Lesermeinung: Einbrecher und fehlende Haftgründe – Wie soll man das verstehen?

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Lesermeinung zu dem Beitrag „Einbrüche in Großhansdorf: Tatverdächtige beobachtet und der Polizei gemeldet“ von Klaus-Peter Trost, Bürger für Sicherheit

Am 30. Juni 2016 berichtete ahrensburg24.de über die Festnahme von zwei Einbrechern in Großhansdorf, weil aufmerksame Bürger die Polizei verständigt haben: „Die Kriminalpolizei behandelte die Tatverdächtigen erkennungsdienstlich und vernahm sie zur Tat. Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Lübeck wurden die in Hamburg lebenden Männer wegen Fehlens von Haftgründen entlassen.“

Solche Entscheidungen sind ja kein Einzelfall, weshalb sich wahrscheinlich viele die (laienhaften) Fragen stellen:
– Wozu dann der ganze Aufwand?
– Was sind hier die fehlenden Haftgründe?
– Lohnt es überhaupt, die Polizei zu rufen, wenn die Einbrecher nichts weiter zu befürchten  haben außer, dass die (richtigen?) Personalien festgestellt  werden?
– Wie wirkt es wohl auf die Leser, wenn es am Ende wörtlich heißt: „An dieser Stelle möchten wir von Seiten der Polizei alle Bürger weiter dazu auffordern, sich bei verdächtigen Beobachtungen umgehend über den Notruf 110 bei der Polizei zu melden.“

Wie müssen sich (mal ganz abgesehen von den Polizisten) die Bürgerinnen und Bürger in so einem  Fall fühlen, die sich in örtlichen (Bürger-) Initiativen zur Prävention von Kriminalität engagieren?

Hier ist in besonderer Weise die Öffentlichkeitsarbeit der Justiz gefragt. Die Bürgerinnen und Bürger haben sich nicht nur dem Gesetz zu beugen, sondern sie müssen auch verstehen können, warum nach Recht und Gesetz oft anders entschieden wird, als es der sogenannte gesunde Menschenverstand für richtig halten würde. Nicht von ungefähr heißt es bei einer Urteilsverkündung „im Namen des Volkes“.

Klaus-Peter Trost, Ahrensburg

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