FDP Bezirksverband Großhansdorf: Diskussionsrunde zum Thema „Trennungskinder“

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Großhansdorf (je/pm). Am Montag, 4. Juli 2016, um 19.30 Uhr veranstaltet der FDP Bezirksverband Großhansdorf-Hoisdorf-Siek in der Mensa des Schulzentrums Großhansdorf, Sieker Landstraße 203a, zusammen mit dem FDP Kreisverband Stormarn eine Diskussionsrunde mit dem Titel „Trennungskinder – Zuhause an zwei Orten?“.

FDP Großhansdorf-Hoisdorf-Siek: Diskussionsrunde zum Thema "Trennungskinder" mit Anita Klahn und Gästen. Foto: FDP

FDP Großhansdorf-Hoisdorf-Siek: Diskussionsrunde zum Thema „Trennungskinder“ mit Anita Klahn und Gästen. Foto: FDP

Immer mehr Kinder sind von der Trennung ihrer leiblichen Eltern betroffen und, anders als noch vor einigen Jahren, wollen Mutter und Vater die Verantwortung für ihr Kind gleichberechtigt übernehmen. Was harmonisch klingt, führt in der Praxis häufig zu langen Prozessen vor dem Familiengericht. Welche Rahmenbedingungen muss und kann die Politik für die betroffenen Familien schaffen?

„Wechselmodell“ – eine Lösung?

In das Thema führen Anita Klahn, Mitglied des Landtags, sozial- und familienpolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion, und Thomas Steffens, Mitglied im Landesfachausschuss Gesellschaft und alleinerziehender Vater, ein. Burkhardt Müller-Sönksen, Rechtsanwalt, stellt die rechtlichen Grundlagen dar.

„Wir alle erwarten, dass Eltern ihre Erziehungs- und Betreuungsverantwortung für ihre Kinder gemeinsam ausüben. Leider orientiert sich die Rechtsprechung im Trennungsfall immer noch vorwiegend am alten Rollenbild: Einer betreut, einer verdient den Lebensunterhalt“, so Anita Klahn. Diese Tatsache bringt meistens nicht nur Auseinandersetzungen über die Häufigkeit von Eltern-Kind-Besuchen mit sich. Gelegentlich wird dieser Umstand auch als Druckmittel eingesetzt, um finanzielle Forderungen durchzusetzen.

„Solange sich die Eltern nach einer Trennung auf ein Betreuungsmodell einigen können, ist alles in Ordnung, doch im Streitfall sind es vor allem die Väter, die ihr Umgangsrecht mühsam einklagen müssen. Die traurige Realität ist: In Deutschland werden im Jahr mehr Streitigkeiten vor Familiengerichten geführt als Kinder geboren werden“, ergänzt der Rechtsanwalt Burkhardt Müller-Sönksen.

In vielen europäischen Ländern gibt es mittlerweile andere, bessere Lösungen. Nach einer Trennung gilt dort die „Doppelresidenz“ von Kindern bei beiden Eltern, auch als Wechselmodell bekannt. Der Europarat fasste zum Thema Wechselmodell vor kurzem einen Beschluss. Im Oktober 2015 verabschiedete er einstimmig eine Resolution zur „Gleichheit und gemeinsamen elterlichen Verantwortung“. Kernpunkte der Resolution sind die Verankerung der paritätischen Doppelresidenz in den nationalen Gesetzen und ein Hinwirken auf konsensorientierte Lösungen der Eltern.

„Wir freuen uns, dass wir unsere Diskussionsveranstaltung „Trennungskinder – Zu Hause an zwei Orten“ mit kompetenten Gästen besetzen können. Die Veranstaltung soll die gemeinsame Erziehungsverantwortung in der gelebten Praxis durchleuchten und richtet sich an alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sowie Betroffene“, so Carsten Pieck, stellvertretender Vorsitzender der FDP Großhansdorf-Hoisdorf-Siek.

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