Wassermühle Trittau: Neue Ausstellung im Obstgarten der Galerie

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Trittau (je/pm). Die in Hamburg lebende Künstlerin Erdmute Prautzsch, geboren 1969 in Kassel, bespielt in diesem Sommer den Obstgarten der Galerie in der Wassermühle Trittau mit einer installativen Arbeit. Joachim Wallmeroth, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Holstein, eröffnet die Ausstellung „Exot.2“ am Sonnabend, 30. Juli 2016, um 16 Uhr. Einführende Worte sprechen Dr. Katharina Schlüter und Julia Kölle von der Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn.

Kostprobe der Ausstellung "Exot 2" von Erdmute Prautzsch. Foto: E. Prautzsch

Kostprobe der Ausstellung „Exot 2“ von Erdmute Prautzsch. Foto: E. Prautzsch

Erdmute Prautzschs künstlerischer Blick gilt poetischen Details: Unfertiges, Bruchstückhaftes, Fragiles, Rätselhaftes, das vermeintlich Uninteressante und das „um die Ecke gedachte“. Die Dinge subtil „auf die Kippe“ zu stellen, oder, falls es sich so findet, sie dort stehen zu lassen, darin besteht ein Anreiz für ihre Arbeit. Mit unterschiedlichen Ausdrucksweisen wird der Standort umkreist und werden die räumlichen Gegebenheiten ausgelotet. So gibt es Objekt und Installation, den malerisch empfundenen Bildraum neben der fein geschnittenen Collage. Überraschende Kombinationen lösen und befreien das Denken und Sehen von gewohnten Verknüpfungen.

Kunst unter freiem Himmel

In Trittau geht es nach draußen: Ein Ausstellungsraum der Galerie wird in einer offenen Holzkonstruktion nachgezeichnet und der Innenraum somit in den Freiraum des Gartens gespiegelt. In Größe, Farbigkeit und Lage verweist er auf die Gegebenheiten der Wassermühle und kann als Zeichnung und Volumen neu erfahren werden. Hineingepasst – ähnlich wie bei Bausteinen oder Steckspielen für Kinder – ist eine Wiederholung der Grundform. Durch Farbe, Lage und Aufrichtung durchbricht dieser Raum in einem Experiment den gezeichneten Grundraum mit nach oben offenem Ausgang. Ein in die Installation integrierter Exoten-Nistkasten gibt weiteres Futter für mögliche Lesarten der Installation und eine gerne auch humorvolle Befragung der inhaltlichen Konnotationen.

Constanze von Marlin, Kunsthistorikerin und Kuratorin aus Berlin, sagt: „Ihrer Kunst ist stets die Grenzüberschreitung eigen, sei es in der Kombination unterschiedlicher Gattungen wie Fotografie, Malerei und Grafik, die sie zuweilen in Installationen verbindet, oder inhaltlich an der Schnittstelle zwischen Fiktion und realen Gegebenheiten.“

Im Rahmen der Ausstellung, die bis Sonntag, 18. September 2016, zu besichtigen ist, hält Dr. Katharina Uhl am Sonntag, 28. August 2016, um 15 Uhr einen Vortrag zu Marcel Duchamps „Mottenkönig“. Ein Ableger der Duchampschen Pflanze aus dem Staatlichen Museum Schwerin wird an die Stiftung übergeben. Informationen zum „Mottenkönig“ finden Sie unter www.museum-schwerin.de/headnavi/forschung-wissenschaft/duchamp-forschungszentrum/der-mottenkonig/.

Ausstellung und Vortrag stehen im Kontext des Jahresthemas „Natur/Garten“.

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