Handwerkskammer Lübeck warnt vor falschen Branchenverzeichnissen: „Nicht unterschreiben“

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Lübeck (ve/pm). In jüngster Zeit häufen sich die Fälle, in denen Handwerksbetriebe auf unseriöse Art dazu gebracht werden sollen, Verträge mit Branchenverzeichnissen abzuschließen. Davor warnt jetzt die Handwerkskammer Lübeck.

Themenbild Vertragsunterschrift. Foto:Alexander Klaus / pixelio.de

Themenbild Vertragsunterschrift.
Foto:Alexander Klaus / pixelio.de

Aktuell würde die „Industrie & Gewerbe Verwaltung Gewerbe, Industrie- und Handelsveröffentlichungen“ Eintragungs- oder Veröffentlichungsofferten in Bezug auf die Änderung des Handelsregistereintrages versenden, teilt die Kammer in einer Pressemiteilung mit.

Falsches Branchenverzeichnis: Formulare wirken amtlich

In dem amtlich wirkenden Formular würden Betriebsinhaber aufgefordert, einen Gesamtbetrag in Höhe von 612,85 Euro binnen sieben Tagen zu zahlen und den beigefügten SEPA-Überweisung/Zahlschein auszufüllen. Im Anschreiben selbst werde dann, allerdings im Kleingedruckten, so die Handwerkskammer, darauf hingewiesen, dass „Sie mit uns gegenwärtig in keiner laufenden Geschäftsbeziehung stehen. Die Aufnahme und Erfassung beginnt mit der Gutschrift des Offertenbetrages auf unser Konto. Wenn keine Annahme beziehungsweise Zahlung erfolgt, behalten wir uns vor, Ihre Daten zu löschen.“

Die Handwerkskammer Lübeck warnt ausdrücklich davor, derartige Angebote ungeprüft zu unterschreiben und zurück zu faxen oder SEPA-Überweisungszahlscheine auszufüllen.

Handwerkskammer: Gegenleistungen überprüfen

„Mit dem Zurückfaxen oder der Überweisung des Betrages kommt es zum Abschluss eines Vertrages. Zwar ist es in derartigen Fällen durchaus üblich, dass dann auch eine Eintragung in dem beworbenen Register erfolgt; in der Regel ist jedoch völlig offen, ob und wenn ja, welche Gegenleistungen der Handwerksbetrieb überhaupt nutzen kann und ob diese Eintragung für ihn überhaupt von Vorteil ist“, sagt Ulf Grünke, Leiter der Rechtsabteilung.

Die Handwerkskammer Lübeck rät ihren Betrieben: Informieren Sie sich über den jeweiligen Anbieter des Branchenverzeichnisses und/oder nehmen Sie bei Bedarf Kontakt mit Ihrer Handwerkskammer auf.

Nochmal Justitiar Grünke: „Selbst, wenn sich die Urteile mehren, die solche überraschenden und unseriösen Angebote für unzulässig erklären, bleibt Vorsicht der beste Schutz. Sie ersparen sich Zeit, Kosten und Ärger, wenn Sie ein solches Formular erst gar nicht ausfüllen.“

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auch auf der Internetseite der Handwerkskammer Lübeck.

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