Ausbildung im Handwerk: Perspektive für Studienabbrecher, Frauen, Flüchtlinge und viele andere

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Lübeck (ve/pm). Ausbildung oder studieren? Für viele ist die Antwort klar: Studium. Nur ein Viertel der Auszubildenden im Bezierk der Handwerkskammer Lübeck zum Beispiel sind Frauen, wie die aktuellen Zahlen der Kammer zeigen.

Foto: Dieter Schütz / pixelio.de

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In der Lehrlingsrolle der Handwerkskammer Lübeck wurden im vergangenen Jahr 3.881 neuabgeschlossene Lehrverträge eingetragen. Das bedeutet gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 1,17 Prozent oder in absoluten Zahlen 45 neue Lehrverträge. „Das ist angesichts des demografischen Wandels und des großen Zulaufs an die Hochschulen ein mehr als erfreuliches Ergebnis“, kommentiert Kammerpräsident Günther Stapelfeldt die aktuellen Zahlen. Insgesamt werden derzeit 10.185 junge Menschen in über 120 Ausbildungsberufen im Bezirk der Handwerkskammer Lübeck ausgebildet; rund ein Viertel davon sind Frauen.

Ausbildungsberufe: Die Betriebe brauchen Nachwuchs

„Um ihre Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten, brauchen die Betriebe aber auch zukünftig junge, motivierte Menschen, die lernen und zupacken wollen“, betonte Stapelfeldt. Bei der Suche nach Berufsnachwuchs kümmere sich das Handwerk um alle Jugendlichen. Für Ausbildungsbetriebe sei es aber besonders wichtig, bei der Suche nach Auszubildenden neue Zielgruppen zu erschließen. Hierzu zählten junge Frauen, Menschen mit Migrationshintergrund, Abiturienten, Studienabbrecher aber auch Altbewerberinnen und -bewerber sowie schwächere Schulabgänger.

„Ein besonderes Augenmerk gilt auch den jungen Menschen, die als Flüchtlinge nach Deutschland kommen. Auch sie müssen eine vollwertige Ausbildung im dualen Berufsbildungssystem erhalten und nicht irgendwelche Teilqualifikationen“, so Stapelfeldt weiter. Für alle jungen Menschen im Lande böten sich derzeit und zukünftig in der beruflichen Ausbildung beste Karrierechancen.

Das sind die beliebtesten Ausbildungsberufe

Zu den beliebtesten Ausbildungsberufen gehört wie in den Vorjahren der Kraftfahrzeugmechatroniker mit 454 neu eingetragenen Ausbildungsverhältnissen. Auch auf den Plätzen zwei und drei hat sich im Vergleich zu den Vorjahren nichts geändert. Mit 392 neu eingetragenen Lehrverträgen rangieren die Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik auf dem zweiten und mit 318 Lehrverträgen die Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizung- und Klimatechnik auf dem dritten Platz.

Das Handwerk hat in den vergangenen Jahren seine Bemühungen verstärkt, Jugendliche über seine hervorragenden Ausbildungs- und Karrierechancen zu informieren. Die Handwerkskammer Lübeck unterstützt Betriebe dabei, Schulabgänger aller Schulrichtungen für das Handwerk zu gewinnen, unter anderem durch Berufsorientierung, Informationsveranstaltungen in Schulen, die Fachberatung Schule-Betrieb oder die passgenaue Vermittlung von Ausbildungsplätzen. Auch Studienabbrecher sollen verstärkt für eine Ausbildung im Handwerk gewonnen werden.

Über freie Lehrstellen oder Praktikumsplätze informiert die Lehrstellenbörse der Handwerkskammer im Internet. Sie ist auch als App auf dem Smartphone unter dem Stichwort „Lehrstellenradar“ verfügbar. Außerdem beteiligt sich die Handwerkskammer aktiv an der bundesweiten Imagekampagne des Handwerks, die sich gezielt an Jugendliche richtet und das Handwerk als attraktiven Arbeitgeber für junge Menschen in den Fokus rückt.

Quelle: Handwerkskammer Lübeck

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