Kommentar: Die Bürger für Sicherheit und das 21. Jahrhundert

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Der Verein Bürger für Sicherheit unternimmt Beobachtungsgänge, protokolliert Vorgänge, stellt Verbindungen her. Das Ziel der Mitglieder ist es, die Zahl der Einbrüche zu reduzieren. Und damit sind sie nicht alleine in der Stadt – auch wenn es sich für sie so anfühlt.

Dieses Ziel haben auch viele junge Ahrensburger. Beobachtungen finden statt – viel mehr, als dem Verein Bürger für Sicherheit klar ist. Denn die neuen Beobachter sind nicht im Verein organisiert, sondern im Internet. Regelmäßig werden auf facebook oder in anderen sozialen Netzwerken von Nachbarn Warnungen vor mutmaßlichen Einbrechern oder anderer Kriminalität ausgesprochen, Beobachtungen über verdächtige Menschen gemeldet, Interesse an Polizeieinsätzen bekundet.

Artikel Bürger für Sicherheit

Der Verein Bürger für Sicherheit hat auch heute noch seine Existenzberechtigung – allerdings in andere Form. Die Menschen bewegen sich in sozialen Netzwerken, nicht in Vereinsstrukturen, viele haben kein Interesse an den Rechten und Pflichten einer Mitgliedschaft insgesamt, andere fürchten sie sogar.

Der Kontakt zwischen den Generationen ist in diesem Fall eindeutig verloren gegangen. Weder wissen die Älteren – in diesem Fall also der Verein Bürger für Sicherheit – von dem ungebrochenen Bedürfnis ihrer Kinder und Enkel nach Sicherheit, noch wissen diese Kinder und Enkel, was ihre Eltern und Großeltern vor 20 Jahren in Eigenregie auf die Beine gestellt haben aus eben jenem Sicherheitsbedürfnis.

Die Aufgabe des Vereins ist es nicht, neue Mitglieder für sich zu finden. Seine Aufgabe ist es, sich zu erneuern. Wie geht er auf die Menschen heute zu, die die gleichen Ziele für ihre Stadt haben, aber ein Vereinsleben nicht leben wollen? Die ihre Nachbarschaft beobachten und gar nicht wissen, dass sie dabei in der Tradition des Vereins stehen? Dass sie vielleicht sogar auf die Erfahrung und Unterstützung seiner Mitglieder bauen können?

Denn noch eines eint die Jungen und die Älteren: Die Ressentiments. Menschen, die ihre Beobachtungen in sozialen Netzwerken mitteilen, sehen sich durchaus Anfeindungen ausgesetzt. Diesem zu begegnen ist einer der Vorteile des Vereins.

Monika Veeh, Herausgeberin ahrensburg24.de

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1 Kommentar

  1. Volkmar Rosink on

    Liebe Frau Veeh,
    was Sie über die Bürger für Sicherheit in Ahrensburg schreiben, ist eine erfrischende Sichtweise. Ja, die jungen Leute haben die gleichen Ziele, sind über Smartphones vernetzt und teilen einander und den Behörden mit, was sie beobachtet haben. Da liegen sie mit dem BfS auf gleicher Linie, wollen aber die Einordnung in gebundene Strukturen nicht. Verständlich. Wir werden darüber nachdenken müssen, wie die Brücke zwischen den beiden Sicht- und Handlungsweisen zu schaffen wäre. Immerhin gibt es das gleiche Ziel: sich wirkungsvoll gegen die steigende Kriminalität zu wehren.
    Grüße in die Redaktion.
    Volkmar Rosink
    (Schatzmeister im BfS)

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