse (Haspa), Bernd Schimmer, kürzlich in einem Vortrag erläutert.

Vortrag zur Analyse des Kapitalmarktes bei der Haspa: Der Chef-Investment-Stratege der Haspa, Bernd Schimmer, und Niels Pirck, Regionalleiter der Region Stormarn (von links).

Vortrag zur Analyse des Kapitalmarktes bei der Haspa: Der Chef-Investment-Stratege der Haspa, Bernd Schimmer, und Niels Pirck, Regionalleiter der Region Stormarn (von links).

„Negative Zinsen sind für die Volks-­ und Geldwirtschaft ein Problem“, so Bernd Schimmer. Denn Banken leben nun mal auch davon, dass das Geld ihrer Kunden sich vermehrt. Wo sollen die Kunden ihr Vermögen heute anlegen?“ In einem umfassenden Blick auf die Weltwirtschaft zeichnete er in klaren Worten die Konditionen, die es Sparern heute schwer machen. Drei zentrale Aspekte hob er hervor: die chinesische Wirtschaft, die europäische Notenbankpolitik und den Ölpreis.

Der Preiskampf um das Öl

Unsere Wirtschaft hängt noch immer trotz aller modernen Energien vom Ölpreis ab. Jeder Joghurt zum Beispiel wird mit dem Lkw transportiert. Und der Ölpreis wird derzeit durch ein zu hohes Angebot gedrückt. Es gibt zu viel Öl. Ganz wichtig: Der Kollaps auf dem Ölmarkt liegt nicht an der Nachfrage, diese steigt weiter. Die Öl­ produzierenden Länder im Nahen Osten mussten sich dem Wettbewerbsdruck durch das amerikanische Öl stellen, dass durch Fracking produziert wird. Sie verkaufen daher zu fast jedem Preis, um ihre Marktanteile zu halten.

Schimmer: „Das können sie durch die geringen Produktionskosten eine Weile durchhalten ­ aber auch nicht ewig.“ Beim Fracking hingegen fielen in der Regel wesentlich höhere Produktionskosten an. Der niedrige Ölpreis sei also auf amerikanischer Seite nicht auf alle Zeit zu halten. Am Ende findet der Markt einen neuen Gleichgewichtspreis, der wahrscheinlich oberhalb des jetzigen Niveaus liegt.

Auch China müsse umdenken, so Schimmer. Die chinesische Wirtschaft sei bis vor wenigen Jahren auf Industrieproduktion und Exporte gepolt. Doch langsam würden auch die Chinesen merken, dass Exporterfolge nicht das Einzige sei, von dem eine Volkswirtschaft profitiere. „Sie registrieren, dass Wachstum ohne Nachhaltigkeit an seine Grenzen stößt“, sagte Schimmer. Die Regierung habe einen Umbau der Wirtschaft zu mehr Dienstleistungen vorgegeben ­ der auch eingetreten sei. Das zwar immer noch hohe, aber tendenziell abnehmende Wachstum beeinflusse ebenfalls die Weltwirtschaft.

Vortrag zur Analyse des Kapitalmarktes bei der Haspa.

Vortrag zur Analyse des Kapitalmarktes bei der Haspa.

Kritik an der Politik der Europäischen Zentralbank

Und schließlich blickte Schimmer nach Europa: „Mario Draghi, der Chef der Europäischen Zentralbank, muss sein selbst vorgegebenes Ziel von zwei Prozent Inflation erreichen.“ Eine derartige Inflationsrate wirke sich positiv auf die Entschuldung der Länder aus. Doch die Inflationsrate liegt derzeit nahe der Nulllinie, „und Mario Draghi reagiert darauf, in dem er Geld in den Markt pumpt“, erläuterte Schimmer durchaus auch mit kritischem Blick auf diese Politik. Denn es sei eine künstliche Steuerung der Geldwerte.

All‘ das hätte auf die Vermögensbildung Auswirkungen: Die klassische Politik der Mischung aus Anleihen und einem Anteil an Aktien funktioniere nicht mehr, so der Chef-­Investment-­Stratege. Deutsche Staatsanleihen könnten kaum mehr das Mittel der Wahl sein. Sie büßten aufgrund negativer Zinsen weitestgehend ihre Funktion als sichere Ertragsquelle ein. Die frühere Planbarkeit der Vermögensbildung müsse heute in einer anderen Strategie ihren Rückhalt finden.

Der richtige Weg: Eine Mischung mit verschiedenen Produkten

Und dieser ergebe sich aus einem qualifizierten Mix bestehend aus einem verringerten Anteil von Anleihen, einem Aktienpaket und zusätzlich zum Beispiel durch „aktives Management“. Schimmer: „Für dieses aktive Management brauchen Sie einen Vermögensberater, dem Sie voll vertrauen.“

Dass gerade langfristig Aktienanlagen funktionieren, zeigten zwei Zahlen: „Schon alleine wer nur die Politik des „kaufen & halten“ am Aktienmarkt verfolgt, also über Jahre die Dividendenerträge in neue Aktien stecke, hatte historisch eine in den einzelnen Jahren allerdings sehr stark schwankende Rendite von etwa acht Prozent. Ob dies auch für die Zukunft gilt, kann keiner versprechen, wenngleich vieles dafür spricht“, betont Schimmer.

Denn ein Standbein des Aktienerfolges, nämlich die Dividende, sei für die meisten Unternehmen bereits gesichert, lässt auch Daniela Brunke die Gäste wissen: „Allein die DAX­-Unternehmen werden in Deutschland in 2016 rund 30 Milliarden Euro an Dividenden ausschütten.“

Vortrag zur Analyse des Kapitalmarktes: Die Hapsa-Vermögensberater Ralf Begier, Dirk Bartel, Daniela Brunke, Yannick Lahmann und Marco Wendt (von links).

Vortrag zur Analyse des Kapitalmarktes: Die Hapsa-Vermögensberater Ralf Begier, Dirk Bartel, Daniela Brunke, Yannick Lahmann und Marco Wendt (von links).

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