Integration in den Arbeitsmarkt: Zwei Flüchtlinge arbeiten im Ammersbeker Supermarkt

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Ammersbek (ve). Integration in die Arbeitswelt – was bedeutet das für die Flüchtlinge? In Ammersbek haben jetzt zwei Afghanen ein Praktikum in einem Supermarkt aufgenommen.

Arbeit im Einzelhandel: Oveis Mahoob (rechts) und Naweed Hussinzada (Mitte) machen bei Edeka Martens ein einjähriges Praktikum, die Stellvertretende Marktleiterin Gül Yilmaz (links) hat diese Möglichkeit geschaffen.

Arbeit im Einzelhandel: Oveis Mahoob (rechts) und Naweed Hussinzada (Mitte) machen bei Edeka Martens ein einjähriges Praktikum, die Stellvertretende Marktleiterin Gül Yilmaz (links) hat diese Möglichkeit geschaffen.

Das allerdings geht nicht einfach so. Die Agentur für Arbeit, die Gemeindeverwaltung, der Freundeskreis für Flüchtlinge und der Edeka-Markt Martens mussten erst einmal alle an einem Strang ziehen, damit die Integration in den Arbeitsmarkt funktioniert. Treibende Kraft dabei war die Stellvertretende Marktleiterin Gül Yilmaz, die im Rahmen einer Fortbildung zur Führungskraft die Integration der beiden jungen Männer zu ihrem Projekt gemacht haben.

Das einjährige Betriebspraktikum soll auf die Ausbildung vorbereiten

Möglich ist es nun Oveis Mahoob und Naweed Hussinzada, ein einjähriges Betriebspraktikum bei Edeka Martens in Ammersbek zu machen. Sie arbeiten mehrere Stunden am Tag und lernen in diesem einen Jahr alle Abteilungen kennen. Gleichzeitig ermöglicht es diese Konstellation, dass sie bei einem Deutschkursus ihr Sprachkenntnisse verbessern können. Das Praktikum dient der Vorbereitung auf eine Ausbildung, die – wenn sie wollen – dann an das Praktikum angeschlossen werden kann. Sie erhalten als Bezahlung einen kleinen Aufschlag auf die Grundsicherung in Höhe von 280 Euro monatlich.

Beide können sich einen Tätigkeit im Einzelhandel vorstellen: „Die Arbeit macht Spaß“, sagen sie im Gespräch mit ahrensburg24.de. Hussinzada ist eigentlich Goldschmied, doch seine handwerkliche Ausbildung wird in Deutschland nicht anerkannt. Der Afghane ist seit zwei Jahren in Deutschland, seine Familie lebt in Pakistan.

Afgahnische Flüchtlinge: Zwischen Duldung, Asyl und Abschiebung

Oveis Mahoob ist schon seit sechs Jahren in Deutschland, hat lange in Neumünster gelebt. Seine Familie lebt heute ebenfalls in Ammersbek und Hamburg. Der 28-Jährige war stets von der Abschiebung bedroht, das stand auch in seinem Pass. „Es ist schwierig, irgendetwas zu machen, wenn Dir die Abschiebung droht“, sagt er. Deswegen habe er auch bisher nur schwer Deutsch lernen können. Inzwischen spricht er die Sprache recht gut, hofft auf eine Duldung und darauf, dass er vielleicht sogar Asyl bekommt.

Um Menschen wie Mahoob und Hussinzada in Arbeit zu bringen, unternimmt die Gemeindeverwaltung besondere Anstrengungen. „Nachdem die Frage der Unterbringung jetzt geklärt ist“, erläutert es Bürgermeister Horst Ansén, „kommt jetzt die Integration. In der Verwaltung ist dafür jetzt Ingrid Hodiamont vom Sozialamt zuständig.“ Und die hat sich viel vorgenommen: „Ich rufe bei Arbeitgebern an und suche nach Praktikumsplätzen für die Flüchtlinge“, erzählt sie. Auch eine Messe sei geplant, bei der sich Arbeitgebern präsentieren könnten. „Es gibt etwa 20 Flüchtlinge in Ammersbek, die wir durch Projekte wie dieses bei Edeka in ein Praktikum vermitteln könnten“, so Hodiamont.

Edeka Martens: Neue Mitarbeiter dringend gesucht

Von Arbeitgeberseite passt das Projekt hervorragend in die Zeit: „Wir könnten ohne weiteres 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einstellen“, sagt Inhaberin Merle Meineke. „Doch wir finden keine Leute.“ Dabei gehe es nicht um Ausbildungsplätze, sondern um Teilzeit- oder Vollzeitkräfte. Sie hofft daher darauf, dass für Mahoob und Hussinzada sich ein guter Weg ergebe.

Daran glaubt Gül Yilmaz fest. „Durch die Zusammenarbeit mit der Agentur, dem Freundeskreis und der Verwaltung konnten wir das Projekt gut vorbereiten.“ Der Freundeskreis und seine Paten hätten Interessenten vermittelt, die Agentur für Arbeit die rechtlichen Fragen geklärt. Yilmaz: „Es gab schließlich zehn Bewerber für dieses Praktikum, mit denen wir Vorstellungsgespräche geführt haben. Und mit Mahoob und Hussinzada hat es dann geklappt.“

Sie alle haben dafür gearbeitet, damit es mit dem Praktikum klappen kann: Klaus Möller, Marktleiter Edeka Martens, Bürgermeister Horst Ansén, Ingrid Hodiamont vom Sozialamt, die Praktikanten Oveis Mahoob und Naweed Hussinzada, die Stellvertretende Marktleiterin Gül Yilmaz, Inhaberin Merle Meineke, und die Patinnen Waltraut Biester, Erste Vorsitzende, Karin Scheiding und Angelika Schmidt vom Freundeskreis für Flüchtlinge in Ammersbek (von links).

Sie alle haben dafür gearbeitet, damit es mit dem Praktikum klappen kann: Klaus Möller, Marktleiter Edeka Martens, Bürgermeister Horst Ansén, Ingrid Hodiamont vom Sozialamt, die Praktikanten Oveis Mahoob und Naweed Hussinzada, die Stellvertretende Marktleiterin Gül Yilmaz, Inhaberin Merle Meineke, und die Patinnen Waltraut Biester, Erste Vorsitzende, Karin Scheiding und Angelika Schmidt vom Freundeskreis für Flüchtlinge in Ammersbek (von links).

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