Arbeiterwohlfahrt Ahrensburg trauert um Klaus Fürsen

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Ahrensburg (je/pm). Vergangene Woche verstarb Klaus Fürsen, ehemaliger Lehrer an der Stormarnschule und vielen Ahrensburgern als kluger und leidenschaftlicher Pädagoge persönlich bekannt.

Nach seiner Pensionierung engagierte er sich uneigennützig über viele Jahre im AWO Trödelmarkt- und Buchladenteam. Jürgen Eckert, Vorsitzender der Arbeiterwohlfahrt, erinnert sich an Klaus Fürsens humorvolle und zurückhaltende Art, die auch vielen Ahrensburger Buchladen- und Trödelmarktbesuchern in guter Erinnerung bleiben wird.

Ehrenamtliche Aufgabe bei der AWO war Motivation für Klaus Fürsen

Über 2.000 junge Ahrensburger Schülerinnen und Schüler begleitete Klaus Fürsen bis zum Abitur. Anlässlich seiner Pensionierung im Jahre 2003 sagte Klaus Fürsen: „Jetzt muss ich mir eine neue Aufgabe suchen. Auch um mein Leben mit morgendlichem Aufstehen in Schwung zu halten, denn ohne Zwang würde ich mich gehen lassen.“ „Wir sind dankbar“, so Jürgen Eckert, „dass Klaus Fürsen diese neue Aufgabe bei der AWO gesucht und gefunden hat“.

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5 Kommentare

  1. Mehr als 2 Wochen nach dem Tod von Herrn Fürsen habe ich – außer vom Volkshochschulverband – keine Todesanzeige in den entsprechenden Zeitungen für ihn gefunden. Weder von der Schule, noch von der AWO, für die er sich so eingesetzt hat, noch von Menschen, die ihm nahegestanden haben.
    Vielleicht kommt das noch? Ich kann mir auch vorstellen, dass viele Menschen, die ihn geschätzt haben, gern im Rahmen einer Trauerfeier von ihm Abschied nehmen würden. Es wäre schön, wenn wir den Termin erfahren würden.

  2. Boris Georgiev on

    mein klassenlehrer in der 5. und 6. und der beste lehrer, den ich je hatte. konnte schneller kopfrechnen, als wir das in den taschenrechner eingeben konnten. hat in den pausen schwachen schülern noch mal was erklärt.
    obwohl er das sowieso phantastisch konnte, erklären. gleichungen nach „x“ auflösen: „wer jetzt in der arbeit noch was falsch macht, handelt böswillig.“
    wenn man sabbelte, wurde er nicht laut sondern leise – und man hatte sofort ein schlechtes gewissen. falls selbst schweigen nicht geholfen hat: mit kreide werfen konnte er auch gut…
    von seinem korrektur-tempo sollten sich manche lehrer ne scheibe abschneiden: 6. stunde arbeit geschrieben, nachmittags bis abends klassenausflug. am nächsten tag in der ersten stunde gabs die mathearbeit zurück.
    9. und 10. klasse hatte ich ihn in latein. und er hat es tatsächlich geschafft, dass ich latein-lusche mal ne drei geschrieben habe. kommentar unter der arbeit „ihre vokabelkenntnisse sind nach wie vor umwerfend. aber aufgrund ihres intellekts haben sie die meisten satzstrukturen richtig erahnt.“ hab ich auch nach fast 30 jahren nicht vergessen.
    wenn ich ihn in der stadt getroffen habe, hat er sich immer erkundigt, was ich mache und wie es mir geht, später auch nach meiner tochter.
    im letzten jahr hatte er ja körpelich deutlich abgebaut. und nachdem er dann länger im krankenhaus war, hatten wir das schlimmste befürchtet. die nachricht heute war trotzdem ein schock.
    tschüß, herr fürsen. ich werde sie nicht vergessen. bin traurig.

  3. Diese Nachricht hat mich sehr traurig gemacht.
    Erst vor etwa 7 Jahren habe ich Herrn Fürsen beim AWO-Flohmarkt kennengelernt. Er hatte einen wunderbaren feinen Humor, mit dem es ihm z.B. gelang, auch mir die skurrilsten Dinge für den guten Zweck zu verkaufen, weil sie nach seinen werbenden Anpreisungen eigentlich absolut unentbehrlich waren und ich im Gespräch mit ihm nicht verstehen konnte, wie ich so lange z.B. ohne eine Holzfigur fragwürdigen Geschmacks leben konnte. 😉
    Ich habe mich jedesmal sehr gefreut, beim Bücherflohmarkt oder zufälligen Treffen mit ihm reden zu können. Er hatte ein beeindruckendes Wissen.
    Ein feiner, bescheidener Mensch ist gestorben – hoffentlich ohne vorher lange leiden zu müssen.

  4. Stephan Lamprecht on

    Wie traurig. Klaus Fürsen hat mich als Schüler der Stormarnschule über viele Jahre begleitet, sowohl in Latein als auch in der Oberstufe im Fach Mathematik. Ein Pädagoge, der mich sehr geprägt hat. Ungeheuer belesen, mit einer natürlichen Autorität und ein absolutes Ass auch für komplexere Themen wie der Integralrechnung plastische Erklärungen zu finden. Doch am meisten beeindruckt hat mich, dass er selbst 20 Jahre nach dem Abitur seine Schüler noch persönlich mit Namen angesprochen hat, wenn man sich zufällig im Stadtzentrum traf. Zugleich ein wahrlich bescheidener Mensch, der sich in vielen Projekten und Vereinen aktiv engagiert hat. Ich werde gern an ihn zurückdenken.

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