Ausbildung in der Fehmarnbelt-Region: Der Blick nach Dänemark

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Lübeck (ve/pm). Die Nachbarschaft zum Königreich Dänemark bietet jungen Menschen zahlreiche Möglichkeiten für einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz. Auch Ausbildungsbetrieben eröffnet ein Blick auf die gesamte Fehmarnbelt-Region große Chancen. Diese können den angespannten Ausbildungsmarkt in Dänemark für sich nutzen und Arbeitskräfte für die Region gewinnen. Unterstützung erhalten Sie dabei vom Projekt Fehmarnbelt-Ausbildungsbüro.

Sie gaben den Startschuss für das Fehmarnbelt Ausbildungsbüro: von links: Per Bech Grønning, Lars Bostholm, Vibeke Grave, Michael Bang, Günther Stapelfeldt, Dr. Ulrich Hoffmeister, Markus Dusch und Christian Maack.  Foto:pm

Sie gaben den Startschuss für das Fehmarnbelt Ausbildungsbüro: von links: Per Bech Grønning, Lars Bostholm, Vibeke Grave, Michael Bang, Günther Stapelfeldt, Dr. Ulrich Hoffmeister, Markus Dusch und Christian Maack.
Foto:pm

„Die Möglichkeit der Menschen in der Fehmarnbelt-Region auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt enden künftig nicht mehr an der Landesgrenze“, sagte Günther Stapelfeldt, Präsident der Handwerkskammer Lübeck, anlässlich der Kick-off-Veranstaltung zum offiziellen Start des Fehmarnbelt-Ausbildungsbüros in Lübeck. „Die natürliche Partnerschaft der Nachbarländer Deutschland und Dänemark erfährt durch dieses Projekt eine weitere Aufwertung. Wir haben ein großes Angebot an offenen Lehrstellen, die Dänen verzeichnen eine hohe Nachfrage. Daher werden beide Seite profitieren“, so Friederike C. Kühn, Präses der IHK zu Lübeck. Das Zusammenwachsen der Region am Fehmarnbelt schreite zügig voran und spätestens mit der Fertigstellung des Tunnels erwarte die Wirtschaft eine noch stärkere Kooperation in der Wirtschaft. Kühn: „Der Schlüssel dazu sind Mitarbeiter, die in den jeweiligen Unternehmensstrukturen zu Hause sind. Diese wollen wir bereits heute ausbilden.“

Geschäftsführer der dänischen Berufsschule CELF: „Der Arbeitsmarkt der Zukunft wird internationaler“

Michael Bang, Geschäftsführer der dänischen Berufsschule CELF betonte: „Für CELF ist es wichtig, dass die Schüler, die wir ausbilden, auch für den zukünftigen Arbeitsmarkt gerüstet sind – ein Arbeitsmarkt der zunehmend internationaler wird. Deutschland ist Dänemarks wichtigster Handelspartner und gleichzeitig sind wir Nachbarländer. So ist es nur folgerichtig, einen starken grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt anzustreben. Wir freuen uns deshalb sehr, über die gute Zusammenarbeit mit allen Partnern, die hinter dem „Fehmarnbelt-Ausbildungsbüro“ stehen. Dieses unterstützt die Möglichkeiten der Auszubildenden, internationale Kompetenzen zu erwerben, da bei Arbeitgebern Auszubildende mit Auslandserfahrungen sehr gefragt sind.“

Das Projekt Fehmarnbelt-Ausbildungsbüro wurde von den dänischen Jobcentern Guldborgsund und Lolland, dem Zentrum für berufsorientierte Ausbildungen Lolland Falster (CELF), der Handwerks­kammer Lübeck, der Industrie- und Handelskammer zu Lübeck sowie der Arbeitsagentur Lübeck ins Leben gerufen, um den Fachkräftemangel in Schleswig-Holstein entgegenzuwirken und die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Dänemark zu stärken. Junge Menschen aus Dänemark, denen das Fehmarnbelt-Ausbildungsbüro bei der Suche nach einem Praktikumsplatz in einem deutschen Unternehmen hilft, erhalten so eine Chance auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Gleichzeitig unterstützt die Agentur für Arbeit Lübeck dänische Fachkräfte bei der Arbeitsplatzsuche in der Region.

In Dänemark gibt es zu wenig, in Ostholstein zu viele Ausbildungsplätze

„Während in Lübeck und Ostholstein das Angebot an Ausbildungsstellen seit Jahren die Zahl der verfügbaren Bewerber übersteigt, gibt es in Lolland Falster regional zu wenige Ausbildungsplätze. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit bietet so für beide Seiten eine win-win-Situation: Die dänischen Auszubildenden können in Deutschland Praxiskenntnisse erwerben und die deutschen Unternehmen können in Berufen ausbilden, in denen es bereits zu Engpässen bei der Suche nach Fachkräften kommt“, erklärte Markus Dusch, Vorsitzender der Geschäftsführung in der Agentur für Arbeit Lübeck.

Per Bech Grønning, Leiter des Jobcenters Lolland, fügte hinzu: „Unsere Zusammenarbeit, die jungen Menschen aus Lolland-Falster einen kurzen oder langen Praktikumsaufenthalt in Deutschland ermöglicht, wird zukünftig zu mehr Zusammengehörigkeit und zu einem gemeinsamen Verständnis in der Fehmarnbeltregion beitragen sowie den gemeinsamen Arbeitsmarkt stärken.“

Die Guldborgsund Kommune freut sich ebenfalls auf die Zusammenarbeit mit der CELF, der Kommune Lolland und den deutschen Partnern. „Um die zukünftigen Herausforderungen auf dem deutschen und dänischen Arbeitsmarkt zu bewältigen, brauchen wir Aktivitäten für einen gemeinsamen Arbeits- und Ausbildungsmarkt, die wir gemeinschaftlich koordinieren. Das Projekt, welches wir heute zusammen einweihen, ist ein Ausdruck für den Wunsch der Partner, neue und innovative Impulse zu setzen, die zu einem gut funktionierenden grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt beitragen“, sagte der Vorsitzende des Arbeitsmarktausschusses der Kommune Guldborgsund, René Christensen.

Quelle: Handwerkskammer Lübeck

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