Gastbeitrag: So wichtig ist die Fahrradwerkstatt des Freundeskreises für die Flüchtlinge

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Großhansdorf (ve/pm). Die erste Einrichtung, die zur Flüchtlingshilfe vielerorts errichtet wurde, ist eine Fahrradwerkstatt. Auch Freundeskreis Flüchtlinge in Großhansdorf betreibt eine solche Werkstatt. Lesen Sie einen Gastbeitrag des Freundeskreises zu dem Projekt.

Fahrradwerkstatt des Freundeskreises für Flüchtlinge in Großhansdorf: Familie Racho mit den Fahrrädern der Fahrradwerkstatt. Foto:Freundeskreis Flüchtlinge Großhansdorf

Fahrradwerkstatt des Freundeskreises für Flüchtlinge in Großhansdorf: Familie Racho mit den Fahrrädern der Fahrradwerkstatt.
Foto:Freundeskreis Flüchtlinge Großhansdorf

Die ehrenamtlich organisierte Fahrradwerkstatt des „Freundeskreises Flüchtlinge in Großhansdorf“ befindet sich im Keller unter den Räumen der „Ahrensburger Tafel“ am Kiekut Bahnhof. Jeden Montag von 10 bis 11.30 Uhr werden dort Räder repariert, angenommen, ausgegeben.

Fahrradwerkstatt in Großhansdorf: 180 Räder wurden bisher gespendet

Bis jetzt sind über 180 Räder registriert und über 120 Räder schon an Flüchtlinge ausgegeben worden. Ssowohl in dem Kellerraum als auch auf dem kleinen überdachten Hof – beide Räumlichkeiten wurden dem Freundeskreis von der Gemeinde zur Verfügung gestellt – stapeln sich Werkzeug, Ersatzteile, Zubehör und natürlich Fahrräder, die von Großhansdorfer Bürgern gestiftet wurden. Von den ehrenamtlichen Helfern werden die Räder fahrtüchtig und verkehrssicher aufbereitet und an Flüchtlinge ausgegeben.

Verwaltet und organisiert wird die Werkstatt von Lore und Ch. Grube. Sie registrieren, wer wann welches Fahrrad bekommt. Das Fahrrad wird fotografiert und jedem Flüchtling wird ein Informationsblatt ausgehändigt, auf dem die Verkehrszeichen und das verkehrsgerechte Verhalten auf den Straßen in entsprechenden Sprachen dokumentiert ist. Die Flüchtlinge kennen das Fahrraddepot und die Öffnungszeiten von ihren Paten, die sie auch teilweise begleiten.

Der Vorrat reicht vom Laufrad, Kinderrädern, normalen Gebrauchsrädern bis zu Rennrädern, die bei den jungen Männern hoch im Kurs stehen. Gelegentlich passiert es, dass Kinder, die vor ein bis zwei Jahren ein Rad von der Fahrradwerkstatt bekommen haben, das kleine Rad bringen und es gegen ein größeres eintauschen.

Gespendete Fahrräder und Hilfe bei der Reparatur

Die ehrenamtlichen „Schrauber“ weisen die Flüchtlinge in die Handhabung eines Fahrrades ein, sie zeigen ihnen die Techniken, helfen ihnen beim Üben und ermahnen sie, das Fahrrad gut zu pflegen und immer abzuschließen. Für das Schloss zahlen sie einen Teilbetrag. Hilfe und Anweisung zur Reparatur wird versucht, aber die Zeit am Montag ist knapp und wird von den Schraubern benutzt, um die gebrauchten Räder aufzuarbeiten und funktionstüchtig zu machen.

Das erste Fahrrad übernehmen die Flüchtlinge kostenlos. Falls es kaputtgefahren oder gestohlen wird, muss für das zweite Fahrrad eine kleine Spende bezahlt werden. Die Erfahrung zeigt, dass die Wertschätzung gering ist, wenn alles geschenkt wird.

Besuch von Bürgermeister Janhinnerk Voß

Die Helfer und auch Familie Grube haben Freude an der Arbeit, sie ist eine sinnvolle Beschäftigung, denn für die Flüchtlinge ist das Fahrrad ein wichtiges Transportmittel. Sie machen ihre Einkäufe in Großhansdorf/ Ahrensburg mit dem Fahrrad, besuchen ihre Deutschkurse und anderes, sie sind einfach mit Fahrrad mobiler. Die Flüchtlinge sind dankbar, dass es diese Anlaufstelle gibt – auch für später anfallende Reparaturen. Sie freuen sich über ihr Fahrrad, nach erfolgreicher Probefahrt unter Anleitung üben sie fleißig weiter. In Großhansdorf sieht man inzwischen überall Flüchtlinge auf Fahrrädern.

Bürgermeister Janhinnerk Voß (Mitte) zu Besuch in der Fahrradwerkstatt des Freundeskreises Flüchtlinge Großhansdorf. Foto: Freundeskreis Flüchtlinge Großhansdorf

Bürgermeister Janhinnerk Voß (Mitte) zu Besuch in der Fahrradwerkstatt des Freundeskreises Flüchtlinge Großhansdorf.
Foto: Freundeskreis Flüchtlinge Großhansdorf

Bürgermeister Janhinnerk Voß besuchte kürzlich die Fahrradwerkstatt. Er war beeindruckt von den vielen, von Großhansdorfer Bürgern gespendeten, Rädern und lobte die professionelle Arbeit der Helfer. Die heutigen Räder sind kompliziert konstruiert, 14 Gänge und mehr, besondere Bremsen, es sind zum Teil äußerst schwierige Reperaturen.

Trotz der Verhaftung eines Großhansdorfer Flüchtlings ist die Hilfe des Freundeskreises ungebrochen. Bürgermeister Voß bedankte sich bei den Mitarbeitern und versprach für den Winter eine bessere Beleuchtung und noch einige Steckdosen installieren zu lassen. Allen Spendern, der Gemeinde und den Mitarbeitern der Fahrradwerkstatt ein großes Dankeschön!

Um Missverständnisse auszuräumen, weisen wir darauf hin, dass der Freundeskreis für Flüchtlinge in Ahrensburg auch eine Fahrradwerkstatt eingerichtet hat, die auf Großhansdorfer Gebiet liegt bei Bauer Weidner.

Fahrradteam des Freundeskreises
Flüchtlinge in Großhansdorf

 

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