DAK Gesundheitsreport für 2015: Die Stormarner sind gesund und munter

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Stormarn (ve). Wie gesund sind die Stormarner Arbeitnehmer? Und vor allem die Arbeitnehmerinnen? Der Gesundheitsreport der DAK Stormarn gibt (überraschende) Antworten.

Der DAK Gesundheitsreport 2016: Der Krankenstand in Stormarn in 2015 im Vergleich zum Bund und zum Land. Grafik: DAK-Gesundheitsreport für Schleswig-Holstein 2016

Der DAK Gesundheitsreport 2016: Der Krankenstand in Stormarn in 2015 im Vergleich zum Bund und zum Land.
Grafik: DAK-Gesundheitsreport für Schleswig-Holstein 2016

Um es vorweg zu nehmen: Auch in puncto Gesundheit gönnt sich der Kreis Stormarn mal wieder einen der vorderen Plätze – zeigt die statistische Auswertung des Jahres 2015. Im Landesvergleich liegt die Krankenstand mit 3,8 Prozent nur einen Platz hinter Neumünster mit 3,7 Prozent und gleichauf mit dem Kreis Steinburg. Und er ist insgesamt besser als der Landesdurchschnitt in Schleswig-Holstein mit 4 Prozent.

Das macht die Menschen krank: Art der Erkrankungen

Auch in Stormarn nehmen wie überall im Lande die Muskel-Skelett-Erkrankungen den größten Anteil ein und sorgen für 300 Fehltage je 100 Versicherte, auf Landesebene für 322 Fehltage je 100 Versicherte. Die zweit größte Zahl an Fehltagen verursachen psychische Erkrankungen, in Stormarn sind es 265 Fehltage je 100 Versicherte, im Landesdurchschnitt 277. Danach folgen Atemwegserkrankungen – unter anderem Erkältungen – mit  222 Fehltagen pro 100 Versicherte, im Landesdurchschnitt sind es 219 Fehltage.

Gerade bei der Fehltage aufgrund von Erkältungen ist zu bedenken: Erkältungen bilden eine Vielzahl der Fälle, aber aufgrund der kurzeitigen Erkrankung im Gesamtbild nur wenige Fehltage. Langzeiterkrankungen – und damit etwa fünf Prozent der Erkrankungen – sorgen insgesamt für circa 50 Prozent der Fehltage.

Der DAK Gesundheitsreport 2016: Der Anteil der unterschiedlichen Erkrankungen an den Fehltagen im Beobachtungszeitraum 2015. Grafik: DAK-Gesundheitsreport für Schleswig-Holstein 2016

Der DAK Gesundheitsreport 2016: Der Anteil der unterschiedlichen Erkrankungen an den Fehltagen im Beobachtungszeitraum 2015.
Grafik: DAK-Gesundheitsreport für Schleswig-Holstein 2016

Doch die DAK hat noch weiter gefragt und die Zahlen einmal nach den Geschlechtern getrennt erfasst. Mit dem Ergebnis, dass Männer einen Krankenstand von 4,2 Prozent (2014: 3,4 Prozent) haben, Frauen dagegen einen von 4,6 Prozent (2014: 3,6 Prozent). Frauen werden damit zwar häufiger, aber eher kürzer krank geschrieben. Und dass, obwohl sie laut der repräsentativen Umfrage der DAK häufiger krank zur Arbeit gehen, 79 Prozent der Frauen gaben an, im Laufe des Jahres 2015 krank zur Arbeit gegangen zu sein, 60 Prozent der Männer.

Ein starker Unterschied zeigt sich bei der Art der Erkrankung. So sorgen gut- oder bösartige Tumorerkrankungen bei Frauen für 84,6 Fehltage je 100 Versicherten, bei Männern sind es 47,4 Prozent. Denn die häufigste Krebserkrankungen bei Frauen – der Brustkrebs – entsteht auch häufig während des Berufslebens. Die häufigste Krebserkrankung bei Männern – der Prostatakrebs – entsteht häuft erst in höherem Lebensalter und daher nach Ausscheiden aus dem Berufsleben.

Ähnlich signifikant ist die Zahl der Fehltage aufgrund von psychischen Erkrankungen. Sie liegt bei Frauen bei 373,5 Fehltagen und bei Männern bei 194,8 Fehltage je 100 Versicherte. Anders herum liegen die Zahlen bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Dort sind Männer mit 72 Fehltagen doppelt so oft betroffen, wie Frauen, 38,3 Fehltage.

Rat an die Männer: Angebot der Vorsorgeuntersuchungen nutzen

Für Hans-Werner Harmuth, Chef der DAK Stormarn, bestätigen diese Zahlen die landläufigen Einschätzungen zum Verhalten der Geschlechter bei Krankheit: „Männer gehen selten zum Arzt, vermeiden die Vorsorge und sind daher häufiger von Herz-Kreislauf-Erkrankungen betroffen. Frauen gehen häufiger zum Arzt, es werden mehr psychische Erkrankungen diagnostiziert.“ Harmuth drängt daher auf eines: „Männer sollten mehr zur Vorsorgeuntersuchungen gehen – das ist vielleicht manchmal unangenehm, tut aber nicht weh!“

Der DAK Gesundheitsreport 2016: Befragte benannten Gründe, warum sie auch im Krankheitsfall bei der Arbeit erscheinen. Grafik: DAK-Gesundheitsreport für Schleswig-Holstein 2016

Der DAK Gesundheitsreport 2016: Befragte benannten Gründe, warum sie auch im Krankheitsfall bei der Arbeit erscheinen.
Grafik: DAK-Gesundheitsreport für Schleswig-Holstein 2016

Landrat Dr. Henning Görtz begleitete die Präsentation der Zahlen. Für ihn bleibt eines wichtig: „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind das höchste Gut, das ein Unternehmen hat. Daher sollte sich ein Unternehmen um sie gut kümmern.“ Das der Krankenstand in Stormarn vergleichsweise so gering ist, führt ihn zu der Vermutung, dass die bei den Stormarner Unternehmen auch geschehe.

Ein bisschen relativiert wird das allerdings von Dr. Bernd Hanke, Betriebsarzt bei Axel Springer und prinovis: „Ein Arbeitsplatz ist nicht der Himmel auf Erden. Erkrankungen wird es immer geben, auch bei guter betrieblicher Gesundheitsvorsorge. Das liegt schon alleine daran, dass es sich am Arbeitsplatz immer um Zweckgemeinschaften handelt.“

Vorgestellt wurde der Gesundheitsreport der DAK im Hause Axel Springer begleitet von Frank Kominek, dem Leiter der Produktion und Technik, und Jörg Stelter, dem Leiter der DAK Kankenkasse für Axel Springer.

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