Offener Brief: Appell der Igano, die Nordtangente Variante 7 zu realisieren

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Offner Brief an die Stadtverordneten der Stadt Ahrensburg von CDU, SPD, Bündnis 90/Grüne und WAB, an den Bürgermeister der Stadt Ahrensburg Michael Sarach: Verabschiedung Flächennutzungsplan und Bebauungsplan Nr. 88 B Gewerbegebiet und Wohnraum südlich des Beimoorweges bis Ostring

Sehr geehrte /r Stadtverordnete/r,
Sehr geehrter Herr Bürgermeister Sarach,
laut Gemeindeverfassung der Stadt Ahrensburg werden „alle wichtigen Entscheidungen in Selbstverwaltungsangelegenheiten in der Stadtverordnetenversammlung beschlossen und überwacht.“
Ihre Beschlüsse zur
– Besiedlung des Neubaugebietes Erlenhof
– Nachverdichtung des Quartiers Reeshoop
– Erweiterung des GE Nord von 172 Hektar um 42 Hektar am Beimoor Süd bis Ostring mit Wohnbebauung zum größten Gewerbegebiet von Schleswig-Holstein
– Schaffung des Fachmarktzentrums amK ornkamp Süd mit Umzug von Famila
– Verlagerung des Toom Baumarktes zum Kornkamp/Beimoorweg
werden dazu führen, dass die Verkehrsmengen auf den bereits heute hoch belasteten Hauptverkehrsstraßen erheblich zunehmen werden.

Räumlich gesehen betreffen die Verkehrszuwächse die Hauptverkehrsstraßen Beimoorweg, Lübecker Straße, Ostring und Hamburger Straße, die jeweils mit einer Gesamtbelegung von deutlich über 23.000 Kfz / 24 h bereits heute an ihre Leistungsfähigkeit angelangt sind.

Die laut Masterplan Verkehr für das Jahr 2030 prognostizierte Einwohnerzahl von 34.000 hat Ahrensburg mit 33.887 Einwohnerinnen und Einwohnern (Hauptwohnsitz, Stand: 01.06.2016) bereits heute nahezu erreicht.

Im höchsten Maße zu beanstanden ist jedoch, dass Sie als Stadtverordnete/r bisher keine Verkehrsbeschlüsse zur Entlastung der Hauptverkehrsstraßen getroffen haben. Die von der Stadtverwaltung seit Jahren vorgetragenen Bedenken, dass es ohne Ausweitung des bestehenden Straßennetzes (Nordtangente) zu einer Überschreitung der Leistungsfähigkeit der L82 Lübecker Straße als zweispurige Straße kommen wird, wird von Ihnen dabei scheinbar bewusst in Kauf genommen.

Dabei wäre eine Verkehrsentlastung im Norden von Ahrensburg problemlos möglich. Über die Nordtangente reden Sie als politischer Entscheider seit über 12 Jahren, ohne dass ein es zu einem Ergebnis gekommen ist.

Der Master Plan Verkehr und eine Verkehrsuntersuchung zum Vorhaben „Kornpark vom 15.08.2012“ prognostizieren, dass die Gewerbeerweiterung und die Erlenhof-Besiedlung ohne Verkehrsentlastung durch die Nordtangente auf der L82 Lübecker Straße und Ostring zu einem Verkehrskollaps führen wird.

Die Ergebnisse der Verkehrsuntersuchung zum Trassenverlauf der Nordtangente, die die Grundlage zur politischen Entscheidungsfindung sein sollten, sind eindeutig.

Ergebnisse Variante 7 mit Anbindung an den Kornkamp:
– Baukosten 3 bis 5 Millionen Euro (reduziert um 70 % Fördergeld)
– Verkehrsentlastung 8.000 Kfz / 24 h
– Flächenverbrauch 9.500 Quadratmeter
– Kornkamp hat 32 Zuwege
– Kornkamp ist reine Gewerbestraße
– Kornkamp hat direkte Verbindung zum Ostring über Kornkamp Süd
– Zustimmung durch Delingsdorf

Ergebnisse Variante 15 der nördlich von Famila zur Kurt-Fischer-Straße:
– Baukosten zirka 15 Millionen Euro (Fördergeld ungewiss)
– Verkehrsentlastung5.000Kfz/24h
– Flächenverbrauch 12.500 Quadratmeter
– Kurt-Fischer-Straße hat 72 Zuwege
– Kurt-Fischer-Straße ist als Baumallee ausgeprägt
– Kurt-Fischer-Straße hat keine Verbindung zum Ostring
– Kurt-Fischer-Straße hat zum Verkehrsknoten Beimoorweg Wohnbebauung
– Ablehnung durch Delingsdorf

Schlussfolgerung des Masterplan Verkehr: Den höchsten Entlastungseffekt bei gleichzeitig guter bis sehr guter verkehrlicher Erreichbarkeit und damit die beste Gesamtbewertung bieten die Nordtangente ohne komplementäre Restriktionen im übrigen Straßennetz.

Unter Berücksichtigung aller Bewertungskriterien ist die Nordtangente als kurzer Netzanschluss zwischen der L82 Lübecker Straße und Kornkamp (Variante 7) klar zu favorisieren, da sie das beste Aufwand-Wirksamkeits-Verhältnis aufweist.
(Sitzung des Bau-, Wege- und Planungsausschuss der Gemeinde Delingsdorf vom 27.04.2016)

Die Nordtangente, „südlich von Clariant“ (Variante 7) ist die einzige Trasse, die Delingsdorf akzeptiert. Aber genau diese Trasse haben Sie im Jahr 2012 mit 15:14 Stimmen abgelehnt und dabei auf 6 Millionen Euro Fördergeld freiwillig verzichtet und wollen die verkehrswirksamste und günstigste Variante jetzt sogar aus dem Flächennutzungsplan streichen.

Stattdessen priorisieren Sie nunmehr die Variante 15 der Nordtangente, die ebenfalls zu 100 % über das Gemeindegebiet von Delingsdorf verläuft und die zur Folge hätte, dass die Gemeinde Delingsdorf erheblich mehr Land über einen Gemeindevertrag an Ahrensburg abtreten müsste. Dass die Gemeinde Delingsdorf eigenständig bleiben und sich klar von Ahrensburg und Bargteheide abgrenzen will und hierfür der Grünstreifen im nördlichen und südlichen Bereich von Delingsdorf auf jeden Fall erhalten bleiben soll, wird von Ihnen komplett ignoriert.

Wir von der IGANO Interessengemeinschaft Ahrensburg Nord-Ost haben erhebliche Zweifel, dass Sie als Stadtverordnete/r noch willens sind, die Verkehrsprobleme, die aus Ihren eigenen städtebaulichen Entscheidungen resultieren, zu lösen imstande sind. Wir appellieren daher an Sie, dass Sie ihre Politik an das Machbare ausrichten und die Variante 7 der Nordtangente für Ihre politischen Entscheidungen priorisieren. Aus diesem Grunde muss die Variante 7 der Nordtangente im Flächennutzungsplan enthalten sein.

Wir, die Anlieger der Lübecker Straße und damit direkt Betroffene Ihres Nicht-Handels sind nicht mehr bereit, die Verschlechterung unserer Lebensbedingungen, die sich aus der Verkehrsbelastung der Lübecker Straße, aus Lärm und Smog ergeben, länger hinzunehmen und werden die Nordtangente weiter thematisieren bis zu ihrer Realisierung.

IGANO Interessengemeinschaft Ahrensburg Nord-Ost
Als Vertreter: Werner Haering, Tobias Ruprecht

Weitere Informationen zur IGANO und zur Nordtangente finden Sie auch unter
www.igano.de

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