Hauptversammlung der Ahrensburger Feuerwehr: „Wir dürfen uns nicht überfordern“

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Ahrensburg (ve). 412 Einsätze der Feuerwehr – die Stadt Ahrensburg ist nicht nur eine Hochburg in puncto Wohnungseinbrüche. Sie scheint auch eine Hochburg in puncto Einsatzzahlen der Freiwilligen Feuerwehr zu sein. Eine Belastung für die ehrenamtlichen Kameradinnen und Kameraden.

Hauptversammlung 2015 der Gemeindewehr und der Ortswehr Ahrensburg. Ortswehrführer Florian Ehrich sieht seine Wehr an der Grenze der Belastbarkeit.

Hauptversammlung 2015 der Gemeindewehr und der Ortswehr Ahrensburg. Ortswehrführer Florian Ehrich sieht seine Wehr an der Grenze der Belastbarkeit.

Zwei Kurven sind in der Statistik der Freiwilligen Feuerwehr Ahrensburg gegenläufig: Die Anzahl der Einsätze und die Anzahl der aktiven Feuerwehrleute. Bis 2012 waren es selten mehr als 230 Einsätze im Jahr, sie wurden von oft mehr als 90 Kameradinnen und Kameraden abgearbeitet. Die Zahlen von 2015 sehen da ganz anders aus: Zu 412 Einsätze – mehr als doppelt so viele wie zum Beispiel 2012 mit 196 Einsätzen – mussten 84 Feuerwehrleute ausrücken.

Einsatzzahlen der Feuerwehren: Mehr als in Ammersbek und Großhansdorf zusammen

Vergleicht man es mit dem Umfeld – 79 Einsätze in Ammersbek, 161 sind für Großhansdorf eine Rekord-Einsatzzahl – wiegt die Zahl noch schwerer. Zwar ist Ahrensburg größer, als die beiden Nachbargemeinden, doch kommen zu der Einsatzzahl im Stadtgebiet noch einige Einsätze hinzu, die von den anderen Ortswehren Ahrensburgs gefahren worden sind.

Und so warnt Ortswehrführer Florian Ehrich auf der Hauptversammlung der Wehr erneut vor einer Überlastung der Kameradinnen und Kameraden, wie er es schon auf dem Stiftungsfest getan hatte. Ahrensburg rückt oft außerhalb des Stadtgebietes mit anderen Ortswehren gemeinsam aus, nicht zuletzt die Drehleiter wird oft extern gerufen. An diesem Punkt würde Ehrich gerne ansetzen: „Meine Lösung ist eine gleichmäßige Belastung der Wehren. Es kann nicht sein, dass wir bei jedem Einsatz dabei sein müssen.“ Der Feuerwehrbedarfsplan sei das Instrument, mit dem diese Einsatzstruktur neu aufgestellt werden kann.

Hauptversammlung 2015 der Gemeindewehr und der Ortswehr Ahrensburg. Mitglieder aus der Jugendwehr und Anwärter wurden in die Wehr übernommen.

Hauptversammlung 2015 der Gemeindewehr und der Ortswehr Ahrensburg. Mitglieder aus der Jugendwehr und Anwärter wurden in die Wehr übernommen.

Der weitaus größte Teil der Einsätze waren Technische Hilfeleistungen infolge von Unwetter, 152 musste die Wehr zum Beispiel nach Stürmen oder bei Wasserschaden helfen. Der zweite große Bereich sind Technische Hilfeleistungen, wenn Menschen in Not sind, also zum Beispiel die Öffnungen von Türen für den Rettungsdienst. 107 mal war diese technische Hilfe in 2015 erforderlich. Bei diesen Hilfeleistungen konnten 41 Menschen gerettet werden, fünf Menschen konnten nur noch tot geborgen werden.

Auch die Zahl der kleinen Brände ist hoch: 54 mal musste die Wehr ausrücken, um kleine Feuer zu löschen. Zwei Großbrände gab es in diesem Jahr. Insgesamt zählte die Wehr 90 Brände, ein Mensch konnte gerettet werden, zwei Menschen verstarben.

Eine gute Nachricht: In 2016 werden viele Anwärter ausgebildet

Doch noch eine Zahl ist besonders für die Ahrensburger Wehr, die ist aber aus 2016: In diesem Jahr sind so viele Anwärter in die Gemeindewehr aufgenommen worden, wie noch nie. Darüber berichtete Gemeindewehrführer Jürgen Stahmer auf der Gemeindewehrversammlung, die der Versammlung der Ortswehr voraus ging. Es sind so viele Anwärter, dass Ahrensburg in diesem Jahr erstmals selber ausbilden wird, die Ausbildung erfolgt in der Wulfsdorfer Wehr.

 

Die Hauptversammlung der Gemeinde- und Ortswehr Ahrensburg ist auch immer ein Gelegenheit für Offizielle, sich bei der Feuerwehr für die geleistete Arbeit zu bedanken. So waren Bürgervorsteher Roland Wilde und die Stellvertretende Bürgermeisterin Carola Behr bei der Versammlung anwesend und dankten den Kameradinnen und Kameraden ausdrücklich für ihren Einsatz. „Das ist gar nicht hoch genug einzuschätzen“, so Carola Behr, „wir wertschätzen Ihr Ehrenamt und das Verständnis Ihrer Familien. Seien Sie gewiss, dass wir alles dafür tun werden, Ihre Wünsche auch zu erfüllen“, versprach sie, denn: „an dem Corpsgeist dieser Wehr können sich andere ein Vorbild nehmen.“

Dank und Anerkennung von Politik und Polizei

Im Weiteren sprachen Marco Hecht-Hinz als Vertreter der Polizeidienststelle Ahrensburg und Gerhard Hinz vom Kreisfeuerwehrverband Grußworte und dankten für die gute Zusammenarbeit. „Es macht einfach immer Spaß mit Euch!“, betonte Marco Hecht-Hinz, „und dass Ihr gerade auch bei den kleinen Einsätzen, die schon manchmal nervig sind, immer verlässlich da seid – da ziehe ich den Hut vor!“

Von politischer Seite waren Dirk Langbehn und Monja Löwer von Bündnis 90/Die Grünen, Tobias Koch von der CDU und Wolfgang Schäfer von der FDP bei der Versammlung dabei, die Verwaltung vertrat neben Carola Behr Fabian Dorow vom Ordnungsamt. Stahmer richtete sich an sie direkt: „Wir sehen in der Politik einen verbindlichen Partner, das ist ganz wichtig für uns.“

Hauptversammlung 2015 der Gemeindewehr und der Ortswehr Ahrensburg.

Hauptversammlung 2015 der Gemeindewehr und der Ortswehr Ahrensburg.

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