Sozial- und Bildungsausschuss: Hortbetreuung und Kindertagespflege werden ausgeweitet

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Ahrensburg (ve). Es zeichnet sich eine Lösung ab für die Eltern, die derzeit noch um die Hortbetreuung ihrer Grundschulkinder bangen. Der Sozialausschuss und der Bildungsausschuss haben gestern Abend für die Betreuung an zwei neuen Standorten votiert. Und auch die Richtlinien für die Unterbringung in Kindertagespflegeeinrichtungen wurde geändert.

Der Sozialausschuss und der Bildungs-. Kultur- und Sportausschuss bei einer gemeinsamen Sitzung in der Grundschule am Reesebüttel.

Der Sozialausschuss und der Bildungs-. Kultur- und Sportausschuss bei einer gemeinsamen Sitzung in der Grundschule am Reesebüttel.

Um Hortplätze für 46 Kinder an der Grundschule am Reesenbüttel anbieten zu können, hat die Stadt alternative Lösungen gefunden. Denn die Betreuung ist an dieser Grundschule im kommenden Schuljahr auch wegen der Bauarbeiten an der Schule nur begrenzt möglich.

Der Sozial- und Bildungsausschuss haben in einer gemeinsamen Sitzung nun einstimmig beschlossen, dass die ehemalige Hausmeisterwohnung im Schulzentrum am Heimgarten umgebaut werden soll und dann Raum für eine Hortgruppe mit 20 Kindern bieten wird. Auch in der Fritz-Reuter-Schule werden weitere Gruppen eröffnet werden. Dies wird möglich, da die Flüchtlingsunterkunft in der Turnhalle bis zum Sommer dieses Jahres aufgelöst werden wird. So wird dort eine Hortgruppe einziehen können. Genügend Plätze entstehen zudem durch eine Überbelegung von 20 Kindern pro Gruppe, vorgesehen sind 15 Kinder. Die Hortgruppen werden angeboten von der AWO Ahrensburg. Der Beschluss muss jetzt noch in der Stadtverordnetenversammlung behandelt werden.

Die Kosten für den Umbau der Hausmeisterwohnung werden mit 115.000 Euro veranschlagt, im Weiteren rechnet die Stadt mit 120.000 Euro Mehrkosten jährlich für diese Hortbetreuung.

Die große Zahl an fehlenden Plätzen für Hortkinder in den Ahrensburger Grundschulen hat wie auch in den Vorjahren für heftige Debatten gesorgt. Der Bedarf überstieg immer das von der Stadt vorgehaltene Angebot, so dass im laufenden Jahr weitere Hortplätze eingerichtet werden mussten. Vor diesem Hintergrund haben die Mitglieder des Sozialausschusses im Rahmen der jetzigen Debatte auch angeregt, die Organisation der Hortbetreuung grundsätzlich politisch zu debattieren.

Schulzentrum am Heimgarten, Blick auf die frühere Hausmeisterwohnung.

Schulzentrum am Heimgarten, Blick auf die frühere Hausmeisterwohnung.

Thema im Sozialausschuss: Richtlinie für Zuschüsse in der Kindertagespflege

Thema im Ausschuss war auch die Richtlinie für die Unterbringung in der Kindertagespflege. Grundsätzlich werden nur erwerbstätigen Eltern Zuschüsse für eine Unterbringung in einer Kindertagesstätte gewährt. Ahrensburg hatte bisher den Weg einer Gleichstellung gesucht, in dem Eltern während ihrer Erwerbstätigkeit auch die Unterbringung in der Tagespflege bezuschusst wurde.

Schieden die Eltern, zum Beispiel im Mutterschutz bei einem Geschwisterkind, aus der Erwerbstätigkeit aus, wurde auch – anders als bei den Zuschüsse der Kindertagesstätten – die Zuschüsse zur Finanzierung der Kindertagespflege ausgesetzt. Im Zuge einer Gleichsetzung der beiden Betreuungsformen wurde diese Regelung jetzt aufgehoben, Eltern auch in Elterzeit oder bei Erwerbslosigkeit können weiterhin den Zuschuss zur Kindertagespflege erhalten.

Petra Niquet, Vorsitzende des Vereins Tagesmütter und -väter in Stormarn. Foto:pm

Petra Niquet, Vorsitzende des Vereins Tagesmütter und -väter in Stormarn.
Foto:pm

Eingesetzt hatte sich dafür der Verein Tagesmütte- und väter in Stormarn und die gerade im Amt bestätigte Vorsitzende Petra Niquet. Bündnis 90/Die Grünen hatten die Anregung des Vereins aufgegriffen und einen entsprechenden Antrag gestellt. Auf Vorschlag der Verwaltung wurde schließlich eine entsprechende neue Formulierung in der Satzung aufgenommen.

Alle Fraktionen bis auf die SPD waren für die Änderung. Bela Randschau von der SPD begründete die Gegenstimmen der Sozialdemokraten mit der finanziellen Belastung, die die Ausweitung der Kinderbetreuung in Ahrensburg auch in Zukunft noch bedeuten werde und stellt in Frage, ob alle notwendigen Kinderbetreuungsangebote langfristig von der Stadt zu finanzieren sei. Diese Problematik konstatierte auch Michael Stukenberg von der FDP: „Wir können nicht eines Tages pro Schulklasse zwei Hortgruppen finanzieren.“

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